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Gesellschaft|Psychologie

Welchen Nutzen könnten luzide Träume haben?

Truamszene, Junge mit Giraffe
(Bild: pixabay.com, 4144132)
Jeder träumt, und zwar in jeder Nacht, doch nur wenige erinnern sich an ihre Träume. Der kleinste Teil der Menschen träumt klar, das heißt, er ist sich bewusst, dass er nicht wach ist, wenn er einen Traum erlebt, und kann diesen vielleicht sogar steuern. Während sich die Wissenschaft noch nicht einmal ganz einig ist, was während des Träumens eigentlich mit dem Bewusstsein des Menschen passiert und sich dem Thema über die psychoanalytische Traumdeutung, über die Neurophysiologie und die psychologische Traumforschung nähert, arbeiten andere schon daran, Träume bewusst steuern zu können und daraus einen Nutzen zu ziehen.

Träume sind wichtig für den Menschen

Wer sich morgens an seine Träume erinnert, der möchte wissen, ob sie eine geheime Botschaft haben und beschäftigt sich dann mit wichtigen Symbolen der Traumdeutung, die eine lange Geschichte haben und viel Raum für Spekulationen bieten. Doch wie viel besser wäre es, einfach selbst zu bestimmen, was man träumt? Dann könnte man die aufregendsten Reisen im Traum erleben oder verstorbene Menschen treffen und sich mit ihnen unterhalten, und vor allem könnte man Albträume abstellen. Anstatt mit einem schlechten und ängstlichen Gefühl aufzuwachen, wäre man entspannt und gut gelaunt. Doch so einfach ist es mir dem luziden Träumen, dem Klarträumen nicht.

Klarträumen und Gehirnwellen im Gammabereich

Bei einem Experiment im Schlaflabor des Universitätsklinikums Göttingen trat Erstaunliches zutage. Das Klarträumen konnte durch die Stimulation des Gehirns mit Elektroden provoziert werden, und zwar bei Personen, die alle noch keine Erfahrung mit dem Thema hatten. Am stärksten war der Effekt, wenn das Gehirn mit Frequenzen von 25 und 40 Hertz stimuliert wurde, wobei im Stirnhirn vermehrt Wellen im sogenannten Gamma-Frequenzband auftraten.

Gammawellen sind wenig erforscht

Gammawellen sind noch wenig erforscht und werden etwa mit mystischen und transzendenten Erfahrungen in Verbindung gebracht. Auch bei der fokussierten Meditation spielen sie eine Rolle. Es scheint so zu sein, dass eine Schwingung im Gammabereich das Klarträumen erleichtert. Damit ist für die Wissenschaft klarer, was beim luziden Träumen eigentlich passiert. Damit ist dem Einzelnen jedoch noch nicht geholfen, der sich immer wieder seinen Angstträumen stellen muss oder einfach neugierig ist, welchen Einfluss er auf sein schlafendes Gehirn nehmen kann. Schließlich hat niemand ein entsprechendes Gerät zu Hause, um seine Gehirnwellen beeinflussen zu können.

Es gibt Möglichkeiten, das luzide Träumen zu provozieren

Klarträumen fasziniert Wissenschaft und Privatpersonen schon seit vielen Jahrzehnten. Anfänglich wurde es von vielen als esoterische Spinnerei abgetan, doch als man verschiedene Methoden entdeckte, mit denen man das luzide Träumen provozieren konnte, wurde seine Existenz immer greifbarer. Wenn man diese Methoden (Realitäts-Check, Wach-wieder-ins-Bett-Methode, MILD-Technik) regelmäßig anwendet, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man klar träumt. Man bekommt zunehmend Kontrolle darüber.

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Ein Klartraum ist im Grunde nur ein bestimmter Zustand des Bewusstseins, und es ist fraglich, ob er überhaupt an das Schlafen gebunden ist. Es kann sein, dass die körperliche Entspannung im Schlaf und vorangegangene Gehirnaktivitäten das Klarträumen begünstigen. Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen normalem und luzidem Schlaf: Während normaler Schlafphasen ist das Bewusstsein weitgehend heruntergefahren, im luziden Traum ist es aktiv. Der Schläfer ist nicht wach, aber registriert den Traum als Traum. Wird es jedoch laut um ihn herum, dann fällt er schnell aus diesem Zustand heraus. Dabei sinkt er jedoch nicht wieder in den Schlaf, sondern wird wach. Anscheinend ist er dem Wachsein in diesem Zustand näher als dem Schlaf.

Der mögliche Nutzen luzider Träume

  • Wie bereits erwähnt könnte das Klarträumen Menschen helfen, die mit wiederkehrenden Albträumen und Angstträumen zu kämpfen haben. Sie könnten den Traum als solchen identifizieren und damit beeinflussen und abmildern. Die Angst vor dem Schlaf könnte gelindert werden, sodass eine bessere Entspannung möglich wäre.
  • Erstaunlicherweise weisen Untersuchungen darauf hin, dass Dinge, die während des Klarträumens gelernt wurden, auch im Wachzustand verfügbar sind. Man sollte jedoch nicht darauf abzielen. Klarträume zur Selbstoptimierung zu nutzen. Diese durchzieht den Alltag des Menschen ohnehin, sodass er eine nächtliche Pause gut gebrauchen kann.
  • Durch luzide Träume könnte man mehr über das Bewusstsein des Menschen erfahren. Immerhin hat man in diesem Zustand Zugriff auf einen Teil bzw. Zustände des Gehirns, die sonst verborgen bleiben. Mindestens kann der Einzelne mehr über sich selbst lernen.

Shared Dreams – Klarträumen mit anderen

Wer sich mit dem Thema luzider Träume beschäftigt, stößt auch auf die sogenannten Shared Dreams. Dabei begegnen sich Menschen angeblich im Traum und können miteinander interagieren. Es ist umstritten, ob es solche shared Dreams tatsächlich gibt und fraglich, wie sie sich erklären lassen.

Nicht leichtfertig mit den Träumen herumspielen

Es gibt Experten, die davor warnen, sich leichtfertig in das Thema luzides Träumen zu stürzen und damit unvorsichtig zu experimentieren. Das Argument ist, dass niemand genau weiß, warum wie träumen und was dabei mit unserem Bewusstsein passiert. Gegen einen achtsamen Umgang ist jedoch nichts einzuwenden, besonders dann, wenn man ohnehin manchmal luzide träumt.

Worauf man achten sollte, ist, dass man vor dem Schlafen weder Medikamente noch Drogen oder Alkohol zu sich genommen hat. Eine optimale Schlafhygiene ist immer wichtig, beim luziden Träumen kommt ihr jedoch eine besondere Bedeutung zu.

18.03.2020

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