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Bild der Woche

Aalschwarm am Tiefseeberg

Aale
(Bild: Deep Sea Fish Ecology Lab/ Astrid Leitner and Jeff Drazen, University of Hawaii Manoa, DeepCCZ expedition)

Während riesige Fischschwärme in den Ozeanen nicht ungewöhnlich sind, ist das wilde Durcheinander dieser Aale eine einzigartige Entdeckung. Denn dieser Schwarm hat sich an einem Tiefseeberg unterhalb von 3000 Metern gesammelt.

Am Grund der Tiefsee entdecken Wissenschaftler immer wieder unterseeische Berge, deren Gipfel tausende Meter unter der Meeresoberfläche liegen. Diese sogenannten Seamounts entstehen in der Regel, wenn sich Ozeanplatten bewegen und sich so Vulkane bilden, die aber nicht die Wasseroberfläche erreichen. Meeresbiologen haben bislang jedoch nur ein paar hundert dieser Tiefseeberge und ihre kaum besiedelte Umgebung genauer erforscht.

Die Pazifikregion zwischen Hawaii und Mexiko, die sogenannte „Clarion Clipperton Zone“, ist ein Gebiet, im dem mehrere Seamounts und auch Lizenzgebiete für den künftigen Tiefseebergbau liegen. Wissenschaftler um Astrid Leitner von der University of Hawaii in Manoa haben während ihrer Expedition drei dieser Tiefseeberge und ihre Umgebung auf Vorkommen von Kupfer, Zink, Kobalt und Mangan für die Metallgewinnung hin untersucht.

Dabei machten sie eine seltene Entdeckung: Auf dem Gipfel eines der Tiefseeberge warf das Team Fischköder aus und lockte damit einen Schwarm von 115 Grubenaalen (Synaphobranchidae) an. Es war die größte jemals unterhalb von 3000 Meter Tiefe beobachtete Fischansammlung. Wie auf dem Foto zu sehen ist, tummeln sich die Aale um den ausgeworfenen Köder aus Makrelen.

„Unsere Beobachtungen haben uns wirklich überrascht“, sagte Leitner. „Noch nie hatten wir Berichte über eine so hohe Anzahl von Fischen in der dünn besiedelten, nahrungsmittelbegrenzten Tiefsee gesehen“. Einige wenige Tiere fingen die Forscher ein und ordneten sie der Art Ilyophis arx zu – eine kaum bekannten Spezies mit weniger als zehn dokumentierten Exemplaren weltweit.

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Das Erstaunliche: Leitner und ihre Kollegen beobachteten die Aale lediglich an den Gipfeln der unterseeischen Berge, jedoch nicht in der umgebenden Tiefseeebene. Auch frühere Forschungen wiesen diesen „Seamount-Effekt“ nach, bei dem sich nur nahe der Tiefseeberge ein erhöhtes Vorkommen an Meerestieren, Korallen und Schwämmen findet.

Welche Rolle die Berge für die Tiere spielen und ob sie nur zufällig dort gesichtet wurden, muss zukünftig noch weiter erforscht werden. Vermutlich sind manche Meerestiere wie die Aale speziell an das nahrungsbegrenzte Leben der Tiefsee angepasst.

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