David Crispin Religion und Gewalt - wissenschaft.de
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David Crispin

Religion und Gewalt

Die Kreuzzüge gehören zu denjenigen Ereignissen des Mittelalters, die noch immer auf großes Interesse stoßen. Dabei herrscht die gängige Vorstellung, dass religiöser Fanatismus und exzessive Gewalt die Kriege zwischen Christen und Muslimen prägten. Die grundsätzliche Frage nach dem Gewaltpotential des Christentums wird diskutiert.

In diesen Kontext lässt sich die überarbeitete Dissertation von David Crispin einordnen. Er untersucht nicht die konkreten (Gewalt-)Handlungen, sondern fragt nach der Darstellung und Bewertung von Krieg und Gewalt in der zeitgenössischen christlichen Überlieferung. Vor allem Urban II. hatte ausdrücklich die Verbreitung des Christentums mit Gewalt befürwortet. In den Berichten der Teilnehmer am Ersten Kreuzzug interpretierten diese ihren Erfolg – die Eroberung Jerusalems – als direktes Eingreifen Gottes, dessen Willen sie erfüllten. Zum entscheidenden Bezug für dieses Selbstverständnis wurde das Alte Testament, vor allem der Freiheitskampf der Makkabäer. Wie diese sahen sich die christlichen Kämpfer dazu aufgerufen, die von den Ungläubigen verschmutzten heiligen Stätten zu „reinigen“, auch und gerade mit Gewalt.

Rezension: Dr. Heike Talkenberger

David Crispin
„Ihr Gott kämpft jeden Tag für sie“
Krieg, Gewalt und religiöse Vorstellungen in der Frühzeit der Kreuzzüge (1095 – 1187)
Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2019, 241 Seiten, € 49,90

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