Einige der am besten erhaltenen Fossilien der Welt stammen aus der Yixian-Formation im Nordosten Chinas. So fanden Paläontologen dort die ersten eindeutigen Belege für gefiederte Dinosaurier. Auch viele Fische, Vögel, Säugetiere, Insekten und Amphibien sind in dieser Gesteinsformation mit allen Feinheiten erhalten, darunter oft sogar Federn, Schuppen, Fell sowie innere Organe samt Mageninhalt. Das deutet darauf hin, dass die Tiere nach ihrem Tod schnell konserviert wurden – ähnlich wie es mit der antiken Stadt Pompeji und den Überresten vieler ihrer Bewohner nach dem Ausbruch des Vulkans Vesuv geschah.

Alltägliche Körperhaltungen
Die wissenschaftliche Erklärung für den guten Zustand der Fossilien schien somit auf der Hand zu liegen: „Die spektakuläre Erhaltung der Fossilien in den Sedimentschichten der Yixian-Formation wird traditionell auf Pompeji-ähnliche Vulkankatastrophen zurückgeführt“, erklärt ein Team um Scott MacLennan von der University of the Witwatersrand im südafrikanischen Johannesburg. „Unsere Untersuchungen stellen diese Annahme jedoch in Frage.“ Bei der Analyse mehrerer Fossilien aus Yixian fielen MacLennan und seinem Team einige Ungereimtheiten auf, die nicht zu der Vulkan-Hypothese passten.
„Die Körperhaltung der Tiere ist nicht typisch für Opfer einer Vulkankatastrophe“, berichten die Forschenden. Die Menschen, die in Pompeji unter heißer Asche begraben wurden, befanden sich oft in verkrümmten, schmerzvollen und abwehrenden Positionen. Viele Tiere der Yixian-Formation sind dagegen offenbar bei alltäglichen Verhaltensweisen gestorben, darunter Schlafen und Fressen. Ein besonders eindrucksvolles Fossil zeigt einen kleinen Dinosaurier im Kampf mit einem etwa katzengroßen Säugetier. „Auch die zahlreichen Ansammlungen von Jungtieren in Nestern, die nicht verstreut wurden, sind völlig unvereinbar mit einem Szenario, in dem sie von heißem Vulkanschlamm mitgerissen wurden“, schreiben MacLennan und seine Kollegen. Heiße Lava oder Asche hätte zudem Federn und Haut verbrannt statt sie zu konservieren.
Regen statt Vulkane
Stattdessen halten die Paläontologen eine andere Erklärung für wahrscheinlicher: „Diese Erhaltungsformen stehen vielmehr im Einklang mit einem Tod durch den plötzlichen Einsturz einer Höhle“, schreiben sie. Dazu passt auch ein weiteres Ergebnis der Studie: Anhand von Bohrkernen aus den Sedimentschichten bestimmten MacLennan und sein Team das Verhältnis von radioaktivem Uran zu Blei in winzigen Zirkon-Körnchen. Auf diese Weise konnten sie das Alter der Fossilien genauer datieren als zuvor möglich. Demnach lagerten sich die Fossilien vor rund 125,8 Millionen Jahren in drei Intervallen ab, die innerhalb eines Zeitraums von nur 93.000 Jahren aufeinanderfolgten. „Dabei treten die drei fossilreichen Hauptintervalle in einer zyklischen Abfolge auf, die mit Perioden hoher Niederschläge korrespondiert“, berichtet das Team.





