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Bild der Woche

Schlafmohn aus den Alpen

Mohn
(Bild: Raül Soteras/ AgriChange-Projekt)

Diese Aufnahme zeigt die violette Blüte und kugelige Samenkapsel eines Schlafmohns. Anders als viele andere Nutzpflanzen wurde er nicht im mittleren Osten, sondern unter anderem im Alpenraum zuerst domestiziert

Schlafmohn (Papaver somniferum) ist eine krautige Pflanze, die rot, weiß oder violett blüht, wie auch auf unserer Aufnahme zu sehen. Die kugeligen Samenkapseln in der Mohnblüte, deren Poren sternenförmig angeordnet sind, enthalten hunderte ölhaltige Mohnsamen. Dank dieser Samen gilt Schlafmohn als vielseitige Nutzpflanze: Die Samen werden etwa für Lebensmittel wie Süßspeisen und Gebäck oder als Gewürz verwendet.

Zudem kann man aus den fettreichen Saaten Öl gewinnen, das als Speiseöl oder in Hautcremes Anwendung findet. Gleichzeitig jedoch ist der Saft der unreifen Samenkapseln eine Quelle für schmerzstillendes Opium und Opiatdrogen, die ein enormes Suchtpotenzial haben. Die schmerzlindernde Wirkung des Schlafmohns machte ihn schon früher zu einer beliebten Heilpflanze.

Unsere Vorfahren haben daher schon vor tausenden von Jahren Schlafmohn angebaut, um aus seinen Samen Brei und Öl zu gewinnen, ihn aber auch als Heilpflanze einzusetzen. „Wann und wo genau der Schlafmohn domestiziert wurde, ließ sich bisher nicht genau bestimmen“, erklärt Ferran Antolin von der Universität Basel. „Es fehlte an Methoden, um archäologische Funde von Mohnsamen entweder als domestizierte oder als wilde Unterart zu identifizieren.“

Antolin und sein Team haben nun jedoch eine Methode entwickelt, die diese Unterscheidung erlaubt. Anhand ihrer Analysen ermittelten sie, dass der Schlafmohn tatsächlich – anders als viele andere frühe Nutzpflanzen wie Getreide, Hülsenfrüchte und Flachs – nicht im fruchtbaren Halbmond domestiziert wurde. Stattdessen lag eines der Zentren der frühen Mohn-Domestikation in der Alpenregion: Schon um 5500 vor Christus bauten dort frühe Landwirte Schlafmohn an. Die dort aus dieser Zeit gefundenen Mohnsamen stammen noch etwa zur Hälfte vom Wildtyp, dessen Heimat im westlichen Mittelmeerraum liegt, und zur Hälfte von schon domestizierten Mohnvarianten.

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