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Bild der Woche

Ein Chamäleon mit Stachelkamm

Chamäleon
(Bild: Koppetsch et al./ CC-BY 4.0

Ganz offensichtlich handelt es sich bei diesem grünen Reptil um ein Chamäleon. Doch dieses in Äthiopien entdeckte Exemplar gehört zu einer zuvor unbekannten Art, die unter anderem durch ihren stacheligen Schuppenkamm auf Rücken und Schwanz auffällt.

Das Bale-Gebirge im Süden Äthiopiens gilt als Heimat einzigartiger Pflanzen- und Tierarten, die nahezu ausschließlich dort in kleinen Populationen leben. Darunter sind beispielsweise der seltene Äthiopische Wolf (Canis simensis), wenige Individuen der Riesenklettermaus (Megadendromus nikolausi) oder etwa die Riesenmaulwurfsratte (Tachyoryctes macrocephalus).

Auch mehrere Arten der Chamäleon-Gattung Trioceros kommen nur in der äthiopischen Bale-Region vor. So beispielsweise die Spezies Trioceros affinis, die dort in isolierten kleinen Waldpopulationen lebt. Einige dieser Chamäleon-Lebensräume sind durch Ausläufer des Großen Grabenbruchs, einer sich aufweitenden Plattengrenze in Ostafrika, voneinander getrennt. Ob diese Isolation der Populationen bereits dazu geführt hat, dass dort neue Chamäleonarten entstanden sind, untersucht ein Forscherteam um Thore Koppetsch vom Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn.

Bei einer Expedition in das gebirgige Gebiet im Süden Äthiopiens wurden sie nun fündig: An den nördlichen Hängen der Bale-Berge in etwa 2.500 Meter Höhe entdeckten die Forscher am Rande eines Waldes Exemplare einer noch unbekannten kleinen Chamäleonart. Wie auf unserem Foto zu sehen, fiel das Reptil durch sein charakteristisches Aussehen auf: Dieses Chamäleon besitzt große, stachelige Schuppen auf dem Rücken und am Schwanz, die einen markanten Kamm bilden. Und auch die hohe Anzahl an weißen Flankenschuppen an den Körperseiten und die unregelmäßig verstreuten, plattenförmigen Schuppen sind unüblich.

Koppetsch und seine Kollegen verglichen diese Chamäleon-Exemplare mit anderen Individuen des Artkomplexes des Trioceros affinis und identifizierten sie daraufhin als neue Art. Sie wurde Trioceros wolfgangboehmei getauft– nach Wolfgang Böhme, der am Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig an Chamäleons und anderen Reptilien forschte.

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„Angesichts der Variationen in den Farbmustern und der Morphologie zwischen verschiedenen Populationen dieser Chamäleons in Äthiopien ist es wahrscheinlich, dass diese Gruppen noch eine höhere versteckte Artenvielfalt aufweisen als erwartet“, vermutet Koppetsch. Künftig wollen die Forscher das überprüfen.

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