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Bild der Woche

Schlagkräftige Krebslarve

Fangschreckenkrebs
(Bild: Jacob Harrison)

Diese Krebslarve ist nur zwei Millimeter groß und noch weitgehend transparent. Wehrlos ist sie deswegen aber nicht: Ihre hier seitlich abgespreizten Fangbeine können mit enormer Wucht zuschlagen.

Der Fangschreckenkrebs (Gonodactylaceus falcatus) ist zwar ein Meerestier, hat aber einiges mit einem an Land lebenden Insekt gemeinsam: der Gottesanbeterin. Wie sie nutzt der Krebs unter dem Kopf gefaltete, blitzschnell vorschießende Fangbeine, um seine Beute zu erlegen. Während die auf Pflanzen lauernde Fangschrecke ihre Beute mit den Fangbeinen ergreift, setzt der bis zu30 Zentimeter große Krebs seine Vorderbeine aber deutlich brachialer ein: Er erschlägt die Beute damit.

Die vorschießende Bewegung der Krebs-Fangbeine entfaltet die Wucht einer Pistolenkugel und erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 23 Metern pro Sekunde. Das ist rund 40-mal schneller als ein menschlicher Lidschlag und macht die Schmetterbewegung dieser Krebse zu einer der schnellsten Bewegungen im Tierreich.

Die auf diesem Foto abgebildete Larve des Fangschreckenkrebses ist erst gut eine Woche alt und rund zwei Millimeter groß. Aber auch sie besitzt schon die typischen Fangbeine ihrer Art, sie sind in Ruhe unter ihrem Kopf zusammengefaltet, hier aber seitlich ausgeklappt zu sehen. Ab wann diese Larven das typische Schlagmanöver ausführen, war jedoch bislang unklar. Das haben Forscher um Jacob Harrison von der Duke University in den USA nun untersucht. Dafür zogen sie Krebslarven im Labor auf und beobachteten ihr Verhalten regelmäßig unter dem Mikroskop.

Es zeigte sich: Die Krebslarven können bereits nach etwa neun bis 15 Tagen zuschlagen – etwa zu dem Zeitpunkt, als ihr Dottersack aufgebraucht war und sie sich selbst mit Futter versorgen müssen. Ähnlich wie ihre erwachsenen Artgenossen erzeugen sie ihren Schmetterschlag, indem sie die Muskeln ihrer Fangbeine anspannen und diese dann durch eine Verformung ihres Panzers in der gebeugten Position fixieren. Lösen sie dann diese Verriegelung, wird die gespeicherte Energie mit einem Schlag frei und die Fangbeine schnellen vor.

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Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 0,385 Meter pro Sekunde bewegten die Larven ihre Schlagbeine nur etwas langsamer als die ausgewachsenen Krebse. „Sie erreichen erstaunliche Geschwindigkeiten und beeindruckende Beschleunigungen im Verhältnis zu ihrer Körpergröße“, sagt Harrison.