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Technik|Digitales

1200 Kilometer mit einer Tankfüllung: Brennstoffzellenfahrrad mit Rekordreichweite

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Mit einer Tankfüllung Wasserstoff 1200 Kilometer weit fahren: Diesen Reichweitenrekord schafft der Ulmer Student Jörg Weigl mit seinem Brennstoffzellenfahrrad, das er nun auf der Wasserstoff-Expo in Hamburg vorstellte. Angetrieben von einer Brennstoffzelle erreicht sein Liegerad mit Anhänger eine Reisegeschwindigkeit von rund dreißig Kilometern in der Stunde. Tritt er zusätzlich noch ein wenig in die Pedale, können es auch mehr als vierzig werden.

Sparsam wie kaum ein anderes je gebautes Fahrzeug ist das Liegerad von Jörg Weigl. „Das ist nur so ein Projekt aus Begeisterung“, erzählt Weigl, der an der Fachhochschule Ulm sein Maschinenbaustudium begonnen hat und nun an die FH in Emden gewechselt ist. In Eigenregie hat er aus einem handelsüblichen Liegerad mit Anhänger das weltweit erste langstreckentaugliche Brennstoffzellenfahrrad gebaut. Für den Vortrieb sorgt dabei ein 400 Watt starker Elektromotor, der in die Vordernabe eingebaut ist und über einen Drehgriff am Lenker gesteuert wird.

Mit Strom beliefert wird der Motor durch ein Brennstoffzellen-„Kraftwerk“ auf dem Fahrradanhänger. Es besteht aus einem 26 Liter-Drucktank, der mit bis zu 350 bar befüllt werden kann, und einem 300-Watt-Brennstoffzellenblock des amerikanischen Unternehmens H-Power. Als Energiepuffer hat Weigl noch einen Bleiakku eingebaut, der verhindert, dass die Brennstoffzelle beim Anfahren und Beschleunigen an ihre Leistungsgrenze gerät und abschaltet.

Vierzig Stunden, so hat der Student ausgerechnet, kann das Fahrrad mit einer Tankfüllung fahren. Das entspricht im Verbrauch dem Energie-Äquivalent von 0,15 Litern Dieselkraftstoff je hundert Kilometer und einer Reichweite von 1200 Kilometern ? mehr als jedes andere Brennstoffzellenfahrzeug. So weit gefahren ist Weigl freilich noch nicht. Auf große Tour soll es erst gehen, wenn der Aufbau vom TÜV abgenommen ist. „Sicher ist eine Tour durch Deutschland“, freut sich der angehende Maschinenbauingenieur, „schön wäre aber auch eine Fahrt nach Skandinavien.“ Sorgen um das Tanken muss sich Weigl nur bedingt machen, denn das Rad kann auch mit handelsüblichen Wasserstoffgasflaschen betankt werden.

Nächstes Ziel des jungen Entwicklers ist, das Fahrrad „etwas smarter zu machen“, wie er sagt. Der Anhänger soll ganz verschwinden, die Technik komplett in dem Transportkoffer auf dem Rad Platz finden. Auch will er die genauen Leistungsdaten der Konstruktion in allen Details ausmessen, woraus obendrein seine Diplomarbeit werden soll.

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Ob sein Brennstoffzellenfahrrad jemals als kommerzielles Produkt gebaut und verkauft werden wird, ist fraglich. Allein der Materialwert liegt bei rund 15.000 Euro. Ein paar würde man vielleicht schon verkaufen können, schätzt Weigl. Doch ein Massenprodukt werde sicherlich nicht daraus.

Ulrich Dewald
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