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Gesellschaft+Psychologie Nachgefragt

Hilft Musik tatsächlich beim Training?

Wirkt Musik beim Sport wie erlaubtes Doping? (Bild: vgajic/iStock)

Kopfhörer gehören für viele Menschen zum Training wie Sportschuhe und Wasserflasche – mit Musik läuft`s einfach besser, sind sie überzeugt. Doch inwieweit lässt sich dieser Effekt auch wissenschaftlich belegen? Zwei aktuelle Veröffentlichung bestätigen nun die persönlichen Erfahrungen vieler sportlicher Musikfans.

Mit der Frage, wie Musik die körperliche Leistung beeinflusst, haben sich bereits einige Studien beschäftigt – dabei standen allerdings teilweise spezielle Aspekte im Visier der Forscher. Um zu einem Gesamtbild zu kommen, haben die Wissenschaftler um Peter Terry von der University of Southern Queensland in Toowoomba deshalb nun dem Thema einen Review gewidmet: Sie haben die Ergebnisse von zahlreichen Studien ausgewertet, die sich in irgendeiner Weise mit den Effekten von Musik auf die körperliche Aktivität von Menschen beschäftigt haben. Im Fokus der Forscher standen dabei Informationen dazu, ob sich psychische aber auch physische Wirkungen zeigten. Ihnen zufolge bildete sich aus den gesammelten Studien eine Basis von insgesamt 3600 Probanden.

Wie Terry und seine Kollegen berichten, bestätigten ihre Auswertungen deutlich die positive Wirkung des Musikhörens: Es fördert tatsächlich die Bereitschaft von Menschen zum körperlichen Training und senkt die persönlich wahrgenommene Anstrengung. Dies ist offenbar wiederum mit deutlichen körperlichen Effekten verknüpft: Die Leistungsfähigkeit nimmt zu und auch der Sauerstoffverbrauch wird günstig beeinflusst, zeichnet sich in den gesammelten Studienergebnissen ab. „Musikhören kann sich bei vielen körperlichen Aktivitäten in vielschichtiger Weise günstig auswirken“, so lautet das Fazit der Überblickstudie.

Ein flotter Takt bringt’s

Eine aktuell erschienene Untersuchung liefert darüber hinaus genauere Informationen zu zwei speziellen Aspekten des Themas: Die Forscher um Luca Ardigò von der Universität von Verona sind der Frage nachgegangen, welche Rolle das Tempo der Musik spielt und bei welcher Art Training man besonders von der musikalischen Begleitung profitieren kann. Sie führten ihre Untersuchungen an Freiwilligen durch, die verschiedenen Gruppen zugeteilt waren: Einige betrieben Ausdauertraining – Gehen auf einem Laufband. Andere absolvierten hingegen an einer Beinpresse eher kraftintensivere Trainingseinheiten. Beide Gruppen waren dabei erneut unterteilt: Einige trainierten in Stille, andere hörten hingegen Popmusik, die sich in ihrer Geschwindigkeit unterschied.

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Die Forscher erfragten im Rahmen des Trainings, wie anstrengend die Probanden die Übungen empfanden und erfassten zudem die Herzfrequenz während des Trainings. Dieser Parameter kann Aufschluss darüber geben, wie günstig sich die Anstrengung auf die Fitness auswirkt. „Wir haben festgestellt, dass sich das Hören von Hochtempo-Musik während des Trainings sowohl auf die Herzfrequenz als auch auf das Empfinden von Anstrengung besonders günstig auswirkt“, resümiert Ardigò. Diese Effekte waren wiederum bei den Probanden, die das Ausdauertraining absolvierten, deutlicher ausgeprägter als bei den Studienteilnehmern, die intensiv trainierten, berichten die Wissenschaftler.

Wie sie ankündigen, wollen sie den musikalischen Effekten auf das Training nun noch detaillierter nachgehen: „In der aktuellen Studie haben wir die Auswirkungen des Musiktempos untersucht. In Zukunft möchten wir noch die Effekte von Musikstücken untersuchen, die sich etwa im Genre unterscheiden“, sagt Ardigò.auch wissenschaftlich bestätigen?

Quellen: Frontiers, Fachartikel: Psychological Bulletin, doi: 10.1037/bul0000216 und: Frontiers in Psychology, doi: 10.3389/fpsyg.2020.00074

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