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Gesundheit+Medizin

Mit Kaffee gegen schlechten Atem

Bestimmte Stoffe im Kaffee können Mundgeruch bekämpfen, haben israelische Wissenschaftler herausgefunden. Die Entdeckung gibt Kaffee eine neue Note, denn Kaffeegenuss wird häufig mit unangenehmem Mundgeruch in Verbindung gebracht. Forscher um Mel Rosenberg von der Universität in Tel Aviv stießen in einer neuen Studie auf die unbekannte Eigenschaft von Kaffee und wollen nun das Molekül finden, das den angenehmen Duft verursacht.

Kaffee trocknet den Mund aus und kann einen unangenehmen Geruch verursachen, wenn im Kaffee noch Milch war. Der Geruch entsteht durch Bakterien, die Stoffe in Kaffee und Milch zersetzen und so die übelriechenden Substanzen erzeugen. Rosenberg und seine Kollegen verfolgten deshalb im Labor die Geruchsbildung von Kaffee bei drei verschiedenen Kaffeemarken. Dazu versetzten sie Kaffee-Extrakt mit Speichel und testeten die entstehenden Gasmischungen. Entgegen den Erwartungen entwich aus den Reagenzgläsern jedoch kein unangenehmer Geruch, sondern ein wohlriechender. Irgendetwas in diesem magischen Gebräu verursache den unerwarteten Effekt, vermutlich antibakteriell wirksame Substanzen, sagt Rosenberg.

Er und seine Kollegen wollen nun das Molekül oder die Moleküle aus dem Kaffeeextrakt isolieren, die für den frischen Duft verantwortlich sind. Die antibakteriellen Effekte von Kaffee sollten bestmöglich ausgenutzt werden, betonen sie. Die neueste Entdeckung von Rosenberg könnte tatsächlich eine Grundlage bieten für eine komplett neue Klasse von Mundwassern, Kaugummis oder Bonbons. Der Forscher und Erfinder hat bereits verschiedene Produkte auf den Markt gebracht ? ein in Europa weit verbreitetes Mundwasser, einen Mundgeruchstest für unterwegs und Kaugummis, die gegen Mundgeruch wirken.

Mel Rosenberg (Universität in Tel Aviv): Beitrag auf der Jahreskonferenz der ISBOR 2009 ddp/wissenschaft.de ? Stefanie Strauch
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Feu|er|brand  〈m. 1u; unz.; Bot.〉 bes. an Obstbäumen auftretende, sehr ansteckende Pflanzenkrankheit, bei der die Pflanzen in kürzester Zeit verdorren: Erwinia amylovora

Forst|zei|chen  〈n. 14〉 in das Holz eingeschlagenes Zeichen, das an stehenden Bäumen zu erkennen gibt, dass der Stamm gefällt werden soll

♦ Chon|drit  〈[çn–] m. 16; Geol.; Min.〉 Steinmeteorit, dessen Grundmasse aus Olivin, Orthopyroxen, Nickel–Eisen od. (selten) aus Glas besteht

♦ Die Buchstabenfolge chon|dr… kann in Fremdwörtern auch chond|r… getrennt werden.
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