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Geschichte|Archäologie Gesellschaft|Psychologie

Orange Tassen für heiße Schokolade!

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Credit: SINC
Ein Schluck heiße Schokolade und schon entfaltet sich das feine Kakaoaroma im Mund, untermalt von angenehmer Süße. Manche Menschen genießen mit geschlossenen Augen – doch möglicherweise könnte ihnen dabei etwas entgehen, gesetzt den Fall sie trinken aus einer orangefarbenen Tasse. Denn wer die vor Augen hat, dem schmeckt heiße Schokolade am besten, berichten Forscher aus Spanien und Großbritannien.

Betina Piqueras-Fiszman von der Polytechnischen Universität im spanischen Valencia und ihre Kollegen servierten für ihre Studie 57 Testpersonen heiße Schokolade in vier verschiedenfarbigen Tassen: weiß, cremefarben, rot und orange. In allen Gefäßen befand sich das gleiche Getränk. Das wussten die Probanden allerdings nicht. Sie sollten beurteilen, welche Tasse die leckerste heiße Schokolade enthielt.

Die Tassenfarbe macht’s

Obwohl den Testteilnehmern stets der gleiche Geschmacksträger auf der Zunge zerging, befanden sie, dass die Schokolade je nach Tasse unterschiedlich gut schmeckte. Die Vorlieben verteilten sich dabei aber nicht etwa zufällig auf die Tassenfarben, sondern es gab einen klaren Favoriten: Es siegte die orangefarbene Tasse, gefolgt von der cremefarbenen. Die Schokolade aus der weißen und der roten Tasse kam dagegen nicht so gut an.

Das Ergebnis reiht sich in frühere Studien ein, die bereits gezeigt haben, dass Geschmacksempfinden durch Farben stark beeinflussbar ist, berichten die Forscher. Beispielsweise werden würzige Gerichte als schärfer wahrgenommen, wenn sie rot sind, oder Getränke als erfrischender, wenn sie aus einer blauen statt einer roten Flasche sprudeln. Den Forschern zufolge ist stets der Kontext entscheidend: Die Farbe eines Behältnisses kann durch bestimmte Assoziationen die wahrgenommenen Eigenschaften einer Speise oder eines Getränkes verändern. Für Hersteller von Lebensmitteln oder die Werbebranche kann Forschung – wie die aktuelle Tassen-Studie – somit wichtige Informationen liefern, meinen Betina Piqueras-Fiszman und ihre Kollegen.

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Betina Piqueras-Fiszman (Polytechnischen Universität, Valencia) et al.: Journal of Sensory Studies, doi: doi/10.1111/j.1745-459X.2012.00397.x © wissenschaft.de – Martin Vieweg
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