Tatsächlich verliert ein erwachsener Mensch jede Minute seines Lebens etwa 50.000 Hautschuppen, von denen jede einzelne aus zahlreichen zusammenhängenden Oberhautzellen besteht. Sie sind mikroskopisch klein und machen den größten Teil des Hausstaubs aus, von dem man sich immer wundert, wo er ständig aufs Neue herkommt. Insofern wäre die Bezeichnung „Hautstaub“ treffender. Auf diese Weise erneuert sich unsere Oberhaut etwa einmal pro Monat komplett – im Lauf eines Lebens acht- bis neunhundert Mal. Zwar wiegen die winzigen Hautschuppen, für sich genommen, fast nichts, doch mit der Zeit kommt insgesamt eine ganz beträchtliche Masse zusammen: Bei einem 70-Jährigen sind das immerhin rund 25 Kilogramm, was bedeutet, dass sein Körper im bisherigen Verlauf des Lebens Haut mit dem Gewicht eines achtjährigen Kindes verloren und neu gebildet hat.
Den ständigen Erneuerungsprozess kann man an sich selbst gut beobachten, wenn man von der Sonne braun geworden ist. Die Färbung beruht nämlich darauf, dass sich die Haut gegen die Strahlung schützt, indem sie in die äußeren Zellschichten einen Farbstoff namens Melanin einlagert. Und da die braunen Zellen genau wie alle anderen nach und nach abgestoßen werden, ist es mit dem attraktiven Teint bald wieder vorbei, wenn er nicht permanent aufgefrischt wird.
Die Wolke aus Hautstaub, die jeden Menschen umgibt, ist übrigens der Grund dafür, dass Mitarbeiter in Chipfabriken während der Arbeit absolut dichte Schutzanzüge tragen müssen. Denn selbst die kleinsten Schmutzteilchen würden auf den winzigen Strukturen der Mikrochips großen Schaden anrichten. Und weil jeder von uns rund um die Uhr Hautschuppen abstößt, die sich – nachdem sie eine Weile durch die Luft gesegelt sind – irgendwo auf Fußboden und Möbeln absetzen, kann man in seiner Wohnung saugen und wischen, so oft und gründlich man will: Gegen den Staub ist man chancenlos.
Aber natürlich erneuert sich nicht nur unsere Haut ununterbrochen, sondern praktisch alle anderen Körperteile tun dies auch. Je nach Organ geht das jedoch in sehr unterschiedlichem Tempo vonstatten. So erneuert sich etwa die innere Zellschicht unseres Darms alle zwei Tage komplett, während einige Zellen des Zentralnervensystems ein Leben lang halten.





