Die reiche Dame von Zülpich - wissenschaft.de
Anzeige
Anzeige

Bildergalerien

Die reiche Dame von Zülpich

Sarkophag_1_Fund

Bild 1 von 13

Der 1700 Jahre alte Sarkophag kam 2017 bei einer Notgrabung ans Licht, als das Gewerbegebiet Zülpich erweitert werden sollte. (Foto: J. Vogel, LVR-LandesMuseum Bonn)

Im rheinländischen Zülpich haben Archäologen einen Sensationsfund gemacht: Bei einer Notgrabung entdeckten sie einen unberührten Sarkophag aus dem 3. Jahrhundert n.Chr. – und darin das Skelett einer römischen Frau samt ihres reichen Beigabenschatzes. Die restaurierten Funde wurden nun vorgestellt.

Archäologen wissen schon länger, dass im Boden von Zülpich Reste aus der Römerzeit schlummern. 1929 stießen Bauarbeiter dort auf eine Thermenanlage. Bis in die 1980er-Jahre legten Archäologen das 400 Quadratmeter große Badehaus frei, das heute als die am besten erhaltene Therme nördlich der Alpen gilt. Dass die Römer weit im Norden des Imperium Romanum ein Bad bauten, hatte einen guten Grund: In Zülpich, dem antiken Tolbiacum, kreuzten sich mehrere Fernstraßen. Der dörfliche Ort verknüpfte die wichtigen Militärstandorte in Bonn und Neuss sowie die römischen Städte von Köln und Trier.

Die Bewohner Tolbiacums profitierten offenbar von der verkehrsgünstigen Lage. Darauf deutet auch ein seltener Fund hin: 2017 legten Archäologen bei einer Notgrabung einen tonnenschweren Sarkophag aus dem 3. Jahrhundert n.Chr. frei. Der Steinkasten ist seit der Antike unberührt, und der reiche Beigabenschatz ist vollständig erhalten. Neben Schmuck, Glasgefäßen und Gewandnadeln kam auch ein einzigartiges Klappmesser ans Licht, dessen Griff als Herkules-Figürchen gearbeitet ist.

Über den Fund berichteten wir auch an anderer Stelle auf wissenschaft.de

Um keine Grabräuber anzulocken, hat das LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland die Entdeckung bis Sommer 2018 geheim gehalten. Mit einem Kran hatten die Archäologen den Sarkophag Anfang September 2017 geborgen und per Tieflader nach Bonn ins LVR-Museum befördert. Dort öffneten die Forscher dann den fast zweieinhalb Meter langen und gut einen Meter breiten Steinsarg.

Anzeige

Der Fundort im Gewerbegebiet Zülpichs war in der Antike neben der Via Agrippa gelegen – einer Fernstraße, die von Köln über Zülpich und Trier bis ans Mittelmeer führte. Wie es in der Antike üblich war, lagen Gräber und Friedhöfe außerhalb der Städte und Ortschaften. Das Grab befand sich zudem in der Nähe eines römischen Landguts, wie die Archäologen aus Luftbildern und Suchgrabungen wissen.

Anzeige

bild der wissenschaft | Aktuelles Heft

Liken und keine News mehr verpassen!

Anzeige

Skurril: Formel für die perfekte Pizza

Forscher ermitteln physikalische Hintergründe des Pizzabackens weiter

Klimawandel: Wie viel CO2 bleibt uns noch?

CO2-Uhr zeigt verbleibendes Emissions-Budget der Menschheit an weiter

Pestizid-Cocktail in Europas Böden

Rückstände zahlreicher Pflanzenschutzmittel belasten unsere Äcker weiter

Skurril: Strom aus dem Champignon

Mit Hightech und Bakterien aufgerüsteter Pilz erzeugt Elektrizität weiter

Wissenschaftslexikon

Ver|ti|ku|lie|rer  〈[vr–] m. 3; Gartenbau〉 = Vertikutierer

Un|ter|haut|zell|ge|we|be  〈n. 13; unz.; Anat.〉 das die Unterhaut bildende Gewebe

Mi|xer  〈m. 3〉 1 jmd., der Getränke mischt (Bar~) 2 elektr. Gerät zum Zerkleinern u. gleichzeitig Mischen ... mehr

» im Lexikon stöbern
Anzeige
Anzeige