Wie ein Lächeln verschlossene Türen öffnet - wissenschaft.de
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Wie ein Lächeln verschlossene Türen öffnet

Ein Lächeln ist so individuell wie ein Fingerabdruck: An kleinsten Lachfältchen kann eine neue Software zur Gesichtserkennung nach Angaben amerikanischer Forscher Personen eindeutig identifizieren. E Guan und seine Kollegen von der Stony-Brook-Universität in New York haben ein Computerprogramm entwickelt, das den neutralen Gesichtsausdruck eines Menschen mit seinem Lächeln vergleicht. Durch dieses Verfahren kann ein Mensch zuverlässiger wiedererkannt werden als mit herkömmlichen Methoden, berichtet der Online-Dienst des Wissenschaftsmagazins „Nature“.

Die Angst vor terroristischen Anschlägen hat in den letzten Jahren zur Entwicklung automatischer Verfahren geführt, die aus einer großen Menschenmasse gesuchte Personen anhand ihrer Gesichter herausfinden können. Die bisherige Software zur Gesichtserkennung kann jedoch getäuscht werden. Die Computerprogramme vergleichen von Sicherheitskameras aufgenommene Gesichter mit einem Bildarchiv und berücksichtigen dabei vor allem den Abstand zwischen Augen, Mund und Nase. Bereits Make-up oder dunkle Brillengläser führen diese Verfahren jedoch in die Irre.

Die amerikanischen Physiker vergleichen für ihre Methode den Schnappschuss eines Lächelns mit dem neutralen Gesichtsausdruck derselben Person, der unmittelbar zuvor aufgenommen wurde. Ein Softwareprogramm beurteilt dann die Veränderungen der Haut um den Mund herum. Bereits die Verschiebung kleinster Hautfältchen um weniger als einen Millimeter reicht zur sicheren Identifikation. Deshalb ist nach Auskunft der Forscher auch nicht entscheidend, wie stark oder herzlich das Lächeln ist. Auch wenn ein Mensch versucht, sein Lächeln zu unterdrücken, seien bereits kleinste Muskelzuckungen für die Erkennung ausreichend.

Guan und seine Kollegen sehen die Einsatzmöglichkeiten ihres Verfahrens unter anderem auf Flughäfen, wo das Programm in Verbindung mit Hochgeschwindigkeitskameras und starken Teleobjektiven die Identität von Verdächtigen ohne deren Wissen überprüfen könnte. Die Technik könnte jedoch auch zur Untersuchung bestimmter Nervenerkrankungen dienen, bei denen es zu einer Störung der Gesichtsmuskulatur kommt.

ddp/bdw ? Thomas Kappe
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