Koffeinfrei und trotzdem ungesund - wissenschaft.de
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Gesundheit+Medizin

Koffeinfrei und trotzdem ungesund

Entkoffeinierter Kaffee kann zu einer Erhöhung des Cholesterinspiegels beitragen. Diesen Schluss ziehen amerikanische Forscher aus den Ergebnissen einer Studie mit 187 Freiwilligen, in der sie die Wirkung von Kaffee auf den Stoffwechsel untersuchten. Während der tägliche Genuss von gewöhnlichem Kaffee keine negativen Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System zeigte, stieg der Gehalt an freien Fettsäuren im Blut bei der gleichen Menge an entkoffeiniertem Kaffee deutlich an.

Lange Zeit galt Kaffee als gesundheitsschädlich. Er erhöhe den Blutdruck, entwässere den Körper und schädige insgesamt das Herz-Kreislauf-System, so die Meinung vieler Mediziner. In letzter Zeit deuten jedoch immer mehr Studien darauf hin, dass das beliebte Heißgetränk wohl doch gar nicht so ungesund ist wie angenommen. Wegen der zum Teil widersprüchlichen Ergebnisse untersuchten die amerikanischen Forscher in ihrer Studie nun die Wirkung von Koffein auf Herz und Kreislauf genauer.

Dazu teilten sie ihre Probanden in drei Gruppen ein: Die erste sollte drei Monate lang drei bis sechs Tassen koffeinhaltigen Kaffee trinken, die zweite die gleiche Menge an entkoffeiniertem Kaffee und die dritte Gruppe sollte gar keinen Kaffee zu sich nehmen. Außerdem bestimmten die Forscher bei allen Probanden Blutdruck, Pulsfrequenz, Body-Mass-Index (BMI), Blutzuckerspiegel, Insulinmenge und verschiedene Blutfettwerte.

Das Ergebnis überraschte die Wissenschaftler: Bei der Gruppe, die den entkoffeinierten Kaffee getrunken hatte, stiegen die so genannten Lipoproteinwerte und der Gehalt an freien Fettsäuren im Blut deutlich an. Beides sind bekannte Risikofaktoren für Arteriosklerose. Als Folge dieses Anstiegs erhöhe sich häufig auch der Spiegel an LDL-Cholesterin, dem so genannten schlechten Cholesterin, berichten die Forscher. Dennoch sollte ihrer Ansicht nach entkoffeinierter Kaffee nicht generell verteufelt werden: Bei übergewichtigen Probanden mit einem BMI von mehr als 25 erhöhte der regelmäßige Genuss nämlich auch die Menge des „guten“ HDL-Cholesterins, das das Arterioskleroserisiko senkt, um mehr als die Hälfte ? ein Effekt, der bei den normalgewichtigen Teilnehmern nicht auftrat.

Robert Superko ( Piedmont-Hospital, Atlanta) et al.: Beitrag auf der Konferenz der Amerikanischen Herzgesellschaft, Dallas. ddp/wissenschaft.de ? Ilka Lehnen-Beyel
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