Eine ketogene Diät soll den Körper in einen Zustand der Ketose versetzen, in dem er seine Energie bevorzugt aus Fett statt aus Kohlenhydraten gewinnt – und dadurch hartnäckige Fettpolster abbaut. Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gesunden Erwachsenen empfiehlt, mindestens die Hälfte ihres Energiebedarfs durch Kohlenhydrate zu decken, sollen bei einer ketogenen Diät rund 90 Prozent der Kalorien aus Fett stammen. Die Ernährungsform kann bei Menschen mit Epilepsie dazu beitragen, Krampfanfälle zu reduzieren. Teilweise werden ketogene Diäten allerdings auch zum Abnehmen oder gegen Diabetes empfohlen. „Ihre langfristigen Auswirkungen auf die Stoffwechselgesundheit sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht“, warnt ein Team um Molly Gallop von der University of Utah in Salt Lake City.

Schwankendes Gewicht
Gallop und ihre Kollegen haben an Mäusen getestet, was eine dauerhafte ketogene Diät im Körper bewirkt. Dazu teilten sie die Tiere in mehrere Gruppen ein: Eine Gruppe fütterten sie fast ein Jahr lang nach den Vorgaben einer ketogenen Diät mit reichlich Fett und wenig Kohlenhydraten (KD). Regelmäßige Blutanalysen bestätigten, dass sich diese Tiere tatsächlich durchgehend im Zustand der Ketose befanden. Eine weitere Gruppe erhielt eine Diät, bei der 60 Prozent der Kalorien aus Fett stammen und die üblicherweise genutzt wird, um fettleibige Mäuse zu erzeugen (HFD). Zwei weitere Gruppen wurden fettarm ernährt mit lediglich zehn Prozent der Kalorien aus Fett (LFD). In allen Fällen blieb es den Mäusen selbst überlassen, wie viel sie von dem jeweiligen Futtermittel zu sich nahmen.
Dabei zeigte sich: Während die Mäuse mit der 60-Prozent-Fett-Diät erwartungsgemäß rasch zunahmen, könnten die Keto-Mäuse zumindest in den ersten Wochen ihr Gewicht halten oder sogar leicht reduzieren – ähnlich wie die fettarm ernährten Mäuse. Inwieweit das allerdings tatsächlich an der Ketose lag, ist unklar: „Diese Unterschiede können zumindest teilweise damit erklärt werden, dass die Keto-Mäuse von sich aus weniger fraßen als ihre Artgenossen mit der 60-Prozent-Fett-Diät“, erklärt das Forschungsteam.






