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Bild der Woche

Überlebenskünstler selbst auf dem Mars?

Deinococcus radiodurans
© Michael J. Daly/ Uniformed Services University

Unter der Oberfläche des Mars könnte es noch Bakterien wie hier Deinococcus radiodurans geben. Denn „Conan das Bakterium“ könnte selbst auf dem lebensfeindlichen Planeten überdauern.

Wissenschaftler um William Horne von der Uniformed Services University of the Health Sciences (USUHS) in Maryland haben herausgefunden, dass Bakterien unter den Bedingungen auf dem Mars länger überleben könnten als bisher angenommen. In einem Experiment simulierten sie die harschen Bedingungen auf dem roten Planeten: kosmische Strahlung, energiereiche Teilchen aus dem Sonnenwind, Eiseskälte, Trockenheit. Sie fanden heraus, dass diese Umstände sogar das extremophile Bakterium Deinococcus radiodurans nach nur wenigen Stunden an der Oberfläche töten würden. Doch schon zehn Zentimeter unter der Marsoberfläche vergraben, erhöht sich die Lebensdauer des liebevoll „Conan das Bakterium“ getauften Mikroorganismus auf 1,5 Millionen Jahre, bei zehn Metern in der Tiefe sogar auf 280 Millionen Jahre.

Das würde zwar nicht reichen, um die geschätzten 2 bis 2,5 Milliarden Jahre seit dem Verschwinden von fließendem Wasser auf dem Mars zu überleben, sagt Hornes Kollege Michael Daly. Dennoch „werden solche Marsumgebungen regelmäßig durch Meteoriteneinschläge verändert und geschmolzen. Wir vermuten, dass periodisches Schmelzen eine zeitweilige Wiederbesiedlung und Ausbreitung ermöglichen könnte.“ Wenn sich also ein Conan-ähnlicher Mikroorganismus zu einer Zeit entwickelt hat, als auf dem Mars zuletzt Wasser floss, dann könnten seine lebenden Überreste immer noch im tiefen Untergrund schlummern – und von zukünftigen Mars-Missionen gefunden werden.

Dennoch bergen solche Missionen auch ein Risiko. Denn Flüge zum Mars können den Planeten nicht nur mit irdischen Bakterien kontaminieren und so die Suche nach außerirdischem Leben erschweren. Der Prozess wäre auch beidseitiger Natur: Mars-Proben könnten extraterrestrische Bakterien mit zur Erde bringen und unseren eigenen Planeten kontaminieren. „Unsere Modellorganismen stehen stellvertretend für die Vorwärtskontamination des Mars und die Rückwärtskontamination der Erde, die beide vermieden werden sollten“, erklärt Daly.

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