Rund 70 Prozent aller Landpflanzen haben heimliche Helfer: Ihre Wurzeln sind mit symbiotischen Pilzen verbunden, die den Pflanzen wichtige Nährstoffe liefern. Dafür erhalten die Mykorrhiza-Pilze Zucker und andere organische Substanzen von der Pflanze, mit denen sie ihr Netzwerk aus Pilzfäden weiter ausbauen können. In jedem Teelöffel von Pflanzen bewachsenen Bodens finden sich im Schnitt 32 Meter dieses Mykorrhiza-Netzwerks.

Verborgene Helfer
In Wäldern trägt dieses „Wood Wide Web“ entscheidend zur Versorgung der Bäume bei, aber auch Pflanzen in anderen Ökosystemen profitieren: „Diese Netzwerke aus Pilzhyphen vergrößern das Einzugsgebiet der Pflanzenwurzeln um das Hundertfache“, erklären Justin Stewart von der Freien Universität Amsterdam und seine Kollegen. „Die arbuskulären Mykorrhiza-Pilze liefern bis zu 80 Prozent des von der Pflanze benötigten Phosphors und rund 20 Prozent des Stickstoffs.“
Gleichzeitig sind die Wurzelpilze auch wichtige Akteure im Klimasystem, ihre unterirdischen Netzwerke binden Schätzungen zufolge weltweit rund eine Milliarde Tonnen Kohlenstoff. „Man kann die Bedeutung dieser Pilze kaum überschätzen“, betont Stewart. Doch bisher war unklar, wie dicht und ausgedehnt diese Mykorrhiza-Netzwerke weltweit sind und welche Pflanzengemeinschaften besonders dichte Pilznetzwerke fördern.
Um dies zu klären, werteten die Forschenden mehr als 16.000 Bohrkernproben aus 100 verschiedenen Ökoregionen und neun verschiedenen Biomen weltweit aus. Mit diesen Daten entwickelten sie ein Modell, das die Mykorrhiza-Dichte abhängig von Pflanzenart, Klima, Bodenchemie und weiteren Faktoren ermitteln kann. Dieses nutzten sie, um von den Probendaten auf die globale Verteilung von Wurzelpilzen und ihren Netzwerken zu schließen.






