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Wärmepumpentrockner – Energieeffizienz und Einsparpotenzial

Wäschetrockner
Trockner zählen dank kontinuierlicher Weiterentwicklung heute zu den sparsamsten Großgeräten im Haushalt. (Bild: fotolia.com, dima_pics)
Lange Zeit war das maschinelle Trocknen von Wäsche zwar praktisch, leider aber auch sehr teuer und nicht gerade umweltschonend. Der allererste Trockner, der um 1800 von dem französischen Erfinder Pochon konstruiert wurde, musste noch mühsam von Hand betrieben werden. Mit der Energieeffizienz gab es damals noch kein Problem, eine echte Entlastung bei der Hausarbeit mögen die ersten Modelle aber kaum dargestellt haben.

Seit der Entwicklung der ersten elektronischen Wäschetrockner zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat die Technologie, die in diesen Haushaltsgeräten verwendet wird, allerdings den einen oder anderen Quantensprung hingelegt. Der Wandel vom Ablufttrockner zum Kondenstrockner hat die Geräte erstmals in einen Effizienzbereich gebracht, in dem sich die Nutzung in vielen Haushalten lohnte.

Aber erst in den letzten zehn Jahren hat die Technologie noch einmal so stark nachgelegt, dass moderne Trockner heute zu den sparsamsten Großgeräten im Haushalt gezählt werden können, die ihren Anschaffungspreis durchaus wert sind. Diesen letzten großen Quantensprung haben die Haushaltsgeräte der hoch effizienten und umweltschonenden Wärmepumpentechnologie zu verdanken. Die neuen Modelle schaffen den Sprung von Energieeffizienzklasse B oder C bis zu A+, A++ oder sogar A+++. Damit verbrauchen Wärmepumpentrockner erfreulich wenig Strom und schonen damit nicht nur die Finanzen, sondern auch die Umwelt.

So funktioniert die Technologie des Wärmepumpentrockners

Wärmepumpen sind keine ganz neue Erfindung im Bereich Energieeffizienz. Für die Nutzung von Erdwärme werden entsprechende Technologien seit einigen Jahren eingesetzt und immer weiter ausgebaut. So können inzwischen beispielsweise Wohnräume mithilfe von Wärmepumpen äußerst energieeffizient und umweltschonend beheizt werden.

In der Trocknertechnologie ist der Einsatz von Wärmepumpen allerdings eine verhältnismäßig neue Idee. Seit ungefähr 10 Jahren forschen Entwickler an einem möglichst effizienten Einsatz der modernen und umweltschonenden Technologie und inzwischen haben viele namhafte Hersteller von Elektrogeräten verschiedene Wärmepumpentrockner im Programm.

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Die grundsätzliche Funktionsweise des Wärmepumpentrockners unterscheidet sich kaum von seinem Vorgängermodell, dem Kondenstrockner. Im Gerät wir auf elektronischem Wege heiße Luft erzeugt, die zum Trocknen der Wäsche in die Wäschetrommel geleitet wird. Dort entzieht die heiße Luft der Wäsche die Feuchtigkeit und leitet sie wieder aus der Wäschetrommel hinaus. Bei einem Kondenstrockner wird die feuchte Luft in den Kondensator geleitet und dort soweit abgekühlt, dass Kondenswasser entsteht, das in einem Sammelbehälter aufgefangen wird.

An dieser Stelle funktioniert der Wärmepumpentrockner anders, denn er ergänzt den Gesamtvorgang um einen zusätzlichen Kreislauf. Im Kondensator des Wärmepumpentrockners ist ein spezielles Kühlmittel enthalten, das die feuchte Luft aus der Wäschetrommel nicht nur abkühlt, sondern die Wärme auch speichert. Die gespeicherte Wärme kann das Kühlmittel nun wieder an der Stelle abgeben, an der im ersten Trocknerkreislauf die Luft erwärmt wird, um sie in die Wäschetrommel zu leiten. Während bei einem herkömmlichen Kondenstrockner die warme Luft nach dem Trocknungsvorgang an den Außenbereich abgegeben wird, kann die eingebaute Wärmepumpe in den modernen Trocknermodellen diese Energie speichern und weitergeben, um sie erneut nutzen zu können.

Die Luft, die zum Trocknen der Wäsche erwärmt wird, kann also die überschüssige Wärme aus dem vorherigen Zyklus nutzen und muss nicht durch erneute Energiezufuhr erwärmt werden.

Darüber hinaus sind die meisten Wärmepumpentrockner mit hoch sensiblen Sensoren ausgestattet, die die Feuchtigkeit in der Wäschetrommel messen und die Laufzeit und die Luftzufuhr entsprechend anpassen können. So lassen sich hervorragende Trocknungsergebnisse bei minimaler Laufzeit erzielen.

So energieeffizient arbeiten Wärmepumpentrockner

Eine genaue Aussage zur Energieersparnis durch einen Wärmepumpentrockner lässt sich natürlich nicht treffen. Es kommt darauf an, wie häufig der Trockner genutzt und welche Programme überwiegend ausgewählt werden. Auch der individuelle Stromtarif und die Abrechnungsmodalitäten wirken sich entscheiden darauf aus, welche Kostenersparnis ein Wechsel auf einen Wärmepumpentrockner für einen einzelnen Haushalt mit sich bringen kann.

Eine grobe Richtlinie zur Berechnung des Einsparpotenzials haben wir im Vergleich auf STERN gefunden:

Klassische Kondenstrockner verbrauchen in einem durchschnittlichen Haushalt und bei durchschnittlicher Auslastung etwa 600 kWh Strom pro Jahr. Wird ein Wärmepumpentrockner mit vergleichbarer Auslastung betrieben, liegt der Verbrauch bei etwa 200 bis 250 kWh Strom pro Jahr. Je nach Stromtarif kann dies eine durchschnittliche Kostenersparnis von jährlich etwa 80 bis 100 Euro bedeuten.

Etwas individueller ist ein Vergleich anhand der Energieeffizienzklasse des Gerätes. Für die Vergabe des seit 2013 bekannten EU-Labels wird ein jährlicher Durchschnittswert von 160 Trocknungsgängen zugrunde gelegt, jeweils in Teilbeladung und Vollbeladung der Trommel und der Auswahl eines Standardprogrammes für Baumwolle.

Geht man nun von einem durchschnittlichen Strompreis von 30 Cent pro kWh aus, ergeben sich die folgenden Kosten pro Trocknungsdurchgang:

  • Kondenstrockner (Energieeffizienzklasse B): 1,25 €
  • Wärmepumpentrockner (Energieeffizienzklasse A+):  0,54 €
  • Wärmepumpentrockner (Energieeffizienzklasse A+++): 0,38 €

Bemessen an dieser vereinfachten und standardisierten Beispielsrechnung kann ein Einsparpotenzial von jährlich etwa 130 Euro angenommen werden. Bei einem Betrieb von ungefähr 10 Jahren oder länger kann dies eine Einsparung von mehr als 1.000 Euro bedeuten. Das Einsparpotenzial wird allerdings in den kommenden Jahren in Anlehnung an die voraussichtlich steigenden Strompreise eher höher ausfallen.

Die kleinen Nachteile des Wärmepumpentrockners

Selbst die beste Technologie kommt meist zumindest in ihren Anfangszeiten nicht ohne den einen oder anderen kleinen Mangel aus. Und so gibt es auch beim Wärmepumpentrockner zwei Nachteile, die bei der Entscheidung für oder gegen die neueste Technologie berücksichtigt werden sollten:

Hohe Anschaffungskosten

Wärmepumpentrockner sind die absolute Königsklasse im Bereich Wäschetrocknen. Leider sind die leistungsstarken und energieeffizienten Modelle noch sehr teuer im Vergleich zu klassischen Kondenstrocknern. Im Schnitt sollten ungefähr 200 Euro mehr für den Kauf eines Markentrockners mit Wärmepumpe einkalkuliert werden.

Allerdings dürfen Verbraucher hier durchaus auf Langlebigkeit setzen. Hochwertige Markenprodukte haben je nach Auslastung eine realistische Lebenserwartung von ungefähr 10 bis 15 Jahren. Aufgrund des extrem niedrigen Energieverbrauchs hat sich der hohe Anschaffungspreis allerdings im Durchschnitt bereites nach 4 bis 5 Jahren amortisiert.

Lärmbelästigung

Ein weiterer kleiner Störfaktor, den Wärmepumpentrockner mitbringen, ist die verhältnismäßig hohe Lärmbelästigung während des Trocknungsvorganges. Hochwertige Markenprodukte haben eine Geräuschentwicklung von durchschnittlich etwa 65 dB.

Steht der Trockner in einem separaten Waschraum, ist die Lärmbelästigung kaum von Belang. In Wohnräumen wie zum Beispiel im Bad oder in der Küche kann der leicht erhöhte Lärmpegel im Vergleich zu anderen Trocknermodellen durchaus als störend empfunden werden.

02.04.2019

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