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Gesellschaft+Psychologie

Zukunft: Die Entwicklung unserer Gesellschaft

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Die Gesellschaft entwickelt sich auch in Deutschland permanent und vor allem rasant. In welche Richtung aber geht es demographisch genau und was sind die zukünftigen Herausforderungen? (Foto: Iakov Kalinin/ Fotolia)
Seit jeher verändern sich Gesellschaften im Laufe der Zeit. Wo die eine Generation noch bestimmte Werte vertrat, steht die nachkommende Generation vielleicht schon wieder für vollkommen andere Dinge ein. Meist lässt sich eine spürbare gesellschaftliche Veränderung, die alle Schichten, die Medien gleichermaßen wie die Köpfe der Menschen durchzieht, jedoch sehr schleppend und nur häppchenweise wahrnehmen. Allerdings gibt es auch Zeiten, wie das aktuelle und wohl auch das kommende Jahrzehnt, in denen, gerade auch in Deutschland, deutliche Veränderungen stattfinden. Die Gesellschaft in der sich immer schneller dynamisierenden Welt ist vielen Herausforderungen ausgesetzt, die manch einem die Orientierung rauben und viele Menschen überfordern. Welchen Herausforderungen dabei besonders viel Aufmerksamkeit gelten sollte und wie sie gelöst oder zumindest angegangen werden könnten, zeigt dieser Beitrag.

Die demographische Entwicklung

Die demographische Entwicklung bezeichnet zunächst ganz allgemein die Entwicklung der hiesigen Bevölkerung und ihrer Strukturen auf statistischer und theoretischer Basis. Von einem demographischen Wandel dagegen, wie er derzeit stattfindet, spricht man vor allem dann, wenn sich diese Entwicklung drastisch verändert, wenn sie von einer länger anhaltenden Norm abweicht und starke Veränderungen in neue Bereiche zeigt. Dies ist der Fall, wenn sich einer oder mehrere der drei Faktoren, die eine Bevölkerungsstruktur beeinflussen, verändern: Die Geburtenrate, die Sterberate und die Migration.

Zur Migration

Aufgrund von Wanderungsbewegungen innerhalb und zwischen den Staaten wird die Gesellschaft immer vielfältiger. Derzeit gilt die Migrationsrate in Deutschland wohl als eines der meistdiskutierten Themen. Nicht nur, weil sich in ihrer Folge politische Extreme und hier vor allem stark patriotische und rechte Parteien zu Wort melden und nicht wenig Zustimmung bekommen, sondern vor allem auch, weil die Migration die Bevölkerungsstruktur maßgeblich beeinflusst und mitunter Herausforderungen entstehen, die enorm wichtig und ernst zu nehmen sind.

Laut dem Statistischen Bundesamt zogen im Jahr 2015 knapp 2,1 Millionen ausländische Menschen nach Deutschland. 0,3 Millionen der 2015 nach Deutschland gekommenen Menschen waren Schutzsuchende aus Syrien, die vor dem Bürgerkrieg flohen. Eine knappe Million Menschen wiederum verließ Deutschland. Der Wanderungssaldo von 1,1 Millionen ist damit der höchste seit Anbeginn der Bundesrepublik. Gleichzeitig stieg die Zuwanderung aus EU-Staaten, die bereits seit der Wirtschafts- und Währungskrise zu verzeichnen war. Vor diesem Trend war die Rate an Zuzügen nach Deutschland aus dem Ausland seit 1992 eigentlich kontinuierlich gesunken.

Statt den neu zugewanderten Menschen mit Misstrauen oder gar Hass und Faschismus zu begegnen, gilt es, die Familien und Kinder zu unterstützen, um ein gemeinsames und friedliches Zusammenleben zu gewährleisten. Die Bundesregierung hat dazu in den letzten Jahren eine Reihe von Ideen ausgearbeitet, deren Umsetzung auch in Zukunft noch zu den wichtigsten Aufgaben des Landes gehören wird.

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Wichtigste Punkte sind die Bildungsförderung von Migranten, die Umsetzung der doppelten Staatsbürgerschaft, sowie Maßnahmen für einen Zugang zum Arbeitsmarkt. Gleichzeitig müssen Kommunen sich der Herausforderung der vielen Zugezogenen widmen: Städte und Gemeinden sind für die Unterbringung, Versorgung und Integration der Neuankömmlinge verantwortlich. Der Einsatz ehrenamtlicher Helfer, die zivilgesellschaftliches Engagement beweisen, ist unabdingbar.
Zu den seit Beschluss des Nationalen Integrationplans von 2007 sowie der Demografiestrategie der Bundesregierung aus dem Jahr 2012 umgesetzten Schritten zur besseren Integration der Migranten in die Gesellschaft, gehören:

Allgemeine Reformen in der Familienpolitik, wie zum Beispiel dem Elterngeld, dem Ausbau von Kitas, oder auch Regelungen zur Teilzeitarbeit von Müttern. Insbesondere die Einführung von verbindlichen Sprachkursen, die Migranten jegliche alltäglichen Aufgaben in Deutschland erleichtern. Mit Blick auf die sich verändernde Bevölkerungsstruktur und den Veränderungen für den Arbeitsmarkt, die Sozialkassen und die Gesellschaft, die damit einhergehen, wurden außerdem die Ermöglichung einer doppelten Staatsbürgerschaft oder die Rente mit 67 Jahren beschlossen.

Zur Fertilität

Derzeit steigt zwar die Geburtenrate in Deutschland wieder leicht an, im Vergleich zu früher allerdings kommen doch deutlich weniger Kinder zur Welt. Statistiken zufolge müsste die durchschnittliche Kinderzahl bei 2,1 liegen, damit die Bevölkerung konstant bleibt. Derzeit allerdings liegt sie bei etwa 1,5 Kindern je Frau. In der Folge erhöht sich das Durchschnittsalter der Bevölkerung. Der Grund für die sinkende Geburtenrate ist keiner der beiden üblichen Gründe hierfür; weder ist ein wirtschaftlicher Mangel, noch ein Krieg, in dem Deutschland betroffen wäre, zu verzeichnen.

Vielmehr ist der gesellschaftliche Wandel auch ein Wertewandel: Kinder haben heute nicht mehr den hohen „ökonomischen Stellenwert“, wie sie es in den Jahrhunderten davor noch hatten. Weiterhin machen es sich verändernde berufliche Anforderungen gerade jungen Frauen schwer, Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen.

Familienpolitische Maßnahmen, die versuchen die Anzahl der Kinder pro Frau wieder auf mindestens zwei zu erhöhen, können der aktuellen Entwicklung nur sehr langsam entgegenwirken. Anreize wie das Elterngeld etwa konnten bislang nur eine sehr behäbige Zunahme der Fertilität bewirken. Denn auch nach der Einführung im Januar 2017 ist die Geburtenrate nur moderat angestiegen.

Zur Mortalität

Nicht nur die niedrige Geburtenrate sorgt für eine demografische Alterung, also für den wachsenden Anteil der Älteren in Deutschland. Auch die Lebenserwartung, die kontinuierlich ansteigt und einen Rückgang der Sterblichkeit mit sich bringt, lässt eine Gesellschaft im Durchschnitt immer älter werden. Hierfür sorgen konkret, zumindest in Deutschland, aber auch in den meisten anderen europäischen Ländern unterschiedliche Punkte:

  • eine bessere gesundheitliche Versorgung
  • kontinuierlicher medizinscher Fortschritt und der damit verbundene Rückgang bestimmter Krankheiten
  • genaueres Wissen über die Ursache diverser Krankheitsbilder
  • eine bessere Vorsorge
  • abnehmende Belastungen durch schwere Arbeit, Hungersnöte oder Kriege

Während die Lebenserwartung eines Neugeborenen Ende des 19. Jahrhunderts noch unter 40 Jahren lag, so liegt sie aus oben genannten Gründen derzeit bei Frauen bei knappen 83 Jahren und bei Männern bei 78 Jahren. Die Zahl derjenigen, die über 100 Jahre alt werden, wächst ebenfalls stetig.
Demografie-Experten beurteilen die Alterung der Gesellschaft vor allem, indem sie auf den Anteil der über 60-Jährigen, der über 80-Jährigen, sowie auf die Menschen, die älter als 100 Jahre alt werden, schauen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts betrug der Anteil der über 60-Jährigen noch knapp acht Prozent der Gesamtbevölkerung. Schon 2030 wird es hingegen über ein Drittel der Bevölkerung sein. Mit dem Blick auf diese Entwicklung gilt es, sich angemessen auf die Herausforderungen der alternden Bevölkerung vorzubereiten, um ihnen nach und nach gerecht zu werden.

Herausforderungen einer alternden Bevölkerung

Zwei Gruppen sind wegen ihrer fehlenden oder zumindest mangelhaften und geringen Fähigkeit, den eigenen Lebensunterhalt zu finanzieren, auf die sogenannten Transferleistungen der erwerbsfähigen Bevölkerung angewiesen: Kleine Kinder und Jugendliche sowie sehr alte Menschen.

Gerade die zweite Gruppe nimmt stetig zu, sodass die Deckung des Lebensbedarfs dieser Gruppe, also der existenziellen Bedürfnisse wie Kleidung, Nahrung, Gesundheit sowie einer Behausung zu einer immer wichtigeren Aufgabe der Zukunft wird. Außerdem soll der erworbene Lebensstandard im Alter normalerweise beibehalten werden. Sind all die Bedürfnisse der in der Erwerbsfähigkeit beschränkten älteren Bevölkerung nicht mehr zu befriedigen, kommt es zu der bekannten Versorgungslücke. Sie wird, je nach Schweregrad als Belastung für den gesamten Zusammenhalt der Bevölkerung angesehen und kann mitunter zu einer demografischen Katastrophe führen.

Maßnahmen zur Vermeidung von Altersarmut

Um die befürchtete Versorgungslücke zukünftig dauerhaft zu vermeiden, werden verschiedene Lösungsansätze diskutiert und ausprobiert. Generell sind Mittel zur Verbesserung der Altersstruktur natürlich der Versuch, die Zahl der transferfähigen Leistungserbringer zu erhöhen. Konkret heißt das, die Geburtenrate zu erhöhen, eine offenere und engagiertere Einwanderungspolitik zu betreiben sowie durch unter anderem die Förderung des technischen Fortschritts die Produktivität der Volkswirtschaft zu erhöhen.

Weiterhin sollen Einzelmaßnahmen dabei helfen, die Bedürfnisse der Ältesten des Landes zu sichern:

  • Diskutiert werden beispielsweise finanzielle Maßnahmen, wie eine staatliche Bezuschussung von Kindertagesstätten, die größere Anreize und eine Entlastung für kinderinteressierte, aber finanziell oder beruflich eingeschränkte Paare geben können.
  • Die Kinderbetreuung im Allgemeinen könnte durch Abschreibungsmodelle im Rahmen der Familienpolitik gefördert werden.
  • Ein höheres Kindergeld wird diskutiert.
  • Zwangsmechanismen, wie die Kopplung der Rentenhöhe an die Anzahl der aufgezogenen Kinder könnten eingeführt werden.
  • Mit der Förderung der Reproduktionsmedizin soll der ungewollten Kinderlosigkeit weiter entgegengewirkt werden.
  • Eine generelle Beeinflussung der Haltung zur Familiengründung und zur Zeugung mindestens zweier Kinder könnte in Schulen und Medien stattfinden. Derlei kulturelle Maßnahmen werden allerdings besonders kontrovers diskutiert.
  • Weitere Maßnahmen sind unter anderem eine Politik, welche die Arbeitslosigkeit sowie die Angst vor ihr verringert, eine Einwanderungspolitik, die den Blick vor allem auf jüngere, leistungs- und arbeitsfähige Immigranten wendet sowie ein Wahlrecht auch für Kinder, welches bis zu deren Volljährigkeit von den entsprechenden Eltern ausgeübt wird.

Mit Änderungen des Finanzierungssystems, die den Generationenvertrag bezüglich der Abgabenlast der Leistungserbringer oder den Lebensstandard der Leistungsempfänger betreffen, soll der Versorgungslücke weiter vorgebeugt werden. Zu konkreten Einzelmaßnahmen gehören hierbei die Verringerung der Unterhaltspflicht und die Erhöhung des staatlichen Anteils am Unterhalt des Nachwuchses. Außerdem könnten neue Formen von bedingungslosem Sozialtransfer, wie etwa die Vermögenssteuer oder das Bürgergeld helfen. Auch eine Anhebung des Renteneintrittsalters sowie eine Europäisierung sozialer Kosten stehen zur Diskussion.

Herausforderungen für den Alltag

Die Alterung der Gesellschaft bringt jedoch auch umfassende Herausforderungen mit sich, die unseren Alltag betreffen. Senioren haben ganz andere Bedürfnisse, auf die unser Umfeld bislang oft nur unzureichend vorbereitet ist. Gerade im Bereich der Mobilität oder bei der gesundheitlichen Versorgung und Pflege besteht hier dringender Handlungsbedarf.

Durch praktische Maßnahmen, bei denen älteren Menschen die Fortbewegung oder die Erledigung bestimmter alltäglicher Aufgaben und Bedürfnisse erleichtert wird, soll die Umgebung, in der sie sich bewegen, allgemein altersfreundlicher werden. Eine wichtige Aufgabe ist hier die Verbreitung und Umsetzung eines geeigneten Wohnumfeldes von Beginn an, bei der außerdem eine Belastung durch Kosten von Modernisierungsmaßnahmen wegfallen sollte.

Wohnräume werden im besten Fall von Anfang an altersgerecht und barrierefrei gestaltet, indem unter anderem Stolperfallen vermieden oder etwa überall genügend Sitzmöglichkeiten vorhanden sind. Außerdem ist es sinnvoll darauf zu achten, Türen und Türrahmen breit genug zu gestalten, damit auch Rollstuhlfahrer oder Rollatoren hindurchpassen. In den verschiedenen Räumen sind weiterhin auch entsprechende Details zu beachten, wie etwa die Möglichkeit, im Badezimmer einen Spiegel in niedrigerer Höhe anzubringen, in dem sich etwa auch Rollstuhlfahrer anschauen können. Der Bund unterstützt entsprechende Maßnahmen mit verschiedenen Förderprogrammen. Allerdings liegt es an den Bürgern selbst, sich mit diesem Thema frühzeitig auseinanderzusetzen und für sich vorzusorgen.

Die politischen Extreme

Die politische Lage der Gesellschaft spitzt sich auch an ihren Rändern immer mehr zu: Die demographische Entwicklung Deutschlands gefällt einigen Bürgern nicht, der unweigerlich wahrzunehmende Wandel und die wachsende Durchmischung des Landes sorgen bei stark patriotisch Denkenden für Panik und Hilflosigkeit. Folgen davon sind oft keine Auseinandersetzung mit der Materie, sondern öffentlich geäußerter Faschismus oder sogar politisch motivierte Gewalt und Straftaten.

Bis zu den Vorfällen beim G20-Gipfel 2017 standen vor allem diese besagten Taten von Rechten im Fokus. Auch wenn gerade die Delikte im Bereich der Körperverletzungen bei Rechtsextremen vergleichsweise noch immer stark überwiegen, rückt seit einiger Zeit nun aber auch die linke Gewalt wieder in den Blickpunkt von Politik und Öffentlichkeit

Im Jahr 2016 bereits hatte die Kriminalität von Extremisten den höchsten Stand seit 15 Jahren erreicht. Die Polizei registrierte mit 41.549 Straftaten die meisten Delikte seit 2001, als die Innenminister von Bund und Ländern das polizeiliche Meldesystem „Politisch motivierte Kriminalität (PMK)“ einführten. Die meisten der politisch motivierten Straftaten verübten Neonazis und andere Rechte: mehr als 23.500 Delikte, darunter fast 1.700 Gewalttaten. Einen Großteil dieser Straftaten ordnet die Polizei der „Hasskriminalität“ zu, womit unter anderem auch rassistische Angriffe auf Migranten gemeint sind.

Die rassistischen Attacken, die auch als „fremdenfeindliche Straftaten“ benannt werden, stiegen vom Vorjahr um 5,5 Prozent und könnten aufgrund des wachsenden Zuspruches rechter Parteien und des Einzugs der AfD in den Bundestag und damit der für viele Menschen offiziellen Bestätigung ihrer Gesinnung, weiterhin zunehmen. Es ist damit zu rechnen, dass die Angriffe auf Asylunterkünfte eher zurückgehen, was Statistiken bestätigen.

Bei den linksmotivierten Gewaltdelikten gab es von 2015 bis 2016 einen deutlichen Rückgang um 24,2 Prozent. Seit dem Krawallexzess in Hamburg während des G20-Gipfels am 7. und 8. Juli jedoch, wird bundesweit wieder verstärkt auch über linken Extremismus diskutiert. Seit dem Terror der RAF gab es kaum soviel Aufmerksamkeit für Autonome und sonstige militante Linke. Wer genau treibende Kraft bei den gewaltorientierten Linksextremen in Hamburg war, ist noch immer nicht klar.
Der schwarze Block, bestehend aus knapp 2.000 Autonomen und Antiimperialisten, dem etwa 8.000 Protestierende folgten, könnte einer der Herde der Gewalt gewesen sein. Besonders aber standen auch die „Krawalltouristen“, also gewaltbereite Angereiste aus umliegenden europäischen Ländern im Fokus der Untersuchungen, deren tatsächliche politische Motivation nicht nachgewiesen ist. Es steht zur Frage, ob sie einfach der Gewalt wegen oder aus tatsächlich militanter, linksextremer Überzeugung gehandelt haben.

Links- und Rechtsradikalismus

Der Links-, besonders aber auch der Rechtsradikalismus findet derzeit natürlich nicht nur unter den Bürgern, sondern auch ganz öffentlich in der Politik statt. Wo sich extrem linke Ansichten, die sich als radikal auslegen ließen, eher in Grenzen halten, findet der rechte Flügel in der AfD ein entsprechendes Sprachrohr.

Die AfD als drittstärkste Kraft mit zweistelligen Wahlergebnissen im Bundestag ist Sinnbild für das Auseinanderdriften politischer Ansichten. Auch andere konservative und tendenziell eher leicht rechtsgerichtete Parteien sehen sich mit einer ungewohnten politischen Radikalität konfrontiert und müssen einen mitunter neuen Umgang mit jener finden. Da niemand genau weiß, wie stark der Zuspruch der AfD weiterhin sein wird, sind Prognosen über ihre Stärke in der deutschen Politik nur schwer möglich.

Islamismus

Viele der Bürger, die der AfD zugewandt sind, machen sich seit einiger Zeit Sorgen um die Möglichkeit einer „schleichenden Islamisierung des Abendlandes“, um einen Verfall deutscher Werte, um eine Veränderung des Landes hin zu einem muslimischen Staat. Einige der vor allem im Internet kursierenden Behauptungen, Gerüchte und vermeintlichen Belege sind schlichtweg nicht bewiesen und fallen unter die Kategorie der systematischen Angstverbreitung.

Das klappt wunderbar, denn die Ängste in der Bevölkerung sind real und in gewisser Weise natürlich. Nur sollte anders mit ihnen umgegangen werden. Ein Spektrum verschiedener Szenarien, also Wenn-dann-Annahmen, könnte sich in eine seriöse Richtung entwickeln und entspräche wissenschaftlich vertretbarer Diagnosen. Die Macher der Panik-Tweets und -videos dagegen beachten weder die Geburtenrate in Deutschland, noch die Lebenserwartung der Menschen, sondern richten ihren Blick ausschließlich auf die Zuwanderung. Als Reaktion könnte dann ein Zuwachs linksextremer und aktiv werdender Bürger und Bürgerinnen und eventuell auch kleinerer Parteien zu verzeichnen sein.

Fazit

Die Gesellschaft befindet sich in einem Umbruch. Deutschland wird immer älter und immer vielfältiger. Jeder Einzelne sowie der Staat müssen mit den neuen Aufgaben, die aus diesen Umständen entstehen, professionell und nachhaltig umgehen, um eine gerechte Lebensgrundlage für alle Mitglieder des Landes zu schaffen. Statt mit Angst oder gar Hass auf die Umbrüche der Zukunft zu reagieren und damit Unglück und Gewalt zu provozieren, gilt es, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Die Kraft und der Zuspruch extremer Parteien und Bewegungen wird weiterhin eine Herausforderung für die Politik darstellen und zeigen, wie stark der Zusammenhalt der Gegenpositionen ist.

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Wissenschaftslexikon

Hyp|no|ti|kum  〈n.; –s, –ti|ka; Pharm.〉 = Schlafmittel [<lat. hypnoticum ... mehr

Ma|ra|bu  〈m. 6; Zool.〉 Angehöriger einer in Afrika, Indien u. auf den Sundainseln vorkommenden Gattung der Schreitvögel: Leptoptilus [<frz. marabou(t) ... mehr

Pha|sen|über|gang  〈m. 1u; Phys.〉 Umwandlung eines Stoffes von einer Phase in eine andere bei bestimmten Werten von Druck u. Temperatur, z. B. für Wasser beim Siedepunkt, Eispunkt

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