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Gesundheit+Medizin

Stillen fördert Herzgesundheit der Mütter

Säugling
Vom Stillen profitieren Babys und Mütter. (Bild: d3000/ iStock)

Stillen fördert offenbar nicht nur die Gesundheit der Kinder, sondern auch die ihrer Mütter. Eine Metastudie, die Daten von insgesamt fast 1,2 Millionen Müttern ausgewertet hat, zeigt: Frauen, die irgendwann in ihrem Leben ein Kind gestillt haben, hatten ein geringeres Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Schlaganfall oder Herzinfarkt zu entwickeln oder daran zu sterben. Die Anzahl der Schwangerschaften oder das Alter der Mutter bei der ersten Geburt spielten dagegen keine Rolle.

Für Neugeborene hat Muttermilch zahlreiche gesundheitliche Vorteile. Sie versorgt sie nicht nur optimal mit den benötigten Nährstoffen, sondern enthält zusätzlich unter anderem Antikörper gegen verschiedene Krankheiten. Gestillte Kinder leiden dadurch seltener unter Atemwegsinfektionen, Durchfällen, Erkältungen und Pilzerkrankungen und haben ein geringeres Risiko zu versterben. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt deshalb, Kinder im ersten halben Lebensjahr ausschließlich zu stillen. Auch für die Mutter hat das Stillen gesundheitliche Vorteile. Frühere Studien haben Stillen bereits mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes, Eierstockkrebs und Brustkrebs in Verbindung gebracht.

Daten von 1,2 Millionen Müttern ausgewertet

Ein Team um Lena Tschiderer von der Medizinischen Universität Innsbruck hat nun in einer großen Metastudie ausgewertet, wie sich Stillen auf das kardiovaskuläre Risiko der Mutter auswirkt. „Schon frühere Studien haben den Zusammenhang zwischen dem Stillen und dem Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen bei der Mutter untersucht; die Ergebnisse waren jedoch uneinheitlich, was die Stärke des Zusammenhangs und insbesondere die Beziehung zwischen verschiedenen Stilldauern und dem Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen angeht“, erklärt Tschiderers Kollege Peter Willeit. „Daher war es wichtig, die verfügbare Literatur systematisch zu sichten und alle Erkenntnisse zu diesem Thema mathematisch zusammenzufassen.“

Die Forscher werteten acht Studien aus, die zwischen 1986 und 2009 in Australien, China, Norwegen, Japan und den USA durchgeführt wurden, sowie eine multinationale Studie. Auf diese Weise erfassten sie Daten von insgesamt fast 1,2 Millionen Müttern, von denen 82 Prozent irgendwann in ihrem Leben ein Kind gestillt haben. „Wir sammelten zum Beispiel Informationen darüber, wie lange die Frauen während ihres Lebens gestillt hatten, die Anzahl der Geburten, das Alter bei der ersten Geburt und ob die Frauen später im Leben einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erlitten hatten oder nicht“, beschreibt Tschiderer. Die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug zehn Jahre.

Gesundheitsförderndes Stillen

Das Ergebnis: Im Vergleich zu Frauen, die nie gestillt hatten, hatten Frauen, die angaben, während ihres Lebens ein Kind gestillt zu haben, ein um elf Prozent geringeres Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln. Die Anzahl der Schwangerschaften oder das Alter bei der ersten Geburt machten dagegen keinen Unterschied. Das Risiko für Herzinfarkte war bei Müttern, die jemals gestillt haben, um 14 Prozent verringert, das für Schlaganfälle um zwölf Prozent. Besonders deutlich war der Effekt bei den Frauen ausgeprägt, die insgesamt zwölf Monate oder länger gestillt haben. Da nur wenige Daten über Frauen verfügbar waren, die länger als zwei Jahre gestillt haben, konnten die Forscher keine Aussagen zu gesundheitlichen Auswirkungen des Langzeitstillens machen.

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„Es ist wichtig, dass Frauen sich der Vorteile des Stillens für die Gesundheit ihrer Babys und auch für ihre eigene Gesundheit bewusst sind“, sagte Willeit. „Darüber hinaus unterstreichen diese Ergebnisse aus qualitativ hochwertigen Studien, die weltweit durchgeführt wurden, die Notwendigkeit, das Stillen zu fördern und zu unterstützen, wie beispielsweise stillfreundliche Arbeitsumgebungen sowie Stilleinweisungen und -programme für Familien vor und nach der Geburt.“

Quelle: Lena Tschiderer (Medizinische Universität Innsbruck) et al., Journal of the American Heart Association, doi: 10.1161/JAHA.121.022746

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