Die könnten allerdings behaupten, wir Menschen seien schuld und unsere Art, Tiere zu züchten und nicht sie selbst. Aber auch wenn die unverschämten Weidetiere die Verantwortung nicht übernehmen wollen, sollten wir dringend die Methanproduktion reduzieren. Dazu gibt es mehrere Ideen, und eine davon lautet: Känguru-Kot-Transplantation. War vermutlich auch Ihr erster Gedanke und ist eigentlich selbsterklärend. Erlauben Sie trotzdem noch ein paar Worte dazu.
Verdauung à la Känguru
Seit den 1970er-Jahren nimmt man an, dass Känguru-Flatulenzen so gut wie kein Methan enthalten. Schuld daran seien spezielle Bakterien im Darm der Beuteltiere. Das bedeutet nicht nur, dass Känguru-Flatulenzen viel schlechter brennen als unsere, sondern auch, dass man die Methanproduktion bei Rindern reduzieren könnte, wenn man ihnen Mikroorganismen aus dem Känguru-Verdauungstrakt einpflanzen würde.
Das klingt absurder, als es ist. Auch bei Menschen werden Stuhltransplantationen seit geraumer Zeit erfolgreich eingesetzt, beispielsweise bei entzündlichen Darmerkrankungen. Dabei wird der Stuhl eines gesunden Spenders in den Darm einer erkrankten Person übertragen. Wie macht man das in der Praxis? Unser Darm hat einen Eingang und einen Ausgang. Und über einen der beiden Zugänge muss der Transfer stattfinden.
Der Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt, zwei Möglichkeiten werden jedoch naheliegenderweise medizinisch favorisiert. Einerseits der Einlauf. Das kennt man als Maßnahme gegen hartnäckige Verstopfung oder vor Geburten. Damit dem Neugeborenen nicht gleich ein Geschenk gemacht wird, wenn es den Geburtskanal verlassen hat – mit dem Hinweis, auf welche Welt es da kommt. Die Vorstellung eines Schlauchs im Anus ist vielen jedoch emotional nicht sehr nahe. Und sie entscheiden sich für den Vordereingang. Entweder in Form von stuhlgefüllten Tabletten oder per Nasensonde, vorbei an den Geschmacksknospen, wird die Ladung direkt in den Magen abgeschlaucht.
Wie man lieber schnabuliert, ist vermutlich ein bisschen Neigungssache. Bei Tabletten muss man in kurzer Zeit relativ viele einnehmen, um eine nennenswerte Menge Stuhl in den Darm zu bringen. Die sind zwar mit Kot gefüllt, das stimmt, aber es handelt sich um gefriergetrockneten Kot umgeben von einer Hülle, die sich erst im Darm auflöst.
Kleiner Tipp: Unzerkaut schlucken
Falls Sie einmal in den Genuss einer solchen Therapie kommen: Schlucken Sie die Tablette unzerkaut in einem Stück. Klingt nach einer einfachen und sehr volkstümlichen Lösung gegen die Klimakrise. Und prinzipiell könnte man mit Känguru-Kot gegen die Klimakrise arbeiten, hätte man nicht vor Kurzem herausgefunden, dass Kängurus leider doch deutlich mehr Methan produzieren als angenommen. Nicht nur Volkswägen, sondern auch Känguru-Mägen weisen also gefälschte Abgaswerte aus. Schade.





