Und tatsächlich ist dieses Unterfangen bereits auf einem guten Weg: Von allen neu zugelassenen Pkw waren im Jahr 2022 etwa 14 Prozent Elektrofahrzeuge – deutlich mehr als noch im Vorjahr. Allerdings schätzt die Internationale Energieagentur (IEA), dass der Anteil der Elektrofahrzeuge an den Neuwagenverkäufen bis 2030 auf rund 60 Prozent steigen muss, um die Klimaziele für 2050 zu erreichen. Es gibt also noch einiges zu tun.
Eines der größten Probleme ist derzeit der Mangel an Ladestationen. In vielen Ländern sind sie höchstens in Ballungszentren zu finden, während sie besonders in ländlichen Regionen bislang kaum verbreitet sind. Vermutlich wird sich die Situation in den kommenden Jahren verbessern, aber für viele Autokäufer macht es den Umstieg auf ein E-Auto derzeit noch unattraktiv: Es kommt zur sogenannten „Reichweiten-Angst“, also der Sorge, eine längere Strecke nicht mit einer Akkuladung bewältigen zu können und unterwegs keine Möglichkeit zum Schnellladen zu finden.
Zwar kann man viele Elektroautos im Prinzip an jeder normalen Steckdose aufladen, doch das dauert lange. Denn die Länge des Ladevorgangs hängt sowohl von der Spannung als auch von der Stromstärke ab. An einer üblichen Haushaltssteckdose mit nur 230 Volt und 16 Ampere dauert ein kompletter Ladevorgang daher etwa einen Tag.
Um auch unterwegs effektiv – das heißt, in unter einer Stunde – nachladen zu können, muss die Zahl der Schnellladestationen deutlich vergrößert werden. Und das kostet viel Geld: In der EU werden die Kosten für den Ausbau der Ladeinfrastruktur bis 2030 auf etwa 240 Milliarden Euro geschätzt. Ein noch größerer Kostenfaktor ist aber der Ausbau des Stromnetzes, das bislang schlicht nicht dafür ausgelegt ist, zusätzlich zu unserem normalen Stromverbrauch noch Hunderttausende Elektroautos zu laden. Einer Studie von Bloomberg zufolge könnten sich die Kosten für den nötigen Ausbau der Stromnetze weltweit auf etwa 21 Billionen US-Dollar belaufen.
Die Elektrifizierung des Straßenverkehrs ist also möglich, aber extrem teuer. Lohnt es sich denn wenigstens für die Umwelt? Denn nur weil die Elektroautos selbst keine fossilen Rohstoffe verbrennen, heißt das ja nicht, dass sie keine CO2-Emissionen verursachen. So ist etwa die Klimabilanz bei der Herstellung von E-Autos deutlich schlechter als bei Verbrennerfahrzeugen. Und die effektiven Emissionen während der Fahrt hängen letztlich davon ab, auf welche Weise der verwendete Strom erzeugt wurde: Handelt es sich beispielsweise um Kohlestrom, können Elektroautos sogar höhere Emissionen verursachen als Verbrenner. Wie klimafreundlich die Elektromobilität ist, hängt also stark vom Energiemix im jeweiligen Land ab. Für viele EU-Länder geht man jedoch im Moment davon aus, dass Elektroautos zwischen 15 und 60 Prozent weniger CO2-Emissionen verursachen.





