Josephs schwieriges Vermächtnis Die Revolution von oben scheitert - wissenschaft.de
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Josephs schwieriges Vermächtnis

Die Revolution von oben scheitert

Joseph II. musste einen Teil seiner vielen Reformen wieder zurücknehmen – zu stark war der Widerstand dagegen. Die Idee, ein aufgeklärter Herrscher könne Freiheiten dosiert zuteilen und ungestört weiterregieren, erwies sich als Illusion.

Kaiser Joseph II. gehört wohl zu den prominentesten Vertretern des aufgeklärten Absolutismus. Diese Form des Absolutismus wies in Österreich stärker die Ausprägung eines Reformabsolutismus auf und unterschied sich von der Regierungsweise eines Ludwig XVI. von Frankreich nicht nur durch neue propagandistische Selbstrechtfertigung. Joseph verfolgte auch zeitgemäßere innenpolitische Ziele und zielte auf ein neues Selbstverständnis der Monarchie. Der Kaiser ließ mit seinem absolutistischen Regierungsprinzip keine Selbstverwaltung zu, da diese Politik den Prinzipien des Absolutismus widersprochen hätte. Für den aufgeklärten Absolutismus waren besonders die Argumente der Naturrechtslehre entscheidend, mit denen die Reformen gegenüber der ständischen und kirchlichen Opposition verteidigt wurden, obwohl gerade der Absolutismus mit seinem Grundsatz der unbeschränkten Souveränität des Herrschers im Widerspruch zur Lehre des Naturrechts stand.

Der aufgeklärte Absolutismus in Österreich überwand jedoch immerhin, wie die Reformmaßnahmen verdeutlichten, den Feudalismus auf politischer, wenn auch nicht auf sozialer Ebene. Er stieß dort an Grenzen, wo die Persönlichkeit des Herrschers eine zentrale Rolle spielte. Der aufgeklärte Absolutismus wollte eine Monarchie, in der der Herrscher durch Gesetze gebunden war, während die radikale Aufklärung letztlich die Monarchie beseitigen und die Strukturen des Feudalismus endgültig zerstören wollte.

Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 01/2013.

Prof. Dr. Helmut Reinalter

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