Sind bei Säugetieren die Milchzähne einmal ausgefallen und durch dauerhafte Zähne ersetzt worden, regeneriert sich das Gebiss nicht mehr. Das gilt von der Maus bis zum Elefanten. „Einmal ausgewachsen, sind die Zähne erwachsener Säugetiere unersetzlich und müssen ein Leben lang halten. Vor allem Top-Raubtiere verlassen sich auf diese Zähne, um Nahrung aufzunehmen und zu verarbeiten“, erklärt Jack Tseng vom American Museum of Natural History in New York. Mit der Zeit nutzen sich die Zähne allerdings ab und werden stumpf, insbesondere die Eck- und Reißzähne von Tieren, die viel Fleisch fressen, sogenannten Hypercarnivoren. Infolgedessen verliert ihr Biss an Effizienz und sie müssen immer mehr Kraft aufbringen, um ihre Nahrung zu zerkleinern.
Manche Hyänen optimieren ihre Beißtechnik, andere nicht
Ein Team um Tseng hat nun untersucht, wie die Tiere damit umgehen und ob sie den verschleißbedingten Verlust ihrer Fressleistung kompensieren können. Die Forscher prüften, inwiefern der steife Unterkiefer der Tiere den mechanischen Stress beim Beißen aushalten oder durch angepasste Mechanik kompensieren kann. Dabei verglichen die Biologen drei Gruppen an hyperkarnivoren Arten: Fleischspezialisten wie Großkatzen sowie aasfressende und knochenbrechende Hyänenarten. Bei ihren Analysen verglichen Tseng und seine Kollegen anhand von Kieferfotos aus Museumssammlungen und Computersimulationen unter anderem die Kieferknochentiefe, die Bisseffizienz und die Kieferbelastung während des Bisses.

Das Ergebnis: Knochenbrechende Tüpfelhyänen mit abgenutzten Zähnen passen ihre Kieferbewegungen tatsächlich an und steigern so ihre Beißeffizienz. Dadurch können sie ihre Kieferbelastung und Fressleistung auch im Alter konstant halten. Fleischspezialisten wie Gepard und Löwe und aasfressende Raubtiere wie Streifen- und Schabrackenhyänen können ihren Zahnverschleiß hingegen nicht auf diese biomechanische Weise kompensieren.






