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Technik+Digitales

Das Prinzip von Algorithmen

Symbolbild Algorithmus
Der Algorithmus stammt eigentlich aus dem Fachbereich der Mathematik. Heute jedoch durchziehen Algorithmen zahlreiche Lebens- und Forschungsbereiche. (Bild: pixabay.com, Elchinator )
Der Begriff Algorithmus stammt eigentlich aus der Mathematik und bezeichnet die Lösung eines Problems mithilfe von fest definierten Regeln. Die bekanntesten Algorithmen der Mathematik sind das Gauß’sche Eliminationsverfahren und der Algorithmus von Euklid. Heute bezeichnet ein Algorithmus meist einen Eingabe-Ausgabe-Zusammenhang.

Was verbirgt sich hinter den Algorithmen von Euklid und Gauß?

Der Euklidische Algorithmus ist eine Formel, die die Berechnung des größten gemeinsamen Teilers ermöglicht. Zunächst wird die größere Zahl durch die kleinere Zahl dividiert, im zweiten Schritt wird der Divisor durch den Rest dividiert. So lässt sich die Frage nach dem größten gemeinsamen Teiler zweier Zahlen vergleichsweise schnell beantworten. Das Gauß’sche Eliminationsverfahren kommt hingegen an anderer Stelle zum Einsatz, nämlich bei der Lösung von linearen Gleichungen. Das Gauß’sche Verfahren wird in einer Art Matrix skizziert, anschließend werden die einzelnen Zeilen umgeformt. Aufgelöst werden sie nach dem rekursiven Verfahren.

Wie hängt die Logik eines Algorithmus mit dem Internet zusammen?

Der Suchmaschinen-Algorithmus funktioniert nach einem ebenfalls schematischen Prinzip. Zunächst erfolgt die Wortanalyse, dann der Abgleich des Suchbegriffs, das Ranking der Suchbegriffe, die Überprüfung der Ergebnisse und der Kontext der Suchanfrage. Dass passiert rein technisch und in Sekundenschnelle, denn der Zeitraum zwischen der Eingabe des Suchbegriffs und der Ausgabe des Suchergebnisses ist kaum messbar. Für jeden einzelnen Internetseitenbetreiber, der auch aktiv von Usern gefunden werden möchte, bedeutet das, dass Google oder eine andere Suchmaschinen quasi mit den „richtigen“ Content-Angeboten angelockt wird, um als Ergebnis in der Liste zu erscheinen.

Aktiv damit beschäftigt, die besten Suchergebnisse zu liefern, sind heute eher selten Mathematiker, sondern vielmehr Marketingexperten, die beispielsweise in Online-Agenturen tätig sind und den Algorithmus nicht nur verstehen können. Sie wissen auch, welche Stellschrauben zu betätigen sind, damit eine Internetseite in den Suchergebnissen ganz weit oben auftaucht. Versierte Online-Agenturen beherrschen heute die komplette Klaviatur der Suchmaschinenoptimierung. Sie agieren als Linkbuilding-Agentur und kümmern sich darüber hinaus um die komplette Onpage- und/oder Offpage-Optimierung.

Wie funktionieren On- und Offpage-Maßnahmen?

Für beide Fälle ist es wichtig, den Algorithmus zu kennen und diesem die Inhalte zu liefern, die er erkennen und als Antwort ausgeben kann.

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  • Zu den wichtigsten Onpage-Optimierungsmaßnahmen gehören suchmaschinenoptimierte Texte, korrekt angelegte und gesetzte HTML-Codes, eine URL mit aussagekräftigen Keywords, interne Verlinkungen und Deep Links. Auch die mobile Optimierung und kurze Ladezeiten gehören zu den Punkten, auf die bei einer Onpage-Optimierung der Blick fällt, um dem Algorithmus aufzufallen.
  • Im Gegensatz dazu lassen sich Offpage-Optimierungsmaßnahmen nur geringfügig beeinflussen, sind aber auch ein Detail, das beim Suchmaschinen-Algorithmus eine Rolle spielt. Für die Praxis bedeutet das: Wird eine Internetseite empfohlen, passiert das meist via Backlink. So wird beispielsweise von einer Seite zur anderen „verlinkt“. Diesen Link, den sogenannte Backlink, klassifiziert der Algorithmus als Empfehlung, was für den Inhalt und die Seite spricht.

Inwiefern steckt eine Wissenschaft hinter dem Suchmaschinen-Algorithmus?

Eine professionelle Online-Marketing-Agentur prüft zunächst den Status Quo, also alle Links, die auf die Seite verlinken oder erstellt ein Linkprofil der zu bearbeitenden Seite. Dieses wird in der Praxis dann abgeglichen mit dem Linkprofil des Wettbewerbers. Zudem kann so herausgefunden werden, inwiefern Links auf die Seite zeigen, die vielleicht sogar kontraproduktiv sind und vom Algorithmus als negativ klassifiziert werden. Das Resultat wäre dann eine „Strafe“ seitens der Suchmaschine, also eine schlechtere Rankingposition.

Gibt es Algorithmen nur in der Mathematik und bei Suchmaschinen?

Mitnichten beschränkt sich der Funktionsbereich von Algorithmen auf die Bereiche Mathematik und Online-Marketing. Allerdings sind sie die bekanntesten Bereiche, in denen Algorithmen zum Einsatz kommen. In der Praxis kommen sie meist dort zum Einsatz, wo die IT dabei unterstützen kann, einen Weg aus dem Labyrinth zu finden, um komplexe Themen korrekt zu planen und auch zu kontrollieren.

Zum Einsatz kommen Algorithmen in Flugzeugen, aber auch bei Bankautomaten sowie bei diversen internetfähigen Endgeräten, wie beispielsweise Tablet, Smartphone und Smart TV. Beim E-Commerce, beim Streaming und Gaming sind Algorithmen Gang und Gäbe. Auch im Finanzsektor sind sie eine wichtige Grundlage. Während sie im Bereich Finanzen beispielsweise zur Berechnung der Kreditwürdigkeit genutzt werden, sollen sie beim Gaming für gerechte Chancen auf einen Sieg sorgen. Selbst Fahrer von modernen Autos sind umgeben von Algorithmen, wie beispielsweise dem Assistenten, der selbstständig das Auto parkt, oder dem Navigationsgerät, das zuverlässig ans richtige Ziel navigiert. Von Meteorologen und Meteorologinnen werden Algorithmen dazu genutzt, um Wetterphänomene vorauszusagen. In der Medizin sind Algorithmen häufig im Bereich der Frühwarnsysteme im Einsatz. In der Natur kann ein Algorithmus ein Gefährdungsrisiko vorhersagen.

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