Das war aber wohl nicht immer so. Skelettuntersuchungen an unserem vor rund drei Millionen Jahren lebenden Urahn Australopithecus sowie die Vermessung seiner Fußspuren ergaben, dass er ohne Pausen allenfalls kurze Strecken zurücklegen konnte. Insgesamt ist die Tatsache, dass der Mensch heute derart kräftesparend und damit ausdauernd laufen kann, das Ergebnis einer Evolution über Millionen von Jahren. In deren Verlauf – auch das belegen Knochenuntersuchungen fossiler Skelette – wurden Rumpf und Arme kürzer, die Beine dagegen deutlich länger. Dadurch verdoppelte sich die Schrittlänge fast. Und während der Fersenknochen immer größer wurde, was ein sanfteres Aufsetzen des Fußes erlaubte, schrumpften die Zehen. Das erleichterte maßgeblich das Abrollen beim Gehen. All das deutet darauf hin, dass der Mensch nur ganz allmählich zum Ausdauerläufer geworden ist. Denn erst bei längerem Rennen sparen Sehnen und Fußwölbung ein Maximum an Kraft ein und halbieren den Energieverbrauch. Auch die im Lauf der Zeit größer werdende Gesäßmuskulatur ergibt in diesem Zusammenhang einen tieferen Sinn.





