14,5 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen stammen aus der Viehzucht. Der größte Anteil entfällt dabei auf Methan (CH4), das Rinder bei ihrer Verdauung produzieren und ausrülpsen. Dafür verantwortlich sind Mikroorganismen im Pansen der Wiederkäuer, die Kohlendioxid und Wasserstoff zu Methan umwandeln. Je mehr Gras die Kühe fressen, desto mehr Methan entsteht. Obwohl es aus Sicht des Klimaschutzes sinnvoll wäre, weniger Rindfleisch und Milchprodukte zu konsumieren, damit weniger Kühe gehalten werden müssen, steigt die weltweite Nachfrage nach tierischen Produkten.
Klimafreundlichere Weidehaltung?
„Der Schwerpunkt liegt deshalb zunehmend auf Ansätzen, die darauf zielen, die CH4-Emissionen aus der Viehhaltung zu verringern“, erklärt ein Team um Paulo Meo-Filho von der University of California in Davis. Einer dieser Ansätze besteht darin, den Rindern Algen oder daraus gewonnene Extrakte mit dem Futter zu verabreichen. Denn die Rotalge Asparagopsis taxiformis enthält die Verbindung Bromoform, die die bakterielle Methanproduktion im Verdauungstrakt der Rinder hemmt.
Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass Milchkühe, die einen Futterzusatz aus Algen erhalten haben, nur etwa halb so viel Methan ausstoßen wie bei der üblichen Fütterung. Bei im Stall gehaltenen Mastrindern sanken die Methanemissionen bei einer solchen Algenfütterung sogar um etwa 80 Prozent. „Mastrinder verbringen jedoch üblicherweise nur etwa die letzten drei Monate vor der Schlachtung in Mastställen und sind die meiste Zeit ihres Lebens auf der Weide“, sagt Meo-Filhos Kollege Ermias Kebreab. „Um die Viehzucht klimafreundlicher zu gestalten und gleichzeitig die weltweite Nachfrage an Fleisch zu decken, müssen wir den Algenzusatz oder andere Futterzusätze für Weidevieh zugänglicher machen.“
Algenfutter reduziert Methanausstoß
Für die aktuelle Studie führten Meo-Filho und sein Team deshalb ein Freilandexperiment durch. Dazu teilten sie 24 Kühe von einer Farm in Montana zufällig in zwei Gruppen auf: Die eine Gruppe erhielt Algenpellets als Futterzusatz, die andere zum Vergleich Futterpellets ohne Algen. Da die Rinder während der Studienzeit auf der Weide waren und sich vorwiegend von Gras ernährten, bauten die Forschenden am Rand der Weide sogenannte GreenFeed-Automaten auf, die die Rinder elektronisch anhand ihrer Ohrmarkierung identifizierten und ihnen jeweils die passenden Futterpellets in der von den Forschenden festgelegten Menge ausgaben.
Die Rinder konnten nach eigenem Belieben die Automaten aufsuchen und dort fressen. Während sie ihren Kopf in die Futteröffnung steckten, maß das GreenFeed-System zudem die Zusammensetzung der Gase, die die Rinder ausatmeten und ausrülpsten. Auf diese Weise konnten die Wissenschaftler den Methanausstoß der Rinder beider Gruppen vergleichen. Und tatsächlich: Die Rinder, die regelmäßig zusätzlich zum Gras eine kleine Menge Algenpellets fraßen, stießen durchschnittlich 37,7 Prozent weniger Methan aus. Auch die Menge der CO2-Emissionen in der Atemluft der Kühe verringerte sich leicht, während sich der Wasserstoffanteil erhöhte, wie das Team berichtet.





