Der Einfluss von Gedanken und Gefühlen auf die Gesundheit - wissenschaft.de
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Gesellschaft+Psychologie

Der Einfluss von Gedanken und Gefühlen auf die Gesundheit

Deprimierter Mann auf Sitzbank am Strand
Nicht immer sind wir Herr über unsere Gedanken und Gefühle. Dennoch ist jeder Mensch damit ein Stück weit für seine eigene Gesundheit verantwortlich, bzw. beeinflusst er diese – das sagt auch die Wissenschaft. (Foto: fotolia.de, hikrcn )
Nicht nur das soziale Umfeld gehört zu den Dingen, die oft vergessen werden, wenn es um die Ursachenforschung bestimmter Krankheiten oder Symptome geht. Auch bestimmte psychische Zustände wirken sich auf den Körper aus. Und bestimmte Zustände des Körpers wiederum sind in der Lage, die psychische Befindlichkeit zu verändern. Viele Naturheilkundler sind der Meinung, dass die Gedanken und Gefühle sowie das allgemeine Wohlbefinden und die Zufriedenheit einen wesentlichen Teil zur Gesundheit beitragen – wenn nicht sogar den wichtigsten Teil. Selbst die Wissenschaft weiß inzwischen, dass Körper und Geist keinesfalls zu trennen sind und die Gedanken und Gefühle eng mit der (körperlichen) Gesundheit verknüpft sind.

Was genau es mit dem Placeboeffekt auf sich hat

Die meisten Menschen können aus dem Stegreif Situationen nennen, wo sich ihre persönliche Einstellung auf ihr Schmerzempfinden oder ihren körperlichen Zustand ausgewirkt hat. Nur denken die wenigsten daran, dass die Psyche eben ständig und in ernstzunehmendem Maße die Gesundheit beeinflussen kann – und das sowohl im positiven, als auch negativen Sinne. Gedanken und Gefühle können der Gesundheit also zuträglich sein, sie können ihr aber auch schaden.

Am einfachsten lässt sich die positive Wirkung von Gedanken auf den Körper mit Hilfe des Placeboeffektes illustrieren und darstellen. Dieser Effekt kann nur deshalb entstehen, weil wir als Menschen bestimmte Erwartungshaltungen Dingen gegenüber einnehmen.

Man kann etwa erwarten, durch die Einnahme einer Arznei gesund zu werden oder sich auch zu schaden. Dass alleine der Glaube an die Wirksamkeit eines Medikaments zur Heilung beitragen kann, ist der Wissenschaft und der Medizin schon lange bekannt. Wer bestimmten Wirkstoffen gegenüber skeptisch ist und denkt, dass er dadurch vielleicht sogar eher krank bleibt oder sich anderen Schaden zufügt, hat deutlich schlechtere Heilungschancen. Übrigens wirkt der Placeboeffekt eben nicht nur bei geprüften Medikamenten – er kann durchaus auch bei Ritualen durch Schamanen, anderen Geisterheilungen, Tanz- und Klangtherapien und esoterischen Heilungsmethoden wirksam sein.

Auch in der westlichen Medizin, wie wir sie kennen, tragen Faktoren, wie Handlungen, Gesten, soziale Interaktionen und das gesprochene Wort immens zur Genesung eines Patienten bei. Und das in sowohl bewusster als auch unbewusster Form. So können auch mittels suggestiver Verfahren wie autogenem Training oder Hypnose erstaunliche Effekte beispielsweise in der Schmerztherapie, aber auch in zahlreichen anderen gesundheitlichen Bereichen erzielt werden.

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Die moderne Neurowissenschaft erklärt diesen in der Schulmedizin schon seit Längerem altbekannten Placeboeffekte zudem immer genauer: Mit Hilfe von Kernspintomographiebildern kann gezeigt werden, dass sich die Hirnaktivität mit den Placebowirkungen tatsächlich verändert, und zwar in ähnlicher Weise wie bei der Einwirkung eines „echten“ Medikaments. Drei Hirnregionen sind besonders aktiv:

  • das rostrale anteriore Cingulum
  • die Amygdalae und
  • das periaquäductale Grau

Christian Büchel, einer der Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg, die mit Unterstützung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 19 Studenten zum Placeboeffekt untersuchten, erklärt dazu:

„Von diesen drei Hirnarealen wissen wir, dass sie an der Schmerzverarbeitung beteiligt sind, unter anderem an der körpereigenen Schmerzhemmung durch Endorphine – morphiumartige Substanzen, die der Körper selbst produziert. Auch morphiumhaltige Medikamente entfalten ihre schmerzlindernde Wirkung zu einem großen Teil über diese Hirnregionen. Wir vermuten deshalb, dass Placebo-Schmerzmittel eine Endorphin-Ausschüttung auslösen. Die Endorphine hemmen dann in den drei von uns identifizierten Hirnregionen die Schmerzwahrnehmung.“

Das Schmerzerleben (unter anderem) wird folglich alleine kraft der Gedanken objektiv verändert.

Wie Gedanken und die Psyche die Gesundheit manipulieren

Am Beispiel von Depressionen

Beim Placeboeffekt (oder im folgenden Beispiel beim umgekehrten Nocebo-Effekt, der quasi das Gegenteil des Placeboeffektes darstellt und sich somit von selbst erklärt) scheinen die Auswirkungen der Gedanken und Gefühle manchmal eher passiv vonstatten zu gehen: Ein Patient glaubt – vielleicht nicht einmal bewusst, sondern nur tief im Inneren – eigentlich nicht an Aspirin und schluckt die Tablette nur, weil man das eben so macht oder der Arzt es empfohlen hat. Die Pille wirkt nicht und der Patient verurteilt die Medizin – die vielleicht besser gewirkt hätte, wenn er fest an deren Wirkung geglaubt hätte.

Nun gibt es aber auch Fälle, in denen die Gedanken und die psychische Einstellung im Allgemeinen die Gesundheit viel direkter und eindeutiger beeinflussen, ja, in denen sie den Körper regelrecht manipulieren. Und das auch wieder im positiven, wie negativen Sinne.

Das beste Beispiel hierfür wiederum sind wohl Depressionen. Wer an einer ernsten Depression leidet, ist selbst schon wieder von einer gelisteten und ernstzunehmenden Krankheit betroffen. Außerdem entstehen aus Depressionen heraus wiederum häufig andere Krankheiten. Depressive Menschen erleiden beispielsweise auch deutlich häufiger einen Schlaganfall, als gesunde Menschen. Deshalb kann nicht gesagt werden, dass Depressionen psychische Zustände sind, aus denen sich Betroffene einfach selbst befreien können.

Allerdings muss es nicht immer zu einer Depression kommen, wenn die Gefahr dafür besteht. Und hier haben Gefährdete durchaus die Möglichkeit, gezielt etwas dagegen zu unternehmen, dass es nicht zu einer Depression kommt.

Die Psyche gegen Depressionen wappnen

So können zwar genetische und körperliche Einflüsse eine Depression begünstigen, diese treten aber vor allem auch mit psychischen und psychosozialen Auslösern in Wechselwirkung. Dann kommt es zu einer gegenseitigen Verstärkung und das Zusammenspiel führt mitunter zur Depression.

Deshalb sollte die Prävention depressiver Erkrankungen nicht nur von der Wissenschaft noch stärker in den Fokus gerückt werden, sondern auch jeden Einzelnen beschäftigen, der zu regelmäßigen, auffälligen Verstimmungen neigt. Etwa ein Drittel aller depressiven Patienten, so hört und liest man immer wieder, litten vor ihrer Erkrankung unter akuten oder auch anhaltend belastenden Lebensumständen. Das können einschneidende Lebensereignisse, wie etwa der Verlust eines geliebten Menschen, die Berentung (insbesondere die erzwungene) oder die Geburt eines Kindes sein, es kann sich aber auch einfach um selbstauferlegte Handlungen, oder Einschränkungen im Alltag handeln.

Gemeint sind damit ganz verschiedene Dinge, für die jeder zumindest teilweise selbst verantwortlich ist und gegen die etwas getan werden kann:

  • Negative Gedanken(schleifen)
  • Permanente Wut oder gar Hassgefühle, die sich gegen andere oder sich selbst richten
  • Anhaltende Faulheit und/oder Motivationslosigkeit
  • Chronischer Stress mit diversen Ursachen, denen nicht nachgegangen wird
  • Keine körperliche Betätigung
  • uvm.

Auch wenn Symptome, die auf eine Depression schließen lassen, wie etwa Schlaf- und Appetitstörungen, Verlust des sexuellen Verlangens und eine Verstärkung von Angstreaktionen sowie zunehmende soziale Isolation sich bemerkbar machen, können Betroffene noch reagieren. Zunächst ist es dafür sinnvoll, sich selbst kein persönliches Versagen zuzuschreiben.

Wer merkt, in eine Depression abzugleiten gibt sich selbst dafür oft die volle Schuld und denkt, dass es nun schon zu spät sei. Stattdessen gilt es aktiv zu werden, regelmäßig Sport zu treiben, sich mit Freunden zu treffen, in autosuggestiver Weise zu sagen, dass es nur eine Phase ist und bald alles besser wird. Indem so Körper und Geist bewusst manipuliert werden, obwohl sie vielleicht etwas Anderes „schreien“, lässt sich eine ernsthafte Depression oft noch abwenden.

Auch der Schritt, zu sagen, „Ich rede mit jemandem über die Sache und werde dann gesund“, ist oft heilsam. Und das heißt nicht etwa, dass sich gleich professionelle Hilfe gesucht werden muss. Die Familie oder vor allem auch Partner, zu denen man offen sein und denen man vertrauen kann, können oft schon helfende Ansprechpartner sein.

Übrigens kann es selbst für diejenigen, die schon in einer Depression stecken, helfen, sich einen Partner zu suchen. Zahlreiche Ratschläge, wie das am besten gelingt, können dabei unterstützen, jemanden zu finden, der einem wieder Nähe schenkt. Der einem zuhört und darin bekräftigt, die eigenen Gedanken und Gefühle, wieder positiver werden zu lassen und gegen die Krankheit zu mobilisieren.

Wie uns verdrängte Gefühle krankmachen können

Bereits Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, behauptete, dass es Menschen auf Dauer krank mache, wenn sie Gefühle verdrängten und Gedanken unterdrückten. In der Alltagpsychologie gehörte diese Theorie seit vielen Jahren zum alten Eisen, wissenschaftlich bewiesen war sie allerdings lange nicht.

Erst vor wenigen Jahren ist man daran gegangen, systematisch eine neuere Version von Freuds Theorie zu überprüfen. In der Fachzeitschrift „Health Psychology“ wurde im Jahr 2012 die erste Meta-Analyse veröffentlicht. Kristin Mitte und Marcus Mund untersuchten dabei quantitativ den Zusammenhang von emotionaler Verdrängung und körperlichen Erkrankungen. Sämtliche weltweit verfügbaren Einzelergebnisse, die das Auftreten von Krankheiten wie Krebs, Herz-, Kreislauferkrankungen, Asthma und Diabetes im Zusammenhang mit Verdrängungstendenzen untersucht haben, wurden dazu gesammelt und genauer betrachtet.

Heraus kam, dass es tatsächlich Verbindungen zwischen gewissen Krankheiten und der Verdrängung von Gefühlen gibt. Unangenehme Gefühle zu unterdrücken sei ein allgemeiner Abwehrmechanismus, der relativ normal sei und den jeder Mensch von Zeit zu Zeit nutze, so Marcus Mund. Allerdings gäbe es auch Menschen, bei denen das Prinzip der Abwehr deutlich stärker ausgeprägt sei, als bei anderen. In der Fachsprache der Psychologie nennt man das „Repression“.

Daher wurden in der Studie vor allem auch Daten von Menschen untersucht, bei denen die Repression eindeutig zu verzeichnen ist. Die sogenannten Represser behaupten in der Regel, keine Angst zu verspüren, gleichzeitig verhalten sie sich aber extrem defensiv. Sie gehen ungerne Risiken ein und versuchen kritische Situationen und sich selbst immer gut unter Kontrolle zu halten.

Sobald Represser allerdings vermehrt und stärker psychischem Druck ausgesetzt werden, treten eindeutige körperliche Angstreaktionen an die Oberfläche: Die Betroffenen beginnen zu schwitzen oder ihr Puls beschleunigt sich beispielsweise. Und genau hier zeigt sich schon: Wer Gefühle unterdrückt, beeinflusst damit auch sein körperliches Wohlergehen.

Der Studie zufolge besteht außerdem ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Repression und einem erhöhten Blutdruck. Chronischer Bluthochdruck wiederum kann mitunter schwerwiegende Folgeerkrankungen wie koronare Herzerkrankungen, Nieren- oder Augenschäden verursachen.

Zwar gibt es anscheinend keinen Zusammenhang zwischen der Unterdrückung von Emotionen und dem Risiko etwa an Krankheiten wie Krebs zu erkranken, dennoch können auftretende Krankheiten bei Repressern auch schwerer verlaufen als bei Nicht-Repressern. Das müssen sie aber eigentlich nicht, denn Represser haben ein hohes Kontrollbedürfnis. Das bedeutet, sie sind eigentlich diszipliniert und motiviert und können diese Energie nutzen, ihren Lebensstil an die Krankheit anzupassen, was sich günstig auf den Therapieerfolg auswirken kann.

Stress und Krankheiten

Einen eigenen Abstecher ist der bereits an anderer Stelle genannte Stress wert. Denn Stress, den jeder Mensch in irgendeiner Situation und Form – der eine mehr, der andere weniger – hin und wieder mal empfindet, macht zwar per se nicht krank, er kann aber, wenn er lange anhält, zum Krankwerden beitragen.

Psychischer Stress tritt vor allem dann auf, wenn man das Gefühl hat, den Anforderungen und den Erwartungen der Umgebung nicht mehr gerecht zu werden. Wie hier schon deutlich wird, ist es oft nur ein „Gefühl“ – eine andere Person etwa, der man versucht gerecht zu werden, sieht das vielleicht gar nicht so, wie man selbst. Bei chronischem Stress ist die Situation extrem, da Betroffene emotional und psychisch regelmäßig oder dauerhaft auf eine bestimmte Weise reagieren, was sogar zu Verhaltensänderungen führen kann. Diese wiederum können dann starke Auswirkungen auf die Krankheitsanfälligkeit haben.

Zusätzlich wird zum Umgang mit dem chronischen Stress häufig noch ein Ausgleich gesucht: Eher selten ist dies ein positiver Ausgleich, wie Sport. Häufiger fangen extrem gestresste Menschen an zu rauchen, zu trinken, weniger zu schlafen, sich ungesunder zu ernähren oder sich eben sogar weniger zu bewegen.

Zwar leidet nicht jeder unter Stress, dennoch ist längst erwiesen, dass Stress bei vielen Menschen gar die Entstehung diverser Krankheiten begünstigen kann – darunter auch Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Stress sollte daher, so gut es geht, individuell vorgebeugt werden.

Stress richtig entgegenwirken und vorbeugen

  • Da sich die eigenen Gedanken und Gefühle auf das Stresslevel auswirken, gilt es, mit diesen „richtig“ umgehen zu lernen. Negative Gefühle bedürfen einer Auseinandersetzung und Geduld, um sie zu verarbeiten. Verdrängung schürt dagegen unbewusst mehr Stress.
  • Andere Menschen können dabei helfen, Situationen zu erleichtern. Sich anderswo Hilfe zu holen ist kein Zeichen von Schwäche.
  • Positives und lösungsorientiertes Denken führen zu schnellerer Aufgabenbewältigung und Erfolgserlebnissen, die sich positiv auf die Stressreduktion auswirken.
  • Wer spürt, dass er nicht mehr in der Lage ist, eine Sache zu bewältigen, sollte das mit den Beteiligten kommunizieren. Die eigenen Gedanken können einen sonst ungeteilt weiter krankmachen, weil sich keine Lösung ergibt.
  • Mittels diverser Entspannungsverfahren kann erlernt werden, Dinge nicht so ernst zu nehmen, positiver zu denken, sich nicht unter Druck zu setzen oder setzen zu lassen und eben zu entspannen. Meditation, Muskelentspannungstechniken und ähnlichen Dingen sollte also definitiv eine Chance gegeben werden.

Emotionen als Schlüssel zur Gesundheit?

Der Unterschied zwischen Gefühlen und Emotionen ist in keiner Wissenschaft so wirklich klar definiert und gerade in der Philosophie sind psychische Regungen und Empfindungen sowie deren körperliche Folgen ein stets heiß diskutiertes Thema. Grundsätzlich aber werden Gefühle oft als weniger stark klassifiziert, als spontane Regungen (Gefühlsregungen), kurzzeitige Reaktionen usw., während Emotionen eine tiefere psychische Bedeutung zugesprochen wird.

Man geht heute davon aus, dass bestimmte, mitunter traumatische oder zumindest als negativ empfundene Erlebnisse aus der Vergangenheit, also sozusagen Altlasten, die nicht verarbeitet wurden und tief um Unbewussten stecken, für Schmerzen und Krankheiten verantwortlich sein können. Sie bilden sozusagen negative Emotionsmoleküle, die im Körper stecken und dort Schaden anrichten können. Um dies zu verhindern, gilt es, sich mit verdrängten Emotionen auseinanderzusetzen und diese nach und nach zu verarbeiten.

Wichtig ist dafür, dass Menschen wieder lernen, sich allgemein mehr auf sich selbst zu besinnen und sich mit den eigenen Gedanken und Gefühlen sowie Emotionen intensiver auseinanderzusetzen. Vorschnelle Reaktionen, etwa der Abwehr auf eigene Wutausbrüche, Panik oder gar Anzeichen von Burnout oder Schuldzuweisungen anderen oder sich selbst gegenüber, sind abzulegen. Stattdessen ist die Suche nach Ursachen tief in sich selbst wichtig. Methoden, um diese Suche zu erleichtern, wie Hypnosetechniken, können dabei durchaus hilfreich sein (wissenschaftliche Studien belegen heute die Wirksamkeit der Hypnose, bzw. der Hypnotherapie).

Die Rückbesinnung auf die eigenen tiefen Emotionen und der Kontakt zu Ursachen also, die im Bewusstsein kaum noch auftauchen, können mitunter vor schweren Krankheiten bewahren oder die Vermeidung dieser begünstigen.

Von Optimismus und Pessimismus

Abschließend noch ein kleiner vermeintlicher Widerspruch: Während bisher immer die Rede davon war, dass Verdrängung im Großen und Ganzen und auf Dauer psychisch und körperlich krank machen können und es gilt, sich seinen Gedanken und Gefühlen zu stellen, so gibt es doch auch eine große Ausnahme. Hierbei bewegen wir uns wieder auf philosophischen Gefilden: Der Optimist nämlich, der das Leben grundsätzlich positiv sieht, verdrängt erfolgreich, dass alle, die er liebt irgendwann sterben werden und dass es auch ihn selbst trifft. Er verdrängt außerdem vielleicht, dass der Klimawandel den Planeten zerstört und dass für die vielen Menschen irgendwann kein Platz mehr auf der Erde ist.

Trotz dieser Verdrängungen geht es ihm gut. Er führt, im Vergleich zum realistisch denkenden, weniger verdrängenden Pessimisten, das schönere Leben – auch, wenn der Pessimist wohl näher an „der Wahrheit“ dran ist. Doch was heißt in diesem Fall schon Wahrheit? Ist es wichtiger, sich gut zu fühlen und dafür manchmal über Grausamkeiten hinwegzusehen oder ist ein klarer Blick auf die Dinge und das Risiko, an dieser Einsicht zu erkranken ein ehrlicherer, sinnvollerer Weg? Die Wahrheit scheint irgendwo dazwischenzuliegen. Was einmal wieder bedeutet, dass es das richtige Maß ist, was uns bei Gesundheit hält.

28.02.2019

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