Zum Inhalt springen
Bild der Wissenschaft
AnmeldenAbonnieren
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Shop
  • Rezensionen
  • Podcast
  • BDW Plus
Bild der Wissenschaft
  • Astronomie & Physik
  • Erde & Umwelt
  • Archäologie
  • Gesundheit & Medizin
  • Technik & Digitales
  • Gesellschaft & Psychologie
  • Kolumnen
  • Nachgefragt
  • Rezensionen
  • Podcast
  • Lexikon
Wissenschaft-Newsletter
Die wichtigsten Entdeckungen der Woche direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • BILD DER WISSENSCHAFT Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Fraunhofer IPA
  • Leibniz-Institut ifl
  • wissen.de
  • ScienceBlogs
  • experimenta
  • Wissenschaftspodcasts

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen
BILD DER WISSENSCHAFTErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Abonnement & LeserserviceE-Mail: leserservice@konradin.de
Tel: +49 (0)711 82651-201
RedaktionE-Mail: wissenschaft@konradin.de
Tel: +49 (0)711 7594-392
Folgen Sie uns
Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppedamals.denatur.de
© 2026 Bild der Wissenschaft
Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer.

Startseite/Gesundheit & Medizin/Artikel
Krebstumore schützen sich mit Antioxidantien
Gesundheit & Medizin

Krebstumore schützen sich mit Antioxidantien

Um einem Angriff der T-Zellen zu entgehen, schaffen Tumorzellen um sich herum eine antioxidative Umgebung. · Foto: © wildpixel/ iStock

Freie Radikale haben einen schlechten Ruf. Doch sie helfen unserem Immunsystem, Krebszellen zu bekämpfen. Deshalb produzieren Tumorzellen Antioxidantien, die freie Radikale abfangen und so den Angriff der Immunzellen verhindern, wie Forschende herausgefunden haben. Hemmt man jedoch diese Antioxidantien, wird der Krebs anfälliger für Immuntherapien. Das eröffnet Ansätze für neue Behandlungen.
Autor
Elena Bernard
04. September 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Gesundheit & Medizin

Reaktive Sauerstoffspezies, auch freie Radikale genannt, entstehen bei verschiedenen Stoffwechselprozessen im Körper, aber auchdurch äußere Einflüsse wie Umweltschadstoffe, Zigarettenrauch und Sonneneinstrahlung. Die hochreaktiven Moleküle verursachen in unseren Zellen oxidativen Stress. Im schlechtesten Fall können sie sogar die DNA schädigen und dadurch die Entstehung von Krebs fördern. Antioxidative Substanzen, darunter beispielsweise die Vitamine C und E sowie zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe, fangen die freien Radikale ab und gelten deshalb üblicherweise als gesundheitsförderlich.

Radikale Helfer des Immunsystems

Doch die Grundannahme „freie Radikale sind schlecht, Antioxidantien gut“ gilt offenbar nicht immer. „Wir neigen dazu, reaktive Sauerstoffspezies lediglich als schädliche Stoffwechselnebenprodukte zu betrachten“, sagt Alexander Wesolowski von der University of Cambridge in Großbritannien. „Doch wir verstehen zunehmend, dass sie wichtige Funktionen innerhalb der Zellen haben und dass T-Zellen sie benötigen, um aktiviert zu werden.“ Ohne freie Radikale bleiben die T-Zellen inaktiv und können nicht gegen Krankheitserreger oder entartete Zellen vorgehen.

Aber welche Rolle spielt das im Zusammenhang mit Krebs? Um diese Frage zu klären, ließen Wesolowski und sein Team Krebszellen in Mäusen wachsen und untersuchten anschließend die Flüssigkeit aus der Umgebung der Tumoren. Dabei zeigte sich, dass diese Flüssigkeit stark antioxidativ wirkt, ausgelöst durch ein Enzym namens Peroxiredoxin 1 (PRDX1). Dieses von den Tumorzellen produzierte Antioxidans fängt die freien Radikale ab und nimmt den T-Zellen dadurch ihre Aktivierungssignale.

Antioxidantien behindern die T-Zellen

Um herauszufinden, ob die gleichen Mechanismen auch bei Menschen eine Rolle spielen, analysierten die Forschenden zusätzlich veröffentlichte Daten zur Genaktivität und Proteinproduktion verschiedener menschlicher Tumoren. Und tatsächlich: Auch beim Menschen produzieren viele Krebszellen verstärkt das antioxidative Enzym PRDX1.

„Tumoren nutzen also die Abhängigkeit der T-Zellen von freien Radikalen aus und setzen antioxidative Enzyme frei, um die T-Zell-vermittelte Antitumorimmunität zu unterdrücken“, erklären die Forschenden. Weitere Untersuchungen ergaben, dass der Tumor seine PRDX1-Produktion als Reaktion auf Angriffe des Immunsystems gezielt hochfährt – ein Prozess, der als Immunoediting bekannt ist.

Laut Wesolowski und seinen Kollegen trägt dieser Effekt wahrscheinlich dazu bei, dass Tumore gegen Immuntherapien resistent werden. Nahmen die Forschenden den Tumoren dagegen mit gentechnischen Methoden die Fähigkeit, PRDX1 zu produzieren, verstärkte sich die Immunantwort. Die Tumoren konnten dadurch langsamer wachsen und wurden teils spontan vom Immunsystem abgestoßen. Zudem sprachen auch zuvor resistente Tumoren wieder auf eine Immuntherapie durch Immun-Checkpoint-Inhibitoren an.

Neuer Ansatzpunkt für Therapien

„Wir haben einen neuen Weg entdeckt, durch den Krebserkrankungen das Immunsystem außer Kraft setzen“, sagt Wesolowskis Kollege Rahul Roychoudhuri. „Wenn wir diesen Prozess blockieren, sprechen Tumore, die auf manche Immuntherapien nicht ansprechen, plötzlich auf die Behandlung an. Das zeigt uns, dass dies ein Signalweg ist, auf den es sich lohnt, therapeutisch abzuzielen.“ Denkbar wäre beispielsweise, die PRDX1-Aktivität der Krebszellen medikamentös zu blockieren oder die vom Tumor erzeugten Antioxidantien zu neutralisieren, sodass die T-Zellen wieder aktiv werden können.

„Das Spannende daran ist, dass wir ein Zielmolekül identifiziert haben, nach dem bisher eigentlich niemand gesucht hat“, sagte Co-Autor Robert Eil von der Oregon Health and Science University in Portland. „Das bedeutet zwar nicht, dass den Patienten schon morgen ein Medikament zur Verfügung steht, aber es eröffnet uns einen völlig neuen Weg, den wir weiterverfolgen können. Die Entdeckung neuer Zielmoleküle ist der Ausgangspunkt für zukünftige Behandlungen.“

Quelle: Alexander Wesolowski (University of Cambridge, UK) et al., Science, doi: 10.1126/science.adz8203

Antioxidantienfreie RadikaleImmuntherapieKrebsT-ZellenTumoren
Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie Bild der Wissenschaft in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

Bild der Wissenschaft als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Gesundheit & Medizin

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Gesundheit & Medizin.

Alle Gesundheit & Medizin-Artikel
Neues Rindervirus breitet sich in Deutschland aus
Gesundheit & Medizin

Neues Rindervirus breitet sich in Deutschland aus

4. September 2026

Zwei Varianten eines ursprünglich in Afrika und Asien verbreiteten Tiervirus breiten sich unter Rindern in Deutschland und Mitteleuropa aus.

Smartwatches überschätzen den Kalorienverbrauch
Gesundheit & Medizin

Smartwatches überschätzen den Kalorienverbrauch

3. September 2026

Wer wissen will, wie viel Kalorien er beim Sport verbraucht, sollte sich lieber nicht auf eine Smartwatch verlassen. Denn die Geräte übertreiben oft erheblich.

Stille Arteriosklerose schon bei jungen Menschen häufig
Gesundheit & Medizin

Stille Arteriosklerose schon bei jungen Menschen häufig

1. September 2026

Verkalkte Arterien treten bei jungen Menschen häufiger auf als landläufig angenommen. Diese frühe Arteriosklerose bleibt aber oft unerkannt, zeigt eine Studie.

Keto-Diät ist gesünder als gedacht
Gesundheit & Medizin

Keto-Diät ist gesünder als gedacht

31. August 2026

Abnehmen durch viel Fett? Das verspricht die umstrittene Keto-Diät. Eine Studie zeigt nun, wie sich diese Ernährungsform auf den Stoffwechsel auswirkt.

← Zurück zu Gesundheit & MedizinZur Startseite