Mit zunehmender globaler Erwärmung werden Klimaextreme immer häufiger, darunter Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen, Wirbelstürme und Waldbrände. Während ältere Generationen nur noch einen Teil der von ihnen maßgeblich mitverursachten Auswirkungen miterleben werden, sind heutige Kinder und Jugendliche besonders stark von den Folgen betroffen. Sie werden mehr Wetterextreme erleben als jede Generation vor ihnen.
Mehr Klimaextreme
Ein Team um Luke Grant von der Freien Universität Brüssel hat nun anhand von demografischen und klimatischen Daten quantifiziert, mit welcher Wahrscheinlichkeit und wie häufig Menschen in verschiedenen Teilen der Welt in ihrem Leben extreme Klimaereignisse erleben werden, die ohne den menschengemachten Klimawandel nur mit einer Wahrscheinlichkeit von weniger als eins zu 10.000 aufgetreten wären. Dabei betrachteten die Forschenden die Geburtsjahrgänge 1960 bis 2020 und bezogen verschiedene Klimaszenarien ein: Das 1,5-Grad-Ziel, das 2015 in Paris vereinbart wurde; eine Erderwärmung um 2,7 Grad Celsius bis Ende des Jahrhunderts, auf die wir mit den aktuell zugesagten Klimaschutzmaßnahmen zusteuern; sowie eine globale Erwärmung um 3,5 Grad Celsius.
Das Ergebnis: „Bei einer Stabilisierung unseres Klimas um 1,5 Grad Celsius über den vorindustriellen Temperaturen wird etwa die Hälfte der heute jungen Menschen in ihrem Leben einer noch nie dagewesenen Anzahl von Hitzewellen ausgesetzt sein“, berichtet Grant. Bei einer globalen Erwärmung um 2,7 Grad wird dies 83 Prozent der heute Fünfjährigen betreffen und bei einem 3,5-Grad-Szenario werden mehr als 90 Prozent während ihres Lebens einer solchen Belastung ausgesetzt sein. Ein ähnliches Bild ergibt sich für weitere klimabedingte Extremwetterereignisse, wenn auch mit etwas geringer ausgeprägten Werten.
Ungleich verteilte Last
Die Studie verdeutlicht auch erhebliche Unterschiede in der Belastung, sowohl zwischen älteren und jüngeren Kohorten als auch zwischen Menschen in verschiedenen Teilen der Welt und mit unterschiedlichem sozioökonomischem Status. So sind von den 1960 Geborenen in einem 1,5-Grad-Szenario nur 16 Prozent extremen Hitzewellen ausgesetzt, von den 2020 Geborenen dagegen 52 Prozent. Am stärksten betroffen sind stets diejenigen mit dem niedrigsten sozioökonomischen Status. Sie leben häufig in besonders warmen Ländern, die wenig Kapazitäten haben, um die Auswirkungen des Klimawandels abzufedern. Auch hier trifft es Kinder am stärksten: „Gerade die am meisten benachteiligten Kinder erleben die schlimmste Eskalation von Klimaextremen. Angesichts begrenzter Ressourcen und Anpassungsmöglichkeiten sind sie unverhältnismäßig hohen Risiken ausgesetzt“, sagt Grants Kollege Wim Thiery.





