Die ersten vier Generationen von Mobilfunknetzen haben elektromagnetische Wellen mit Frequenzbändern von etwa 400 MHz (Megahertz) bis 2 GHz (Gigahertz) benutzt. Doch diese Bänder sind inzwischen fast voll belegt. Die fünfte Generation benutzt daher höhere Frequenzbänder bis zu 50 GHz. Sie liegen bei Wellenlängen im Millimeterbereich, die zuvor nicht zum Einsatz gekommen waren. Aus gutem Grund: Langwellige elektromagnetische Wellen – also kleine Frequenzen – passieren Häuser, Bäume und auch Menschen fast ungestört. Im Millimeterbereich hingegen können die Wellen von solchen Hindernissen gestreut oder absorbiert werden. Diese Wellenlängen eignen sich daher schlecht, Daten über lange Strecken zu übermitteln.
Die Idee von 5G ist, die Signale von Mobiltelefonen mit niedriger Leistung auf hohen Frequenzen im Nahbereich – den sogenannten kleinen Zellen des Netzwerks – zu sammeln und sie dann über größere Antennen mit höherer Leistung über längere Strecken zu senden. Die 5G-Technologie wird schon seit einigen Jahren in die Realität umgesetzt. Schätzungen des US-amerikanischen Unternehmens Cisco Systems zufolge werden im nächsten Jahr weltweit etwa zehn Prozent der Mobilverbindungen 5G benutzen. Auch in Deutschland ist 5G bereits in einigen Gebieten verfügbar.
Da 5G das erste Funknetzwerk ist, das in diesem Frequenzbereich arbeitet, liegen bislang kaum Studien zu möglichen gesundheitlichen Konsequenzen vor. Fest steht: Die elektromagnetische Strahlung im 5G-Bereich hat zu wenig Energie, um Moleküle direkt zu schädigen. Man setzt sie schon seit Langem in der Medizin ein, und sie wird weitgehend als harmlos eingestuft. Bei hoher Leistung kann sie allerdings Gewebe aufwärmen, deshalb gibt es gesetzliche Richtlinien, die Anbieter berücksichtigen müssen.
Minderwertige Qualität
Eine Studie, die letztes Jahr in einem Fachjournal veröffentlicht wurde, fasste die Ergebnisse von 107 Experimenten zum Einfluss von Millimeterwellen auf Gewebe zusammen. Keines dieser Experimente fand etwas eindeutig Besorgniserregendes. Besorgniserregend ist aber, dass die Autoren der Übersichtsstudie fast jedes der vorliegenden Experimente als minderwertig in der Qualität einstufen. Lediglich für zwei Experimenten befanden sie das Design als „gut“, und nur eines erhielt den maximalen Qualitätswert. Sie schlussfolgern: „Eine systematische Zusammenfassung der verschiedenen Effekte [von 5G-Strahlung] auf lebendes Gewebe ist derzeit nicht möglich.“ Die Weltgesundheitsorganisation arbeitet an einer eigenen Übersichtsstudie zum Thema. Sie soll im Dezember dieses Jahres erscheinen.
Ein bekannter Nebeneffekt von 5G ist hingegen, dass es Meteorologen Kopfschmerzen bereitet, zumindest metaphorisch. Das liegt daran, dass der Wassergehalt der Atmosphäre zu den wichtigsten Daten für Wettervorsagen gehört. Er wird von Satelliten gemessen, die bestimmte Resonanzfrequenzen der Wassermoleküle auffangen.





