Stefan Pfeiffer Die Ptolemäer - wissenschaft.de
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Stefan Pfeiffer

Die Ptolemäer

Mit dem Tod Alexanders des Großen begann in Ägypten die 300-jährige Dynastie der Ptolemäer. Sie war die stabilste und erfolgreichste in der langjährigen Geschichte des Landes, brachte mit Kleopatra VII. eine der bekanntesten Herrscherinnen der Antike hervor und endete erst mit der Eroberung Alexandrias durch Octavian, den späteren Kaiser Augustus. Trotzdem findet das ptolemäische Ägypten in der modernen Forschung kaum Beachtung. Einzeluntersuchungen prägen das Forschungsbild, kohärente Synthesen gibt es kaum. Ausnahmen bilden hier lediglich das Buch „Geschichte des Ptolemäerreiches“ von Günther Hölbl (Darmstadt 1994), welcher den Fokus auf Politik-, Ideologie- und Religionsgeschichte legt, Wirtschafts- und Sozialgeschichte allerdings nur kursorisch behandelt. Zu nennen ist außerdem das 2001 erschienene Werk „Ägypten in hellenistischer Zeit 332 – 30 v. Chr.“ von Werner Huss (München 2001), welches vor allem die Strukturgeschichte erörtert.

Stefan Pfeiffer bietet mit seinem Buch „Die Ptolemäer. Im Reich der Kleopatra“ ein sehr gutes Grundlagenwerk und setzt neben dem Schwerpunkt der Politikgeschichte auch Akzente in der Alltags-, Sozial-, Wirtschafts- und Religionsgeschichte. Die einzelnen Kapitel befassen sich jeweils mit einem ptolemäischen Herrscher, bilden aber dennoch ein kohärentes Gesamtwerk. Pfeiffer schildert die gesellschaftlichen Verhältnisse und die sozialen Identitäten in Ägypten und belegt stringent, wie die ptolemäischen Könige es schafften, ein multiethnisches Land erfolgreich zu regieren.

Der Autor geht, wenn obligat, auf den aktuellen Forschungsstand und Quellenproblematiken ein und dokumentiert dabei plausibel seine Vorgehensweise. Er arbeitet sowohl mit griechischen als auch ägyptischen Quellen. Zudem berücksichtigt seine Quellenauswahl neben Zeugnissen der gesellschaftlichen Eliten auch jene der einfachen Bürger. Dass Pfeiffer dabei mit Übersetzungen arbeitet, ermöglicht es auch einem breiteren Publikum, die abgedruckten Quellen zu verstehen. Ergänzt wird das Ganze durch ein ausführliches Literaturverzeichnis mit Register, ein Stemma, zwei Karten, sowie einige anschauliche Bilder. Eine ausführliche Einbettung in die Vorgeschichte und die Auswirkungen der Ptolemäer-Herrschaft auf die direkt folgende Kaiserzeit wären wünschenswert gewesen, dafür geht der Autor aber abschließend auf die Bedeutung der Ptolemäer für die Gegenwart ein.

Auch wenn das vorliegende Werk wohl auf knapp 300 Seiten begrenzt werden musste, weshalb einzelne Thematiken nur komprimiert geschildert werden konnten, liefert es eine zusammenfassende, adäquate Synthese über die Ptolemäer und ist sowohl für Geschichtsinteressierte und Studierende als auch für Fachhistoriker sehr empfehlenswert.

Rezension: Marius Ellermeyer

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Stefan Pfeiffer
Die Ptolemäer
Im Reich der Kleopatra
Verlag Kohlhammer, Stuttgart 2017, 289 Seiten, € 32,-

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