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Gesundheit+Medizin

Träume: Wenn der Schlaf sich regt

Symbolbild Träumen
(Bild: stock.adobe.com , fona)
Wenn das Gehirn einschläft, besonders jedoch in der REM-Phase, laufen darin Szenen ab, die sich kein Drehbuchautor und kein Historiker besser ausdenken könnte. Da erlebt die Rentnerin mit allen Sinnen nochmals Erinnerungen aus der Grundschulzeit nach, taucht der Familienvater in ein völlig anderes Leben ein oder durchleidet seine Tochter Szenen wie aus einem Gemälde von Hieronymus Bosch. Träume gehören zu den interessantesten Themenbereichen der Neurowissenschaft und sind zudem auch in einer aufgeklärten Gesellschaft immer wieder Anlass für Deutungsversuche. Doch was hat es genau mit diesem nächtlichen Ausbruch der Gehirnaktivität auf sich und wo steht die moderne Wissenschaft?

Eine Frage, welche die Menschheit bereits seit langer Zeit beschäftigt, denn Träume wirken seit jeher faszinierend. Mal werden sie als Vision der Zukunft angesehen, mal als Zeugnis einer unverarbeiteten Vergangenheit. Demgegenüber gibt es strikte Behauptungen, dass Träume reine Willkür seien, ebenso wie angebliche Gegenbeweise.

Um das Träumen gibt es viele Auseinandersetzungen zwischen Forschern und jeder versucht natürlich, die eigene Theorie zu beweisen. Es ist daher durchaus spannend, einen Blick auf den aktuellen Stand der Wissenschaft zu werfen. Doch eines sei vorweg genommen: Ein Ende dieser Uneinigkeit ist noch lange nicht in Sicht.

Träumen: Eine Übersicht

Jeder Mensch kennt das Träumen aus eigener Erfahrung; zumindest fast jeder. Es gibt durchaus Personen, die voller Überzeugung behaupten, sie würden nicht träumen. Daher stellt sich erst einmal die Frage, ob überhaupt jeder Mensch träumt?

Eine Frage, auf welche die Wissenschaftler zumindest eine eindeutige Antwort haben: Ja. Jeder Mensch träumt und sogar viele Tiere träumen, wie wohl jeder weiß, der zum Beispiel schon einmal einen Hund beobachtet hat, wie er im Traum zu rennen versucht oder knurrt. Auch jene Personen, die angeblich traumfrei sind, träumen also im Schlaf.

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Der Unterschied liegt lediglich darin, dass sie sich nach dem Aufwachen nicht an ihre Träume erinnern können. Sie haben somit das Gefühl, sie hätten traumlos geschlafen – quasi „wie ein Stein“, wie man so schön sagt. Für dieses Phänomen gibt es ebenfalls bereits eine wissenschaftliche Erklärung:  Der Träumende muss mindestens drei Minuten wach gewesen sein, um sich am Morgen noch an den Traum erinnern zu können. Wer also scheinbar nicht träumt, scheint einen tiefen Schlaf und wenige wache Phasen in der Nacht zu haben, was durchaus positiv zu bewerten ist.

Aber es gibt noch einen zweiten Faktor, der hierbei eine Rolle spielt: die aktiven Gehirnareale. So sind bei einigen Menschen zwei Gehirnareale aktiv, wenn sie träumen, die normalerweise für die Aufmerksamkeit zuständig sind. Sie sorgen dafür, dass der Betroffene immer wieder aufwacht – eben länger als drei Minuten – und sich daher detailliert an seine Träume erinnern kann.

Demgegenüber sind diese beiden Areale, also der temporoparietale Übergang sowie der mediale präfrontale Cortex, bei Personen weniger aktiv, die sich nur selten oder nie an ihre Träume erinnern können. Das sorgt dafür, dass sie seltener aus dem Schlaf gerissen werden, beispielsweise bei akustischen Reizen. Aber nur in einem wachen Zustand kann das Gehirn neue Informationen abspeichern. Die Träume werden daher sozusagen noch im Schlaf gelöscht. Trotzdem schließen Forscher nicht aus, dass manche Menschen durchaus mehr träumen als andere.

Träume und die Schlafphasen

Jeder Mensch träumt also, wenn auch verschieden. Unterschieden wird dabei insgesamt zwischen fünf Schlafphasen:

  • Der Einschlafphase,
  • der Leichtschlafphase ,
  • zwei verschiedenen Tiefschlafphasen und
  • der REM-Phase.

Diese Schlafphasen zeichnen sich durch unterschiedliche Merkmale aus und wiederholen sich mehrmals pro Nacht in einem immer gleichen Muster. Allerdings verändert sich ihre Dauer: Während die Tiefschlafphasen zu Beginn der Nacht länger sind, werden sie nach und nach kürzer und ab dem dritten Schlafzyklus gibt es kaum noch Tiefschlaf.

Demgegenüber nimmt der REM-Schlaf dann immer mehr Zeit ein und wird länger, was sich auch auf das Träumen auswirkt. Denn in der Ein-, Leicht- und Tiefschlafphase träumt das Gehirn nicht, vermuten einige Wissenschaftler; andere sind sich sicher, dass auch darin geträumt wird, aber sich die Menschen daran später nicht erinnern können.

 So oder so, findet der „bewusste“  Traum ausschließlich in der sogenannten REM-Phase statt. REM steht für „Rapid Eye Movement“ und durchaus lässt sich in dieser Schlafphase beobachten, wie sich die Augen der Personen oder der Tiere unter den geschlossenen Lidern bewegen. Das Interessante ist, dass das Gehirn in dieser Schlafphase fast so aktiv ist wie im Wachzustand. Das erklärt, weshalb sich einige Träume so real anfühlen, als würde man die Situation tatsächlich erleben – so irrational sie im Nachhinein auch erscheinen mag.

Die Ursache hinter dem Geträumten

Eine eindeutige Antwort auf die Frage, warum wir träumen, was wir träumen, hat die Wissenschaft leider noch nicht. Genau deshalb gehen auch die Meinungen (noch) so weit auseinander, wenn es um die Traumdeutung geht – aber dazu später mehr. Durchaus konnten Forscher mittlerweile einige interessante Erkenntnisse gewinnen: Sie wissen beispielsweise, dass beim Träumen nur gewisse Gehirnareale aktiv sind. Das gilt, im Gegensatz zu den beiden bereits genannten Hirnarealen, für alle Menschen, sprich ohne individuelle Unterschiede.

Dabei handelt es sich um die Bereiche für die Motorik, die visuelle Wahrnehmung sowie das emotionale Empfinden. Fakt ist also, dass Träume zu großen Teilen von Emotionen gesteuert werden. Reine Einbildung sind sie jedoch nicht, denn mittlerweile können Traumszenen mit Hilfe von modernen Technologien aus den Köpfen der Schlafenden ausgelesen und reproduziert werden. Sie stimmen mit dem Erleben der Träumenden, das sie nach dem Aufwachen berichten, überein.

Das Gehirn spielt also tatsächlich eine Art von Film ab. Dabei greift es auf Emotionen zurück, so viel ist sicher. Auch Erinnerungen scheinen eine Rolle zu spielen, wie viele Menschen aus eigener Erfahrung wissen. Doch wie der konkrete Trauminhalt zustande kommt, darüber lässt sich bislang nur spekulieren.

Noch etwas weiß die Wissenschaft mittlerweile aber: Träume lassen sich beeinflussen. Manche Menschen können diese sogar aktiv steuern. Sie werden als Klarträumer bezeichnet. Doch selbst, wer (noch) nicht luzide träumt, kann den Traum manchmal bewusst wahrnehmen, in eine gewünschte Richtung lenken oder sich selbst aufwecken – zumindest denken das viele Personen nach dem Aufwachen.

In den meisten Fällen ist es aber das Unterbewusstsein, welches das Zepter übernimmt. Dabei könnte es auf die höchsten Emotionen des Tages, auf Erinnerungen, auf Filmsequenzen, auf verborgene Wünsche oder andere Ausgangspunkte zurückgreifen, vermuten viele Forscher. Mit Sicherheit kann das aber, wie bereits erwähnt, zumindest bislang niemand sagen.

Es könnte sich auch um ein chaotisches Durcheinander handeln, das zusammenhanglos aneinandergereiht wird, weshalb viele Träume im Nachhinein als „entsinnt“ wahrgenommen werden. Ob Träume einen tieferen Sinn, also eine echte Aussagekraft haben, die gedeutet werden kann, darüber muss sich bislang also jeder sein eigenes Bild machen.   

Hat Träumen einen Nutzen?

Mit dem Chaos ist aber auf jeden Fall ein wichtiges Stichwort gefallen. Denn das Träumen ist keine Laune der Natur, sondern eine Begleiterscheinung der wichtigen Prozesse, welche beim Schlafen im Körper ablaufen. Dazu gehört die Entspannung von Muskeln, Atmung und Puls.

In einigen Schlafphasen kann das Gehirn entspannen und somit das Erlebte des Tages „sortieren“, um neue Ressourcen für den kommenden Tag zu schaffen. Ordnung ins Chaos bringen, so lautet tatsächlich das Motto für das Gehirn im Schlaf. Daher soll es sogar möglich sein, sprichwörtlich im Schlaf Probleme zu lösen.

In der REM-Phase ist das Gehirn daher nicht entspannt, sondern überaus aktiv. Es verrichtet sozusagen Schwerstarbeit und spult immer wieder gewisse Sequenzen ab, zum Beispiel die Erlebnisse des Tages. Irgendwie scheinen hierbei die Träume zustande zu kommen. Eine Vermutung lautet, dass es versucht, gewisse Erinnerungen, Eindrücke oder Emotionen miteinander in Verbindung zu bringen und wo dies nicht logisch möglich ist, entstehen die skurrilen Gedankensprünge, die in vielen Träumen auftreten. Auch hierbei handelt es sich bislang nur um eine Theorie.

Fakt ist aber: Das Träumen selbst hat zwar keinen Nutzen, aber die Prozesse, welche einen Traum verursachen, sind für das Gehirn und den Körper lebenswichtig. So gehen Forscher zum Beispiel davon aus, dass sich gerade während der REM-Phase das Nervensystem sowie die Psyche optimal erholen können und sogar Lernprozesse könnten in diesem Zeitraum stattfinden.

Träumen in der Praxis

So viel zur Theorie hinter den Träumen. Doch ebenso interessant ist die erlebte Praxis. Die meisten Menschen kennen Träume aus eigener Erfahrung, da sie sich zumindest teilweise nach dem Aufwachen an diese erinnern können. Dennoch handelt es sich dabei nur um einen Bruchteil der Träume, die tatsächlich im Gehirn stattgefunden haben – meistens um die letzte Traumsequenz vor dem Aufwachen. Doch es gibt noch eine weitere Art von Traumerlebnis, die viele Menschen aus eigener Erfahrung kennen; nur können sie diese oft nicht richtig deuten.

Wie Träume beeinflusst werden

Es handelt sich um die sogenannten Einschlafträume. Denn Träume verändern sich im Laufe der Nacht und können sich, aufgrund der geschilderten Wirkmechanismen, absolut real anfühlen. Das kann dazu führen, dass eine Person denkt, wach zu sein, aber in Wirklichkeit bereits schläft und träumt. Es handelt sich um einen Zustand, der von den Betroffenen oft als Halbschlaf bezeichnet wird. Diese Einschlafträume finden ausschließlich in der ersten Schlafphase, der Einschlafphase, statt.

Sie sind kürzer als gewöhnliche Träume und oftmals geprägt von einem scheinbar wachen Zustand in Kombination mit bizarren Gedankengängen. Häufig sind sie auch eine skurrile Fortsetzung der Gedanken, welche der Träumende vor dem Einschlafen hatte.

Träume und Schlafqualität

Beeinflusst werden unsere Träume auch von der Qualität des Schlafs. Schlafstörungen können bei jedem Menschen auftreten und sowohl die Einschlafphase betreffen oder auch ein erholsames Durchschlafen verhindern. Die Ursachen für Störungen beim Schlaf können sehr unterschiedlich sein – etwa viel Stress im Alltag oder auch eine Zeitverschiebung.

Solche körperliche oder seelische Unruhen können sich dann auch auf die Träume auswirken. Menschen, die unter Einschlafstörungen oder Schlafstörungen anderer Art leiden, haben häufig besonders realistische Träume, die sie immer wieder aus dem Schlaf reißen. Auch können sich Personen mit Schlafstörungen oft allgemein besser an ihre Träume erinnern, was daran liegt, dass sie öfters (auch nach einer Traumphase) aufwachen und länger wach bleiben – wie eingangs erläutert wurde.

Wer also oft einen scheinbaren Halbschlaf erlebt oder gefühlt sehr viel und schlecht träumt, sollte dies als Warnzeichen für eine bestehende oder sich entwickelnde Schlafstörung betrachten. Das gilt vor allem, wenn sich die „Traumgewohnheiten“ zum Negativen verändern. Umgekehrt können gezielte Einschlafmeditationen genutzt werden, um die Stimmungslage beim Einschlafen positiv zu beeinflussen und somit schöne Träume und einen besseren Schlaf zu begünstigen.

Erlebte Stunden, reale Sekunden

Was ebenfalls viele Menschen aus eigener Erfahrung kennen, ist das Gefühl, einen Traum stundenlang durchlebt zu haben. Das Interessante an der Sache ist aber, dass die REM-Phasen und damit auch die (hauptsächlichen) Traumphasen sehr kurz sind. Was sich anfühlt wie Stunden, dauert in Wirklichkeit also nur wenige Minuten, manchmal sogar nur Sekunden. Maximal 15 bis 20 Minuten dauert demnach die Traumzeit, und dabei ist nicht einmal mit Sicherheit geklärt, dass in dieser Zeit nur ein Traum stattfindet.

Es ist aber nicht so, als würde das Gehirn eine Art von Zeitraffer abspielen. Stattdessen entspricht die Traumzeit durchaus der Echtzeit, davon geht zumindest die Wissenschaft heutzutage aus. Wenn allerdings mehrere Kurzträume von wenigen Sekunden bis Minuten aneinander gehängt oder sogar miteinander verknüpft werden, kann sich das im Nachhinein wie ein stundenlanger Traum anfühlen, obwohl er das nicht war. Das Gehirn spielt den Träumenden sprichwörtlich einen Streich.

Echter als die Realität

Wie bereits erwähnt, gibt es Träume, bei denen die Menschen durchaus wissen, dass sie nicht real sind – schon in jenem Moment. Das gilt auch, aber nicht nur, für die sogenannten Klarträumer. In den meisten Fällen werden Träume aber als extrem real erlebt. Während des Traums wird die Situation gesehen, gefühlt, gehört, gerochen, geschmeckt und emotional verarbeitet, als würde sie tatsächlich passieren. Das liegt daran, dass sich das Traumerleben und das Wacherleben nicht voneinander unterschieden.

Wer also träumt, der denkt, er sei wach. Je realistischer der Traum ist, wenn er beispielsweise in derselben Umgebung stattfindet, wo sich der Schlafende befindet, umso schwieriger wird es, diesen von der Realität zu unterscheiden. Das kann sogar so weit gehen, dass Menschen die Polizei rufen, weil sie im Traum ein Verbrechen beobachtet haben und nach dem Aufwachen denken, dieses sei wirklich passiert.

Hier kommt derselbe Mechanismus wie bei den Schlafstörungen zum Tragen: Viele Menschen träumen, dass sie wach liegen und nicht schlafen können, obwohl sie längst schlafen. Unterscheiden können sie den Traum von der Realität am nächsten Morgen nicht mehr.

Wissenschaftliche Disziplinen hinter dem Träumen

Fakt ist also: Träumen ist eine faszinierende Sache, welche die Menschheit bereits seit langer Zeit beschäftigt – und ebenso die Wissenschaft. Trotzdem sind nach wie vor viele Fragen ungeklärt, was an verschiedenen Gründen liegt: Die Prozesse sind hoch komplex, die Wahrnehmung von Träumen ist subjektiv und die Gehirnforschung steckt noch in den Kinderschuhen.

Doch mit der Gehirnforschung ist ein spannendes Stichwort gefallen, denn sie spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, dem Träumen auf den Grund zu gehen. Allerdings ist sie nicht die einzige wissenschaftliche Disziplin dahinter. Auch

  • die Schlafforschung,
  • die Psychologie,
  • die Philosophie,
  • die Medizin sowie
  • die Physiologie

beschäftigen sich mit Träumen und den dahinter stehenden Mechanismen. Sie alle kommen zu spannenden Ergebnissen, die bereits vorgestellt wurden, doch sie kommen auch zu derselben Frage: Der Frage nach der Bedeutung von Träumen.

Träume und ihr Einfluss

Während sich die unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen also in vielerlei Hinsicht einig sind oder gegenseitig ergänzen, gehen die Meinungen weit auseinander, wenn es um die Traumdeutung geht. Die Theorien reichen von der Behauptung, Träume hätten keinerlei Bedeutung, bis hin zur Annahme, sie seien Zukunftsvorhersage. Weitere Theorien bewegen sich irgendwo dazwischen, von unbewussten Wünschen bis hin zu Erinnerungen aus der Kindheit.

Es gibt viele Möglichkeiten, was bei der Entstehung von Träumen eine Rolle spielen könnte. Vielleicht sind es mehrere von ihnen, vielleicht auch nichts davon. Solange die Forschung keine stichhaltigen Ergebnisse liefert, wird es um diese Thematik wohl noch viele Diskussionen geben. Trotzdem ist es schon jetzt spannend, einen Blick auf die Traumdeutung zu werfen, um sich eine eigene Meinung zu bilden.

Traumdeutung: unwissenschaftlicher Humbug?

Diese grundlegende Frage wird häufig gestellt, kann aber nicht pauschal beantwortet werden. Durchaus gab es in der Vergangenheit zahlreiche Versuche, Träume aus wissenschaftlicher Perspektive zu deuten. Zu eindeutigen Ergebnissen haben sie jedoch nicht geführt.

Das heißt trotzdem nicht, das Träume per se reine Willkür ohne jegliche Aussagekraft sind. Ein Stück weit ist Traumdeutung wohl Wissenschaft und Aberglaube zugleich. Wer jedoch die wissenschaftliche Sichtweise einnehmen möchte, muss sich für eine Perspektive entscheiden.

  • Manche gehen davon aus, dass hinter Träumen gewisse Symbole mit tiefgehender Botschaft stecken.
  • Andere sehen die Träume als oberflächlichen Ausdruck der Gedanken und Emotionen, mit denen das Gehirn arbeitet.
  • Manche sehen in Träumen eine Möglichkeit zur psychologischen Interpretation des Träumenden.
  • Wieder andere behaupten, die Schlussfolgerungen würden mehr über den Interpreten selbst aussagen.

Solange die Wissenschaft also keine Beweise dafür findet, dass sich Träume deuten lassen und wie, muss hier jeder seine eigene Herangehensweise finden. Die eigenen Träume zumindest zu beobachten, ist auf alle Fälle interessant. Nicht nur, um – wie bereits erwähnt – eventuelle Schlafstörungen frühzeitig erkennen zu können, sondern auch, da Träume der Schlüssel zur Kreativität sein können. Zumindest an dieser Stelle sind sich alle einig.

Träume als Inspiratoren – nicht nur für die Kunst

Viele Künstler lassen sich nämlich von ihren Träumen inspirieren, für Gemälde, musikalische Kompositionen, Theaterstücke oder andere kreative Werke. Sei es also reine Willkür, was das Gehirn im Traum zusammenspinnt, oder seien es tatsächlich verborgene Hinweise aus dem Unterbewusstsein: So oder so, dienen die mitunter skurrilen Geschichten aus dem Schlaf als Futter für die eigene Kreativität.

Allein deshalb kann es wertvoll sein, sich bewusst an die eigenen Träume zu erinnern oder dies zu lernen. Denn das luzide Träumen ist prinzipiell für jeden Menschen möglich und so gehört zumindest ein Problem der Vergangenheit an, nämlich der Albtraum.

Fazit

Es mag zwar immer noch nicht klar sein, ob Träume ein überkommenes Anhängsel der Evolution sind oder ob sie einen tieferen Nutzen zwischen Vergangenheitsbewältigung und Problemlösung haben. Dass jedoch jeder Mensch – und auch viele Tierarten – träumt, ist eine wissenschaftliche Tatsache. Und nicht zuletzt wegen der enormen Bedeutung allein für die Neurologie ist es ein Thema, welches die Wissenschaft wohl noch lange bewegen wird. Denn so viel wir heute auch schon wissen: Ausgeträumt hat es sich noch längst nicht.

18.05.2021

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