Das Gespräch führte RALF BUTSCHER
Herr Dr. Gouder und Herr Dr. Krause, mit der Solarbatterie haben Sie im Team von Prof. Lotsch und mit Ihren Teamkollegen eine neue Technologie zum Speichern von elektrischen Ladungen geschaffen. Können Sie das Konzept erläutern?
Andreas Gouder: Mit der Solarbatterie kombinieren wir Solarzelle und Batterie in einem Bauteil. Die Grundlage dafür bildet ein Material mit besonderen Eigenschaften, das chemisch zu den Kohlenstoffnitriden gehört. Wie noch einige andere Materialien kann es sowohl einen elektrischen Strom aus der Energie des Sonnenlichts generieren als auch elektrochemische Energie speichern – das ist die Funktionalität einer Batterie. Zu diesem Material haben wir in den letzten Jahren weitere Komponenten, die man auch für eine klassische Batterie braucht, hinzugefügt und alles miteinander kombiniert. Dadurch ist eine Solarbatterie entstanden.
Welche Vorteile bietet sie und wofür ließe sie sich nutzen?
Gouder: Mit den heute verwendeten Techniken gibt es oft Probleme, wenn man eine Solarzelle und eine Batterie kombiniert. Photostrom und Photospannung müssen genau mit dem Ladestrom und der Spannung der Batterie zusammenpassen. Dadurch entstehen Verluste bei der Effizienz. Bei einer integrierten Solarbatterie gibt es diese Verluste nicht. Gleichzeitig ist sie technisch simpler. Man braucht keine zwei Geräte, sondern nur eines, und entsprechend benötigt man keine Kabel. Damit ist das Bauteil hochintegriert und damit kompakt und miniaturisierbar. Anwendungen dafür sehe ich nicht nur dort, wo man Batterien heute bereits nutzt, etwa für Solarpaneele auf dem Dach. Interessant sind Solarbatterien zum Beispiel auch für Technologien wie das sogenannte Internet of Things – ein Datennetz, in dem technische Objekte wie Sensoren und Steuergeräte Informationen austauschen oder beispielsweise Umweltdaten speichern. Ein solcher „On-board“-Energiespeicher einer Solarzelle kann zu einer signifikanten Miniaturisierung solcher Sensoren führen, da keine externe Batterie benötigt wird. Vorstellbar ist aber auch ein Einsatz als „Sonnenpuffer“ in großen Solarfarmen. Wenn man die Zellen transparent gestalten würde, ließen sie sich zudem etwa zur Energiegewinnung in intelligenten Fenstern nutzen.
Simon Krause: Wir denken über viele weitere Anwendungsmöglichkeiten von Solarbatterien nach. Denn damit haben wir ein System an der Hand, das nicht nur Solarzelle und Batterie in sich vereint. Dasselbe aktive Medium könnte darüber hinaus künftig vielleicht auch dazu dienen, klimaneutralen, „grünen“ Wasserstoff zu erzeugen.





