
Vor 40 Jahren, im Juni 1985, unterzeichneten Frankreich, Belgien, Luxemburg, die Niederlande und die Bundesrepublik Deutschland im kleinen luxem burgischen Ort Schengen ein Abkommen, das zur Schaffung eines Europas ohne Kontrollen an Binnengrenzen führen sollte. 1995 trat das Abkommen in Kraft. Die Karte des Leibniz-Instituts für Länderkunde zeigt die Entwicklung des Schengen-Raums, der heute 29 Länder umfasst: 25 der 27 EU-Mitgliedstaaten sowie alle vier Mitglieder der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA (Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz).
Mit einer Fläche von über vier Millionen Quadratkilometern, einer Bevölkerung von fast 420 Millionen Menschen und täglich 3,5 Millionen Grenzübertritten ist der Schengen-Raum die weltweit größte Region freien Grenzverkehrs. Das Abkommen gilt als Meilenstein der Europäischen Integration. Von Beginn an war das Konzept der Freizügigkeit innerhalb des Schengen-Raums mit einer massiven Verstärkung der Außengrenzen verbunden. Bis 2015 wurden Kontrollen an den Binnengrenzen der Schengen-Staaten fast ausschließlich für einige Tage im Zusammenhang mit gesellschaftlichen oder politischen Großereignissen durchgeführt. Doch die „Migrationskrise“ 2015 und die COVID-19-Pandemie haben den Schengen-Raum grundlegend verändert und Grenzkontrollen normalisiert. Stand Juni 2025 kontrollieren elf von 29 Mitgliedern ganz oder in Teilen Binnengrenzen zu anderen Schengen- Staaten. Dazu gehört auch Deutschland, dass die Maßnahme mit der „Erforderlichkeit, die irreguläre Migration weiter einzudämmen“ sowie dem „Schutz der inneren Sicherheit“ begründet. Länder die ebenfalls eingeschränkte Kontrollen durchführen, sind: Niederlande, Österreich, Slowenien, Spanien, Dänemark, Frankreich, Norwegen, Schweden, Bulgarien und Italien.
Die ganze Karte noch einmal als pdf-Datei (1,51 MB) gibt es hier.




