Die Frage „Darf man sich etwas wünschen, wenn man eine Sternschnuppe sieht“ kann man aus naturwissenschaftlicher Sicht also leicht beantworten: Ja, selbstverständlich darf man sich etwas wünschen. Man kann sich aber auch etwas wünschen, wenn man gerade keine Sternschnuppe sieht. Was wir uns wünschen und wann wir es tun, ist den Staubteilchen aus dem All vollkommen Schnuppe.
Ist eine Sternschnuppe wunschlos glücklich?
Im Gegensatz dazu fragt sich allerdings kaum jemals jemand, ob sich auch eine Sternschnuppe etwas wünschen darf, wenn sie einen Menschen sieht. Und ob sie auch nichts verraten darf, weil der Wunsch sonst nicht in Erfüllung geht. Nur weil es sich bei einer Sternschnuppe um eine Leuchterscheinung handelt, also um Licht, ohne Bewusstsein, heißt das nicht, dass sie wunschlos glücklich sein muss. Nur, weil nie wer fragt. Das hole ich hiermit gerne nach.
Es heißt ja immer: „Es gibt keine dummen Fragen!“ Also versuchen wir uns einfach mal an einer Antwort. Was braucht man, wenn man sich etwas wünscht? Erstens Zeit, um den Wunsch zu denken oder zu formulieren. Und zweitens nochmal Zeit, damit der Wunsch sich erfüllen kann. Wir müssen also noch einmal umformulieren und landen bei der nachdenklichen Sinnfrage: „Wie viel Zeit hat Licht?“
Was sagte Albert Einstein dazu?
Die Grenzen zwischen tiefsinniger Philosophie und Unsinn sind ja nicht immer klar definiert. Was diejenigen, die tiefsinnige Philosophie betreiben, natürlich bestreiten würden. Aber die haben ja auch keine Ahnung von Sternschnuppen. Lassen wir also diese Frage von einem Naturwissenschaftler beantworten: Albert Einstein. Der hat sich definitiv sehr viele Gedanken über Zeit und Licht gemacht.
Licht bewegt sich ja mit einer bestimmten Geschwindigkeit. Und früher dachte man, dass diese Geschwindigkeit auch davon abhängt, wie schnell sich das bewegt, was das Licht aussendet. Licht aus den Scheinwerfern eines Autos sollte schneller sein als Licht, das aus der Lampe eines Fahrrads kommt – sofern das Auto nicht sehr langsam und das Fahrrad nicht sehr schnell fährt. Ist aber nicht so, wie man damals in Experimenten festgestellt hat. Das hat viele verwirrt, nicht aber Einstein. Der hat sich einfach gesagt: „Wenn Licht immer die gleiche Geschwindigkeit hat, egal wie schnell sich die Lichtquelle bewegt, dann ist das halt so. Und wir schauen jetzt, wohin uns das führt!“
Geführt hat es zu einem revolutionären neuen Weltbild! Denn wenn sich zwei Lichtstrahlen exakt gleich schnell bewegen, die Lichtquellen aber nicht, dann muss sich ja trotzdem irgendwas ändern. Und zwar unsere Vorstellung von Raum und Zeit! Diese beiden Phänomene kann man erstens nicht unabhängig voneinander betrachten, und zweitens hängt unser Erfahrung dieser „Raumzeit“ davon ab, wie schnell wir uns bewegen. Wir alle bewegen uns ständig durch die Raumzeit und tun das – vereinfacht gesagt – mit immer der gleichen Geschwindigkeit. Wenn sich etwas sehr schnell durch den Raum bewegt, bleibt weniger für die Bewegung durch die Zeit übrig. Oder anders gesagt: Je schneller man unterwegs ist, desto langsamer vergeht die Zeit.





