Fragwürdige Zusatzstoffe - wissenschaft.de
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Fragwürdige Zusatzstoffe

Antioxidantien sollen den Körper angeblich vor gefährlichen Substanzen und damit vor Krebs und Herzinfarkt schützen. Doch in der Praxis versagten sie bislang kläglich oder bewirkten sogar das Gegenteil. Jetzt gibt es Anzeichen, dass die gesamte Theorie der antioxidativen Wirkung falsch ist.

Für die Ideen des Nobelpreisträgers Linus Pauling hatten viele Zeitgenossen nur ein mildes Lächeln übrig. So glaubte der Kalifornier bereits in den sechziger Jahren an die Heilkraft der Vitamine. Er nahm jeden Morgen teelöffelweise Vitamin C und Vitamin E ein, um sich vor Erkältungskrankheiten und Krebs zu schützen. Pauling wollte damit ein Zuviel an „freien Sauerstoffradikalen“ in seinem Körper verhindern.

Ihm tun es bis heute viele Menschen gleich. In unserer „ Wellness“-Gesellschaft wird eher belächelt, wer keine Vitaminpillen schluckt oder ACE-Säfte trinkt. Denn die freien Sauerstoffradikale gelten für viele als Bedrohung Nummer eins ihrer Gesundheit. Freie Sauerstoffradikale sollen für Herzinfarkt, Krebs, Alzheimer und vorzeitiges Altern verantwortlich sein: Sie sollen Cholesterin „ranzig“ machen, sodass es die Adern verstopft, oder die Nukleinsäuren im Zellkern angreifen und so den genetischen Code zerstören – mit Krebs als Folge.

Überhaupt soll radikaler Sauerstoff einen Generalangriff auf Zucker, Eiweiße, Enzyme und andere Zellbestandteile führen. Populär schreibende Buchautoren vergleichen diese Vorgänge mit dem Rosten von Eisen. Doch es soll ein Gegengift gegen diesen „ oxidativen Stress“ geben: die Antioxidantien. Dazu zählen in erster Linie die Vitamine C und E und das Beta-Carotin (Provitamin A). Viele Forscher begründen die gesundheitsfördernde Wirkung von Obst und Gemüse mit der immer gleichen Formel: Es liege an den darin enthaltenen Antioxidantien.

Lange Zeit kam niemand auf die Idee, an dieser Theorie zu zweifeln. Doch seit einigen Jahren testen verschiedene Forschergruppen, was Beta-Carotin, Vitamin E und C wirklich können – und zwar nicht nur im Reagenzglas oder im Tierversuch, sondern am Menschen. Gesunde Probanden schluckten dafür Vitamine in Pillenform über mehrere Jahre. Doch mit den Ergebnissen kam die Enttäuschung. Denn die Vitamine waren fast immer unwirksam – in manchen Studien sogar schädlich.

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Die Hoffnung erlosch mit einer großen Übersichtsstudie, die im Juni 2003 im Fachblatt „The Lancet“ veröffentlicht wurde. Darin hatte der Kardiologe Marc S. Penn von der Universität Ohio sieben Forschungsarbeiten zu Vitamin E und acht zu Beta-Carotin ausgewertet. Bei diesen Studien handelte es sich um sogenannte Interventionsstudien. Das heißt, die Vitamine waren dabei extra eingenommen worden, um ihre Wirksamkeit zu testen. Die Versuche dauerten zwischen 18 Monaten und 12 Jahren. Das Fazit: Vitamin E hat bei den insgesamt 82 000 Probanden weder Arteriosklerose oder Schlaganfälle verhindert, noch die Lebenszeit insgesamt verlängert. Beta-Carotin, getestet von fast 140 000 Studienteilnehmern, führte sogar zu einem minimalen Anstieg der Gesamtsterberate. Eine weitere Übersichtsstudie kam vor einigen Wochen zu ähnlichen Ergebnissen. Penn forderte sicherheitshalber, die laufenden Studien mit Beta-Carotin zu stoppen.

Sogar Vitamin C ist keineswegs harmlos: Andrew Levy vom Technion Israel Institute in Haifa untersuchte, ob die Vitamine C und E Frauen nach der Menopause vor Gefäßverkalkungen schützen oder nicht. Ein Teil der Probandinnen erhielt über durchschnittlich knapp drei Jahre Vitaminpillen, die anderen ein Placebo. Das erschreckende Ergebnis: Bei über einem Drittel der vitaminschluckenden Frauen waren die Gefäßwände stärker verkalkt als bei den Frauen der Kontrollgruppe. Bei etwa der Hälfte der Studienteilnehmerinnen zeigten sich keine Unterschiede und nur 14 Prozent profitierten leicht von den Zusatzvitaminen. Diese Frauen haben eine seltene Gen-Variante des Blutproteins Haptoglobin. Levy vermutet, dass sie vor Verkalkungen geschützt sind, weil sie durch das veränderte Protein weniger Eisen im Blut haben. Man weiß seit längerem, dass Eisen und Vitamin C zusammen die Blutgefäße schädigen, weil das Metall die antioxidative Wirkung des Vitamins umkehrt. Gemeinsam erzeugen sie oxidativen Stress. Zu vergleichbaren Resultaten wie Levy kamen Forscher der Universität Südkalifornien. Ihre Untersuchung ergab, dass Vitamin C in hohen Dosen zu dickeren Gefäßwänden in der Kopfschlagader führt.

Bei Krebs sieht es noch schlimmer aus. Schon seit einigen Jahren weiß man, dass hohe Vitamindosen Zellen angreifen können, also Krebserkrankungen eher fördern als abwehren. Und bereits Mitte der neunziger Jahre hatten Untersuchungen darauf hingedeutet, dass Beta-Carotin das Krebsrisiko von Rauchern erhöht. Nun hat ein serbisch-amerikanisches Forscherteam Studien an 170 000 Patienten analysiert, um herauszufinden, ob ACE-Gaben vor Krebs des Verdauungstrakts schützen. Das eindeutige Ergebnis lautet: Beta-Carotin und die Vitamine A, C und E erhöhen das Krebsrisiko leicht, aber eindeutig. Besonders gefährlich scheint die Kombination von Vitamin A und Beta-Carotin zu sein. Sie erhöht das Krebsrisiko um 30 Prozent. Nach den Berechnungen der Wissenschaftler sterben jährlich 9000 von einer Million Menschen, die entsprechende Nahrungsergänzungsmittel schlucken, an deren krebsfördernder Wirkung. Die britischen Krebsforscher David Forman und Douglas Altman kommentierten in „The Lancet“: „Das ist erschreckend, wenn man die riesigen Mengen bedenkt, die in einigen Personenkreisen aufgenommen werden.“

Die Deutsche Herzstiftung hat bereits im vergangenen November vor Vitaminpillen gewarnt. „Weder Herzinfarkte noch Krebs-Erkrankungen lassen sich damit verhindern, geschweige denn heilen“, so der Vorsitzende der Stiftung, Prof. Hans-Jürgen Becker. Im Februar dieses Jahres hat sich die Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) der Warnung angeschlossen. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung kamen zu dem Schluss, dass zu viel Beta-Carotin der Gesundheit schaden kann.

Nun rätseln Ärzte und Biologen weltweit, was die Gründe für die Fehlschläge der Vitamingaben sein könnten. Denn aus anderen großen Studien weiß man: Menschen, die viel Obst und Gemüse essen, haben vitamin- und antioxidantienreiches Blut. Außerdem sie haben ein fitteres Herz und erkranken seltener an Krebs als Gemüse-Muffel.

Möglicherweise stimmt die gesamte Theorie nicht – und Sauerstoffradikale sind gar nicht der Auslöser von Krebs, Herzinfarkt und Alzheimer. Mit dieser revolutionären Idee sorgte die britische Arbeitsgruppe um Prof. Tony Segal kürzlich für Furore. Die Forscher vom University College London behaupten im Fachblatt „Nature“, dass freie Radikale lediglich Nebenprodukte einer zellschädigenden Reaktion seien und nicht der Auslöser. Der Immunologe Segal hatte weiße Blutkörperchen unter die Lupe genommen. Diese Zellen bilden bei der Abwehr von Bakterien freie Sauerstoffradikale. Daraus zog man in der Vergangenheit den Schluss, dass diese Radikale eine Waffe gegen die Eindringlinge seien, die allerdings auch menschliches Gewebe zerstören könne.

Doch Segal stellte fest: „In meinen Versuchen blieben die Bakterien von den freien Radikalen gänzlich unangetastet.“ Stattdessen beobachtete er, dass in der Abwehrzelle als Folge der Bildung von Sauerstoffradikalen ein Enzym entsteht: eine so genannte Protease, die Eiweiße spaltet. Dieses Enzym stellte sich in den Versuchen als die Waffe heraus, die schließlich die Mikroben tötete. „Unsere Arbeit zeigt, dass alle Theorien über die Rolle der freien Sauerstoffradikale bei der Krankheitsentstehung komplett überdacht werden müssen“, sagt Segal. Mit diesen Worten nimmt er es mit einer Theorie auf, die seit etwa 40 Jahren Bestand hat.

Auch Prof. Regina Brigelius-Flohé vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam meldet Zweifel an der bisherigen Theorie an: „Es ist nicht die Hauptfunktion von Vitaminen, die Zellen vor freien Radikalen zu schützen. Sie haben viel wichtigere Aufgaben.“ Vor kurzer Zeit habe man etwa erkannt, dass Vitamin E Gene an- und ausschalten könne. Es greift damit, wie viele Medikamente, in grundlegende Prozesse der Zellsteuerung ein – und das kann gefährlich werden. Es ist daher kein Wunder, dass der Körper sich gegen hohe Konzentrationen von Vitamin E und anderen Vitaminen wehrt, wie Brigelius-Flohé aus eigenen Studien weiß: Er schleust die Substanzen über den Urin heraus oder zerstört sie biochemisch.

Da Sauerstoffradikale außerdem eine wichtige Rolle beim Zellwachstum spielen und der Körper sie für die Infektabwehr produziert, sollte man sie nicht völlig unterdrücken. „Die Balance ist wichtig, und das haben inzwischen viele Wissenschaftler erkannt“, sagt die Professorin.

Obwohl Brigelius-Flohé und ihre Kollegen in Detailfragen unterschiedlicher Meinung sind, raten sie einhellig vor ACE-Vitaminpillen in hohen Dosen ab. Trotz aller wissenschaftlichen Erkenntnis wird mit diesen Produkten weiterhin viel Geld gemacht. Auf zwei Milliarden Mark schätzte eine Studie des Forsa-Instituts den Umsatz der Vitaminpräparate im Jahr 2001. In Deutschland nehmen 18 Prozent der Männer und 25 Prozent der Frauen laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) Vitamin- oder Mineralstofftabletten ein. Die Tendenz ist weiter steigend, wie die Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten berichtet.

Auch „Wellness-Lebensmittel“ wie ACE-Limonade und -Fruchtsäfte werden beim Verbraucher immer beliebter. Dabei ist eine Überdosierung schnell erreicht. Denn laut RKI decken die meisten Deutschen ihren Bedarf an Vitamin E, Vitamin C und Beta-Carotin bereits mit der Nahrung. Und man darf nicht vergessen, dass die Vitamine unter Bezeichnungen wie Ascorbinsäure oder Tocopherol zusätzlich als Konservierungs- und Farbstoffe in unzähligen Lebensmitteln vorkommen.

Unbestritten ist, dass bis zu 10 000 verschiedene Pflanzenstoffe die Gefäße auf noch unbekannte Weise vor Arteriosklerose und Zellen vor Entartung schützen – wenn sie, wie es in Pflanzen der Fall ist, sinnvoll kombiniert sind. „Auf einzelne Stoffe in hohen Dosen zu setzen, ist Unsinn. Dass die Franzosen weniger Herzinfarkte trotz ihrer fettreichen Ernährung haben, liegt doch nicht nur an einem einzigen Stoff, etwa am Resveratrol aus Rotwein“, meint Prof. Erich Elstner, Biochemiker an der TU München Weihenstephan. Er ist nicht generell gegen angereicherte Nahrung, der Wirkstoff-Mix müsse allerdings „ intelligent“ geschehen, so wie in Pflanzen. Nach diesem Vorbild bastelt der Professor derzeit an einem „Ideal-Cocktail“ aus Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen, mit dem er Lebensmittel gesünder machen will. Aber es geht auch einfacher, gesund zu bleiben. Elstner bringt es auf den Punkt: „Bunt essen!“ ■

Kathrin Burger ist Ernährungswissenschaftlerin und freie Wissenschaftsjournalistin in München. Ihr Themenschwerpunkt: Gesundheit und Umwelt.

Kathrin Burger

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Simone von Laffert, Monika Schiffer

Vorsicht gesund!

Piper, 2004, € 8,90

Hans-Ulrich Grimm, Jörg Zittlau

Vitaminschock

Droemer Knaur, 2002, € 19,90

INTERNET

Studie des Robert-Koch-Instituts „Ernährungsverhalten in Deutschland“: www.rki.de/GESUND/GESREL/ERNAEHR/ERNAEHR.HTM

Ohne Titel

• Die ACE-Vitamine helfen nicht bei der Vorbeugung von Krankheiten.

• Der gesundheitsfördernde Effekt von Obst und Gemüse beruht nicht auf einzelnen Substanzen.

• Es ist nicht die Aufgabe von Vitaminen, den Körper vor Radikalen zu schützen, sondern sie sind für komplexere Aufgaben zuständig.

Ohne Titel

Ob eine Substanz ein Vitamin ist oder nicht, hat nichts mit ihrer biologischen Wirkung oder chemischen Struktur zu tun. Zwei Sachverhalte sind typisch für Vitamine:

• Der Körper braucht sie für bestimmte Lebensvorgänge, zum Beispiel Vitamin A für die Embryonalentwicklung.

• Der Körper stellt die Substanz nicht selbst her, sondern muss sie mit der Nahrung aufnehmen.

Dass Menschen Vitamin C oder E nicht selbst produzieren, liegt nicht daran, dass diese Substanzen besonders schwer herzustellen oder irgendwie geheimnisvoll wären, sondern an einer natürlichen „ Produktionskostensenkung“. Irgendwann in der Evolution der Menschheit hat sich herausgestellt, dass es günstiger ist, die Herstellung dieser Vitamine aufzugeben und stattdessen völlig auf die Zulieferung von außen zu setzen. Offensichtlich ist in der Nahrung davon mehr als nötig vorhanden, und der Körper hält es auch in Notzeiten problemlos eine Weile ohne sie aus.

Aus diesem Grund sind bei verschiedenen Organismen ganz unterschiedliche Substanzen zu Vitaminen geworden. Ratten stellen die Ascorbinsäure (beim Menschen: Vitamin C) selbst her, ebenso wie Menschen den Gallenwirkstoff Taurin. Für Katzen ist Taurin dagegen ein Vitamin, das sie mit der Nahrung aufnehmen müssen. Eine wichtige Quelle für diese Substanz ist – wenn wundert es – Mäuse. thw

Ohne Titel

„Kellogg’s-Produkte enthalten zu viele Vitamine“, sagt Paolo Drostby von der dänischen Lebensmittelbehörde DVFA. Mit dieser absurd wirkenden Begründung hat die Behörde dem Lebensmittelgiganten Mitte August den Verkauf von 18 Produkten verboten. Die Entscheidung basiert auf einer Risikoanalyse des Dänischen Instituts für Lebensmittel- und Veterinärforschung DFVF. Sie ergab, dass die zugesetzten Vitamine und Mineralien zuviel des Guten sind. Anhand dänischer Essgewohnheiten errechneten die DFVF-Forscher, dass die Beimengen an Eisen, Kalzium, Folsäure und Vitamin B6 und B12 in Kellogg’s-Produkten wie Cornflakes oder Coco Pops zu Gesundheitsschäden von Leber und Nieren führen können. Besonders Kinder sind dadurch gefährdet. Immerhin nehmen 70 Prozent der dänischen Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren über Getreideflocken, Milchmixgetränke und andere Produkte regelmäßig Lebensmittelergänzungen zu sich.

„Bei Kindern ist noch wenig darüber bekannt, welche Höchstmengen an Vitaminen und Mineralstoffen sie ohne schädliche Auswirkungen vertragen „, erklärt Dr. Mathilde Kersting vom Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund. Wie die Dortmunder Forscher in ihrer so genannten DONALD-Studie feststellten, konsumieren deutsche Kinder ebenfalls viele zugesetzte Nährstoffe: Mehr als 90 Prozent der 2- bis 18-Jährigen Kinder verzehren innerhalb von drei Tagen mindestens einmal mit Vitaminen und Mineralien angereicherte Fertigprodukte.

Das Dortmunder Instituts hatte seit 1985 das Ernährungsverhalten von Kindern analysiert. Wie sich herausstellte, ist die wichtigste Quelle für zugesetzte Nährstoffe Getränke und Getränkepulver. Häufig verzehrt werden auch Produkte, die explizit als „Kinderlebensmittel“ beworben werden und dem Geschmack der jungen Kundschaft entsprechend stark gezuckert sind. Es sind vor allem Getreideprodukte, meist so genannte Frühstücks-Cerealien. Mithilfe einer Markterhebung hat das Dortmunder Institut herausgefunden, dass 7- bis 9-Jährige auf diese Weise je nach Nährstoff 200 bis 700 Prozent der von der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfohlenen Tagesdosis zu sich nehmen.

Dabei rät das deutsche Bundesinstitut für Risikoforschung: Die über angereicherte Nahrungsmittel aufgenommenen Vitamine sollten nicht mehr als das Dreifache der von der DGE empfohlenen täglichen Vitaminzufuhr betragen. Bei Mineralien sollte sogar die einfache DGE-Empfehlung nicht überschritten werden. Entsprechende Höchstmengen sind in Dänemark jetzt verbindlich, in der übrigen EU werden sie nur empfohlen. „Da deutsche Kinder aber viel zugesetzte Vitamine und Mineralien zu sich nehmen und ein ernährungsphysiologisch sinnvolles Konzept bei der Anreicherung meist nicht erkennbar ist – wie unsere DONALD-Daten zeigen –, wäre es sinnvoll, ähnlich rigide wie in Dänemark vorzugehen“, sagt Kersting.

Das deutsche Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft arbeitet nach eigenen Angaben selbst an Vorschlägen. Generell ist es schwierig, in Deutschland den Handel von Produkten mit stark angereicherten Nährstoffen zu verbieten. Denn in der EU gelten die Regeln des freien Warenverkehrs. Nach EU-Recht darf Deutschland nur die Produkte verbieten, die nachweislich die Gesundheit gefährden oder deren Werbeaussagen als irreführend gelten. Zwar überschreiten viele ausländische Produkte das Limit des Bundesinstituts für Risikoforschung, aber da es sich nur um Empfehlungen handelt, haben die Gesundheits- und Verbraucherschutzbehörden keine juristische Grundlage zum Handeln. Die EU-Kommission versuchte im November letzten Jahres in Europa einheitliche Obergrenzen für nährstoffangereicherte Lebensmittel festzulegen, scheiterte aber im Europa-Parlament. Kellogg’s befürchtet nun offenbar einen Präzedenzfall und will den dänischen Beschluss gerichtlich prüfen lassen. Anika Fiebich

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