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Urzeit-Krabbe im Bernstein

Bernsteinkrebs
(Bild: Xiao Jia/ Longyin Amber Museum)

In diesem Bernsteinklumpen aus Myanmar ist eine winzige Krabbe eingeschlossen. 100 Millionen Jahre lang blieb sie nahezu unverändert konserviert – und entpuppt sich nun als wichtiges Zeugnis der Krebsevolution

Sie krabbeln seitwärts über den Schlick des Wattenmeeres oder sind im flachen Wasser des Strands zu sehen: Krabben begegnen uns heute meist am Ozeanstrand, die meisten Arten dieser Krebsgruppe sind Meeresbewohner. Es gibt aber auch Ausnahmen: Einige dieser Kurzschwanzkrebse (Brachyura) sind so gut ans Landleben angepasst, dass sie nahezu ihr gesamtes Erwachsenenleben auf dem Trockenen verbringen. Möglich wird dies, weil ihre Kiemen von einer sackähnlichen Hülle umschlossen sind, die sie zu einer Art Lunge umfunktioniert.

Doch wann begannen die ersten Krabben, ihren ursprünglichen Lebensraum Ozean zu verlassen und auch das Süßwasser oder sogar das trockene Land zu besiedeln? Bisher gab es dazu widersprüchliche Daten. Molekulare Datierungen auf Basis von Genvergleichen deuten darauf hin, dass die ersten Krabben schon vor 130 Millionen Jahren das Meer verließen und sich an eine Lebensweise im Süßwasser und an Land anpassten. Doch die bisher ältesten Fossilfunde solcher Krabben sind erst rund 50 Millionen Jahre alt.

Der winzige, in diesem Bernsteinklumpen eingeschlossene Krebs schließt nun diese Lücke. Denn die wenige Millimeter kleine Krabbe ist bereits 100 Millionen Jahre alt und daher weit aälter als bisherige Fossildunde solcher Krebstiere. Trotzdem ähnelt das Cretapsara athanata getaufte Fossil schon auffallend den modernen Krabben und gehört zur Gruppe der höherentwickelten echten Krabben. „Damit ist dies der älteste Fund einer echten Krabbe in Bernstein“, berichten Javier Luque von der Yale University und seine Kollegen.

Die Tatsache, dass dieser kleine Krebs einst von Baumharz eingeschlossen werden konnte, verrät zudem, dass diese Krabbe nicht im Meer lebte, sondern schon auf dem Land oder zumindest in flachem Wasser in Baumnähe. Anders als moderne Landkrabben besaß Cretapsara athanata aber noch echte Kiemen und keine Lunge. „Es handelt sich demnach offenbar um ein Tier, das nicht marin ist, aber auch noch nicht völlig terrestrisch“, sagt Luque. Damit ist dieses Bernstein-Fossil ein wichtiges Bindeglied der Krabbenevolution, denn es belegt, dass diese Tiergruppe schon vor 100 Millionen Jahren das Meer verlassen hat.

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