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Optimisten leben länger

Eine optimistische Einstellung wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus – und zwar erstaunlicherweise unabhängig vom Lebensstil.

Optimisten geht es besser: Immer mehr Studien bestätigen, dass Menschen, die sich gesund fühlen, langfristig auch objektiv gesünder sind und länger leben. Bislang hatten die Forscher angenommen, eine positive Gesundheitswahrnehmung wirke vor allem deswegen lebensverlängernd, weil Optimisten körperlich aktiver, ernährungsbewusster oder seltener übergewichtig seien und weniger rauchten. Umgekehrt hieß es, dass Menschen, die sich krank fühlen, langfristig auch eher krank würden, weil sie einen ungesunden Lebenswandel hätten oder weil eine dunkle Vorahnung sie beeinflussen würde.

Doch eine Untersuchung der Universität Zürich aus dem letzten Jahr stellt klar: Allein die positive oder negative Lebenseinstellung kann das Krankheitsrisiko beeinflussen. Von 8200 Studienteilnehmern hatten diejenigen, die sich für besonders krank hielten, unabhängig von ihrem Lebensstil ein erhöhtes Sterberisiko im Vergleich zu den Optimisten. Bei Frauen war es 1,9-fach erhöht, bei Männern sogar 3,3-fach. Dabei war das Sterberisiko eine Frage der Optimismus-Dosis: Je gesünder sich jemand fühlte, desto länger lebte er – und umgekehrt. Dies deutet auf einen starken Zusammenhang hin.

Die Forscher um den Studienleiter Matthias Bopp vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin hatten Daten von 16- bis 69-jährigen Männern und Frauen verwendet, die Ende der 1970er-Jahre nach ihrem Wohlbefinden gefragt und medizinisch untersucht worden waren. Die Gesundheitswissenschaftler vergewisserten sich, welche davon die folgenden 30 Jahre überlebt hatten. Dabei überprüften sie Bildungsstand, Partnerschaftsstatus, Zigarettenkonsum, Blutdruck, Körpergewicht, das Vorliegen von Erkrankungen wie Herzleiden oder Diabetes und die Einnahme von Medikamenten. All das war offenbar ohne Belang.

Bopp folgert: „Die Zeitspanne von 30 Jahren macht es praktisch unmöglich, dass Krankheiten zu Beginn der Untersuchung oder dunkle Vorahnungen die Hauptursache für den Zusammenhang von Lebenshaltung und Sterberisiko sind.“ Die Züricher Arbeit ist bis dato die langfristigste Studie, die sich mit diesem Thema befasst hat.

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Welche Schutzmechanismen ursächlich für die gute Gesundheit von Optimisten sind, ist bislang nur Spekulation. Bopp glaubt, dass psychische Faktoren wie Ausgeglichenheit oder die Zuversicht, sein Schicksal selbst bestimmen zu können – die sogenannte Selbstwirksamkeit – eine Rolle spielen. „Ärzte sollten deshalb mehr Gewicht auf solche gesundheitsfördernden Faktoren legen und nicht nur nach Krankheiten fahnden“, empfiehlt der Schweizer Forscher. ■

von Kathrin Burger

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