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Bild der Woche

Überlebenskünstler Sanddollar

Sanddollar
© Rich Mooi

Der münzförmige Sanddollar sieht aus als würde er einen Seestern auf dem Rücken tragen. Doch die fünfblättrigen Strukturen sind Teil seines Körpers und für die Atmung zuständig.

Die in manchen Gegenden am Strand zu findenden Sanddollars ähneln auf den ersten Blick einer fossilen Blüte oder einem versteinerten Urzeit-Lebewesen. Es handelt sich jedoch um die Kalkskelette einer speziellen Gruppen von Seeigeln. Anders als viele ihrer Verwandten sind sie nicht kugelig und ihre Stacheln sind stark reduziert. Stattdessen ist die Oberfläche dieser scheibenartigen, auch als Sea Cookie bekannten Meeresbewohner von feinen, beweglichen Härchen überzogen. Hier zu sehen ist ein Sanddollar der Art Mellitella stokesii.

Sanddollars (Clypeasteroida) kommen vor allem an flachen Sandküsten Nord- und Südamerikas vor, einige Arten sind jedoch auch an den Küsten Sibiriens und Japans zu finden. Die Stachelhäuter bewegen sich am Meeresboden umher und weiden organische Partikel und Algen vom Sediment ab. Bei Gefahr graben sie sich im Meeresboden ein.

Weil das harte Kalkskelett der Sanddollars und anderer Seeigel die Zeit gut überdauern kann, haben ausgestorbene Formen im Laufe der Jahrmillionen zahlreiche Fossilien hinterlassen. Trotz der beeindruckenden Fossilienanzahl konnten aber bisher nur wenige der Versteinerungen mit bekannten Arten assoziiert werden, sodass die Stammesgeschichte der Seeigel weitgehend unbekannt ist.

Für die Bewältigung dieser Aufgabe haben nun Nicolás Koch von der Yale University in den USA einen neuen Ansatz gewählt. Sie fassten große Mengen an Seeigel-Genomen zu einer Datenbank zusammen und identifizierten die Mutationen, die sich im Genom der verschiedenen Seeigel-Gruppen über die Zeit angesammelt haben. Diese Veränderungen im Genom funktionieren wie eine „molekulare Uhr“, da sie verraten, wann sich eine neue Art aufgrund einer Anhäufung von Mutationen abgespalten hat.

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Die Analysen datieren die Anfänge der Seeigel in eine deutlich frühere Zeit als bisher angenommen, nämlich vor 300 Millionen Jahren. Damit hätten diese Meerestiere das größte Massensterben ihres Zeitalters überlebt, das am Ende des Perm vor etwa 250 Millionen Jahren 95 Prozent der marinen Spezies auslöschte. Koch und sein Team vermuten, dass auf dieses Ereignis eine rasche Aufspaltung der Echinoiden in verschiedene Arten folgte. „Zusammengenommen, zeigen diese Ergebnisse, dass wir den Fossilbestand der Echinoiden re-evaluieren müssen“, fasst Seniorautor Greg Rouse von der University of California in San Diego die neuen Erkenntnisse zusammen.

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