DNA-Tests belegen: Waliser, Iren und Basken haben gemeinsame Vorfahren - wissenschaft.de
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Geschichte+Archäologie

DNA-Tests belegen: Waliser, Iren und Basken haben gemeinsame Vorfahren

DNA-Tests an Walisern, Iren und Basken belegen, dass sie eine Y-Chromosom-Gemeinschaft bilden. Alle zusammen können ihre Abstammung auf eine paläolithische Gemeinschaft von Jägern und Sammlern zurückführen, die vor der Ankunft der Ackerbauern vor 10.000 Jahren in Europa lebten. Dies ist das Ergebnis einer Gemeinschaftsstudie vom University College London und der University of California, die in der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde.

Um die Geschichte der frühen Menschen zu verstehen, untersuchten Wissenschaftler unter Leitung von David Goldstein, Genetik-Professor des University College London, die DNA heute lebender Menschen. Sie suchten bei 88 Männern aus Nordwales, 146 Männern aus Irland mit irisch oder gälischen Nachnamen und 50 männlichen Basken nach genetischen Ähnlichkeiten. Dabei konzentrierten sie sich auf das Y-Chromosom, das väterlicherseits vererbt wird und stießen auf erstaunliche Ähnlichkeiten zwischen den drei Gruppen. Sie hatten alle zahlreiche DNA-Muster gemeinsam, wie sie bei keiner anderen europäischen Bevölkerung zu finden sind.

Goldstein zieht daraus den Schluss, dass die Männer aus der keltischen und baskischen Region eine gemeinsame Abstammung haben, die in die Zeit der Jäger und Sammler vor über 10.000 Jahren zurückreicht.

Anders verhält es sich jedoch mit der DNA keltischer Frauen. Diese unterscheidet sich von der DNA der baskischen Frauen und weist mehr Ähnlichkeit zu Frauen auf dem europäischen Festland auf. „Es sieht so aus, als hätten Frauen vom Kontinent die britischen Frauen völlig verdrängt“, so Goldstein. Colin Renfrew, Archäologieprofessor an der Cambridge University, meint, die Funde enthüllten deutlich die Unterschiede in der Wanderbewegung zwischen Männern und Frauen. „Die Männer blieben eben eher zu Hause, wohingegen die Frauen wegziehen mussten, sobald sie verheiratet wurden. Ein weltweites Phänomen.“

Eine Ausnahme dieser Regel fanden die Wissenschaftler auf den Orkney-Inseln. Die DNA-Analyse der Männer dort hat gezeigt, dass sie näher mit den heutigen Norwegern als mit Briten verwandt sind. Ein Umstand, den die Wissenschaftler der Invasion der Wikinger zuschreiben, die im 9. Jahrhundert begann.

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Birgit Kahler
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