Flotte Sprachen - schnell viel gesagt?
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Flotte Sprachen - schnell viel gesagt?

Rasantes Spanisch oder eher gemächliches Deutsch – Sprachen unterscheiden sich bekanntlich in der Geschwindigkeit der formulierten Silben. Flotte Sprachen übertragen somit auch mehr Informationen pro Zeiteinheit, könnte man meinen. Doch inwieweit trifft das zu? Gar nicht, berichten nun Forscher. Die Erklärung: Bei den langsamen Sprachen übermitteln die Silben mehr Informationen als bei den schnellen. Letztlich liegt die Datenübertragungsrate dadurch bei allen Sprachen im Durchschnitt bei etwa 39 Bits pro Sekunde, berichten die Forscher.

Manche geben bekanntlich besonders Gas: Wie die Forscher um Christophe Coupé von der Universität Lyon berichten, bilden die Japaner die Spitzenreiter bei der Zungenfertigkeit, dicht gefolgt von den Spaniern: Etwa acht Silben pro Sekunde geben sie im Durchschnitt von sich. Das andere Extrem repräsentieren wiederum die Thailänder und Vietnamesen – sie kommen nur auf etwa fünf Silben pro Sekunde. Und auch Deutsch und Englisch gehören eher zur gemächlichen Fraktion bei den Sprachen.

39 Bit pro Sekunde

Diese Einteilung geht aus Analysen der Aufnahmen von jeweils zehn Muttersprachlern aus 17 Sprachen hervor. Sie alle lasen im Rahmen der Untersuchungen 15 Texte mit dem jeweils gleichen Informationsgehalt vor. Dadurch konnten Coupé und seine Kollegen nicht nur die Geschwindigkeit der Silben-Artikulation erfassen, sondern auch, wie die Silben Informationen in den verschiedenen Sprachen vermitteln.

So stellten die Forscher schließlich fest: Hohe Sprachgeschwindigkeiten sind mit einer vergleichsweise niedrigen Informationsdichte verknüpft. Konkret bedeutet das etwa: Das ratternde Japanisch vermittelt pro Zeiteinheit nicht mehr Informationen als das gemächlich wirkende Vietnamesisch. Wie sie berichten, zeichnet sich in diesem Zusammenhang ein Mittelwert ab, der für die Informationsübertragung menschlicher Sprachen offenbar typisch ist. Sie nutzen dafür das Einheitensystem der Datenübertragung in der Informatik: Sprachen übermitteln demnach unabhängig von der Geschwindigkeit der Silben-Artikulation Information mit etwa 39 Bit pro Sekunde. Möglicherweise kommt das menschliche Gehirn mit dieser Übertragungsrate beim Erfassen von Sprachinformationen am besten zurecht, so die Forscher.

Quelle: CNRS, Fachartikel: Science Advances, doi :10.1126/sciadv.aaw2594

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