“Mach mit und probier’s aus!” Seit 2009 bietet die Wissens- und Erlebniswelt am Neckar ihren Besuchern die Möglichkeit, Wissenschaft zu erleben und buchstäblich zu begreifen. An vielen interaktiven Exponaten können Klein und Groß Knöpfe drücken, Kurbeln drehen, sich auf etwas draufsetzen… und dabei spielerisch lernen. Über dieses für Science Center typische Angebot ging das Konzept der experimenta allerdings von Anfang an hinaus: Spezielle Laborräume und ein Expertenteam ermöglichen Gruppen aller Altersstufen das Experimentieren unter Anleitung.
Im Gegensatz zu vergleichbaren Angeboten etwa bei Unternehmen oder Universitäten präsentiert sich die experimenta dabei ausgesprochen bunt – sie bietet Kurse aus dem ganzen Spektrum der Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik an – der sogenannten MINT-Fächer. Konkret entstehen im Rahmen der Kurs-Projekte etwa genetische Fingerabdrücke, Nano-Partikel, Solarmobile oder Computerprogramme.
Ein Erfolgskonzept wird ausgebaut
„Das Konzept ist ein großer Erfolg“, sagt Thomas Wendt. „Wir hatten in den Schülerlaboren bisher meist volle Auslastung“, berichtet der zuständige Bereichsleiter bei der experimenta. Seit 2009 strömten demnach jährlich etwa 19.000 Besucher in die drei Schülerlabore. Der aktuelle Ausbau umfasst deshalb nun auch diese Sparte der experimenta. Wenn das Science Center im März 2019 erneut seine Tore öffnet, wird neben der Ausstellungswelt auch die Laborwelt in neuem Glanz erstrahlen. Von zuvor 500 Quadratmetern wird sie momentan auf 2000 Quadratmeter erweitert. Acht Labore mit modernster Ausstattung sowie eine Experimentierküche mit Lebensmitteldrucker werden dann über 50 unterschiedliche Kursangebote ermöglichen. „Besonders im Bereich Informatik werden wir mehr als bisher bieten“, kündigt Wendt an. So sollen etwa Roboter programmiert werden und im Rahmen der Geoinformatik steht das Auswerten von Satellitenbildern auf dem Programm.
„Hauptsächlich richtet sich das Angebot der Laborwelt an Schulklassen, die uns im Rahmen einer außerunterrichtlichen Veranstaltung besuchen“, sagt Wendt. Wie er erklärt, nutzen Lehrkräfte die Möglichkeit gern, weil die Kurse und Themen gezielt auf die Lehrpläne ausgerichtet sind und der ungewöhnliche Schulausflug das Interesse der Schüler weckt. „In diesem Zusammenhang vermitteln wir den Schülern zusätzlich praktische Erfahrungen, die man in der Schule in der Regel nicht bieten kann. Dort fehlt es oft an der technischen Ausstattung für anspruchsvolle Experimente und auch Sicherheitsaspekte sind schwer zu gewährleisten. „Außerdem haben wir festangestelltes Personal, das die Leitung der Kurse übernimmt und auch für den Auf- und Abbau der Geräte und Materialien sorgt“, erklärt Wendt. Wie der Naturwissenschaftler und Pädagoge hervorhebt, waren bisher die Grundschulen und Kindergärten besonders stark an Kursen interessiert. Dieser Nachfrage wird nun gezielt Rechnung getragen: Bislang war nur ein Bereich auf die kleinen Besucher ausgerichtet, nun wird auf drei Labore aufgestockt und auch das Kursangebot entsprechend erweitert.





