Klar ist: Wir verbrauchen mehr Ressourcen als unser Planet und die Natur nachproduzieren können. Bereits am 29. Juli 2019 hat die Menschheit alle nachhaltig nutzbaren Ressourcen der Erde für dieses Jahr aufgebraucht – seither leben wir gewissermaßen “auf Pump”. Durch die Globalisierung sorgt unser übermäßiger Konsum von Lebensmitteln, Kleidung und anderen Produkten hier in Deutschland zudem dafür, dass anderswo auf der Welt Wasser knapp wird, Landschaften zerstört werden und klimaschädliches Kohlendioxid frei wird.
Grün kaufen oder weniger kaufen?
Doch wie lässt sich dies ändern? “Wir haben von Kindheit an erfahren, dass es für alle unsere Wünsche ein Produkt gibt und dass es OK ist, Dinge zu kaufen – das sei nun mal die Art, auf die unsere Wirtschaft funktioniere”, sagt Sabrina Helm von der University of Arizona. “Wenn man so geprägt ist, ist es extrem schwer, sein Verhalten zu ändern.” In besonderem Maße gilt dies für die “Millennials”, die Generation der um die Jahrtausendwende geborenen junge Erwachsenen, die mit Wohlstand, meist guter Bildung und als digital Natives aufgewachsen sind. Diese Generation gilt als besonders konsumfreudig, wie die Forscherin erklärt.
Welche Optionen kommen für diese Generation in Frage, wenn es um ein umweltfreundlicheres Kaufverhalten geht? Und wie wirkt sich dies aus? Grundsätzlich gäbe es zwei Möglichkeiten: Man versucht, vermehrt “grüne”, nachhaltig hergestellte Produkte zu kaufen statt billig produzierter Massenware oder aber man konsumiert insgesamt weniger. Bei einem solchen Konsumverzicht versucht man beispielsweise, defekte Dinge zu reparieren statt neue zu kaufen, vermeidet den Kauf unnötiger Waren und nutzt die Kleidung oder Geräte, die man schon hat, länger. Für ihre Studie befragten Helm und ihre Kollegen knapp tausend Collegestudenten im Alter von 18 bis 26 nach ihren Konsumverhalten, ihrem psychologischen Befinden und ihrer Selbsteinschätzung dazu, für wie materialistisch sie sich selbst halten.
Glücklicher durch Konsumverzicht
Die Auswertung ergab zum einen, dass ein “grüner” Konsum selbst für materialistischer eingestellte Millennials durchaus eine Option ist, ein reduzierter Konsum dagegen nicht – wenig überraschend. “Wenn man umweltfreundlichere Produkte kaufen kann, dann kann man trotzdem noch seine materialistischen Wünsche ausleben”, sagt Helm. Das tiefsitzende Bedürfnis, sich immer neue Dinge anzueignen, wird dabei trotzdem erfüllt. Der weitere Ausbau des Warensortiments von nachhaltig produzierten Kleidungsstücken, Geräten und anderen Produkten könnte demnach erheblich dazu beitragen, auch die eher konsumorientierten Bevölkerungsgruppen zu ressourcenschonenderem Verhalten zu bringen.





