Stabile Beziehungen zu anderen Menschen geben uns Sicherheit, helfen uns, besser mit Stress umzugehen und fördern sogar unsere körperliche Gesundheit. Gerade im Jugendalter gewinnt der soziale Austausch mit Gleichaltrigen an Bedeutung. In einer Zeit, in der sich Teenager von ihren Eltern abgrenzen und zugleich mit den körperlichen und psychischen Herausforderungen der Pubertät konfrontiert sind, können ihnen Freundschaften wichtigen Halt geben.
Soziale Beziehungen von Teeangern im Blick
Ein Team um Emily Shah von der University of Arkansas hat nun in einer Langzeitstudie untersucht, wie sich die sozialen Beziehungen im Teenager-Alter auf das Wohlbefinden im Erwachsenenalter auswirken. Dazu nutzten sie Auskünfte von 184 jungen Menschen aus den USA, die seit 1999 – damals im Alter von 13 bis 14 Jahren – regelmäßig zu verschiedenen Facetten ihres Lebens befragt wurden. Die Fragen behandelten unter anderem enge Freundschaften sowie das Gefühl, von Gleichaltrigen akzeptiert zu werden. Um auch die Außenwahrnehmung zu erfassen, wurden zudem Freunde und Klassenkameraden nach ihrer Sympathie für die befragten Personen befragt.
Bei der letzten Befragung, die im Alter von 28 bis 30 Jahren stattfand, untersuchten Shah und ihr Team dann das psychische und körperliche Wohlbefinden ihrer Teilnehmenden. Dazu erfassten sie Faktoren wie soziale Ängste, Depressionen, Aggressionen, soziale Integration, romantische Unsicherheit, Arbeitszufriedenheit und körperliche Gesundheit.
Auf den Zeitpunkt kommt es an
Das Ergebnis: „Ob sich ein Teenager von Gleichaltrigen sozial akzeptiert fühlt, ist in der frühen Jugend besonders einflussreich für die Vorhersage des Wohlbefindens im Erwachsenenalter“, berichtet Shah. Jugendliche, die im Alter von 13 bis 14 Jahren angegeben hatten, sich sozial akzeptiert zu fühlen, berichteten als junge Erwachsene über ein geringeres Maß an sozialer Angst und Aggression, eine bessere körperliche Gesundheit, berufliche und romantische Zufriedenheit und ein stärkeres Gefühl sozialer Verbundenheit. Inwieweit Klassenkameraden die jeweiligen Personen damals tatsächlich sympathisch fanden, spielte dagegen keine Rolle.
Betrachteten die Forschenden dagegen gesondert die Befragungsergebnisse aus der Zeit, als ihre Testpersonen ältere Teenager waren, also 17 bis 18 Jahre alt, zeigte sich ein leicht anderes Bild: „In der späten Adoleszenz ist die Qualität der engeren Freundschaften einflussreicher für die Vorhersage des Wohlbefindens im Erwachsenenalter“, so Shah. Wer in dieser Phase von engen, stabilen Freundschaften berichtete, war im Erwachsenenalter sozial sicherer und fühlte sich zufriedener. Das allgemeine Gefühl sozialer Akzeptanz war dagegen weniger wichtig als bei jüngeren Teenagern.





