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Gesundheit|Medizin

Proteinüberschuss lässt Mädchen größer werden

Mädchen
Was beeinflusst das Wachstum von Mädchen? © wundervisuals/ iStock

Wie groß Kinder später einmal werden, hängt von vielen Faktoren ab. Einer davon ist die Ernährung. Welche Rolle die Eiweißzufuhr im Kinder- und Jugendalter für die spätere Größe von Mädchen und Jungen hat, haben Forscher in einer Langzeitstudie untersucht. Demnach können zu viele Proteine bei Mädchen zu einer größeren Statur führen. So ist ein durchschnittliches Plus von täglich sieben Gramm Eiweiß mehr als empfohlen mit einer Erhöhung der Erwachsenenkörpergröße um einen Zentimeter verbunden. Bei Jungen dagegen zeigte sich keine Verbindung zwischen Proteinkonsum und Körpergröße.

Viele Jungen wünschen sich, als Erwachsene möglichst groß zu sein. Bei Mädchen dagegen gilt eine besonders große Körpergröße oft als wenig erstrebenswert. Der wichtigste Einflussfaktor für die spätere Größe eines Kindes ist die Größe der Eltern. Die Anlage für eine besonders große oder kleine Körperhöhe geben sie über zahlreiche verschiedene Gene an den Nachwuchs weiter. Auch die Hormonausstattung spielt eine Rolle. Hier setzen medikamentöse Therapien an, die eine übermäßig große oder kleine Körpergröße bei Kindern behandeln sollen. Doch auch die Ernährung ist von Bedeutung.

Mehr Proteine = mehr Wachstum?

Yifan Hua und Thomas Remer von der Universität Bonn haben nun eine Langzeitstudie zur Ernährung von Kindern und Jugendlichen auf die Frage hin ausgewertet, welchen Einfluss die Eiweißzufuhr auf die spätere Erwachsenengröße von Mädchen und Jungen hat. „Die Studie zeigt erstmals mit detaillierten Ernährungsdaten über einen Zeitraum vom 3. bis zum 17. Lebensjahr die anabole Potenz des essentiellen Nährstoffs Eiweiß auf“, sagt Remer. Als anabole Potenz wird in diesem Kontext die wachstumsfördernde Wirkung bezeichnet.

Dazu werteten die Forscher Ernährungsprotokolle, 24-Stunden-Urinsammlungen und Größenmessungen von 189 gesunden Mädchen und Jungen aus. Im Rahmen der DONALD-Studie (DOrtmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Study) waren die Probanden bereits als Säuglinge für die Studie rekrutiert worden und nahmen bis ins Erwachsenenalter regelmäßig an Untersuchungen teil. Die Studie läuft seit 1985 und umfasst insgesamt mehr als 1000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Die Proteinzufuhr erfassten Hua und Remer zum einen über die Ernährungsprotokolle, zum anderen durch Messungen von Protein-Abbauprodukten im Urin. In ihren Berechnungen beachteten sie auch weitere Faktoren wie die elterliche Größe, die Gesamtenergieaufnahme und sozioökonomische Gegebenheiten.

Proteinüberschuss beeinflusst weibliche Körpergröße

Das Ergebnis: Während sich bei Jungen, die besonders viele Proteine zu sich nahmen, kein Effekt auf die Körpergröße feststellen ließ, zeigte sich bei den Mädchen ein deutlicher Zusammenhang. Bei ihnen wirkte sich der Proteingehalt der Nahrung dann aus, wenn dieser die Tagesempfehlungen überschritt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Mädchen 0,8 bis 0,9 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht, also beispielsweise 48 Gramm Proteine für eine 60 Kilogramm schwere Jugendliche. Schon eine zusätzliche Aufnahme von sieben Gramm Eiweiß mehr am Tag ist der Studie zufolge bei Mädchen mit einer Erwachsenengröße von einem Zentimeter mehr assoziiert. Einige der Kinder und Jugendlichen aus der Studie nahmen noch deutlich mehr Proteine auf, teils doppelt so viele wie empfohlen.

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„Wenn keine Zunahme der Körpergröße erwünscht ist, können Mädchen während des Wachstums durch eine an die Empfehlungen angepasste Proteinzufuhr, also durch Verzicht auf eine erhöhte Eiweißaufnahme, sogar eine Minderung ihrer späteren Erwachsenengröße um einige Zentimeter erreichen“, sagt Remer. Bei Jungen dagegen konnten die Forscher keinen Zusammenhang zwischen der Proteinzufuhr und dem Wachstum feststellen. „Offenbar lassen bei ihnen deutlich stärkere Wirkungen der Geschlechtshormone – unter anderem Testosteron – auf die Wachstumshormon-Achse weniger Spielraum für einen zusätzlichen anabolen Ernährungseffekt durch Protein zu“, erklärt Hua.

Quelle: Yifan Hua (Universität Bonn) et al., Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism, doi: 10.1210/clinem/dgac205;

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