Rétif de la Bretonne Paris und die Revolution - wissenschaft.de
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Rétif de la Bretonne

Paris und die Revolution

Rétif de la Bretonne, 1734 in Auxerre geboren, zog als Drucker und Schriftsteller nach Paris, wo er in die aufgewühlte revolutionäre Atmosphäre der Stadt eintauchte. In den „Nächten von Paris“ schildert er seine Beobachtungen und Reflexionen; sie sind jetzt endlich auf Deutsch erschienen. Mit Bretonne durchstreift der Leser die dunkle Seite der Metropole, ihre Tavernen und Bordelle, jene „abscheuliche, mit Nelken und Rosen verkleidete Kloake des Lasters“. Eine Parallelwelt der Nachtschwärmer und Vergnügungssüchtigen, der Armen, Kriminellen und Verlierer tut sich auf, aber wir lesen auch von einer schwermütigen Marquise und Beispielen adliger Großzügigkeit.

Dramatisch schildert Bretonne, wie er 1789 Zeuge des Ausbruchs der Revolution wurde. Es ereigneten sich Szenen des Ausbruchs von Wut und Hass; ein Kapitel ist überschrieben mit „Der letzte Tag der Reichen ist gekommen“. Am 14. Juli, dem Tag der Eroberung der Bastille, bekennt sich der Autor zu einem ambivalenten Gefühl zwischen Freude und Abscheu: Einerseits war das finstere Gemäuer des Unrechts nun endlich gefallen, andererseits wurden angebliche Volksfeinde von den Revolutionären in einem Rausch exzessiver Gewalt sogleich an den Laternen gehängt. Der Autor fragt sich: „Haben die Menschen überhaupt das Recht, ihresgleichen mit dem Tode zu bestrafen?“ Und antwortet: „Nein“.

Rezension: Dr. Heike Talkenberger

Rétif de la Bretonne
Die Nächte von Paris
Verlag Galiani Berlin, Köln 2019, 522 Seiten, € 39,95

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