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Astronomie|Physik Erde|Umwelt

Delfinhaut für Fischsaurier

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Nicht nur das Verhalten (hier eine Illustration), sondern auch die Hautstruktur der Ichthyosaurier ähnelte der von Delfinen. Bild: Theagarten Lingham-Soliar
Schon die vor 200 Millionen Jahren lebenden Ichthyosaurier hatten Hautstrukturen wie Delfine. Das haben südafrikanische Forscher bei fossilen Überresten der stromlinienförmigen Schwimmer aus dem Erdzeitalter Jura entdeckt. Die Wissenschaftler fanden ein komplexes Netzwerk aus Fasern aus dem Protein Kollagen, das auch bei Delfinen die Haut extrem glatt und fest macht und damit hohe Schwimmgeschwindigkeiten ermöglicht.

Die Wissenschaftler untersuchten Überreste eines in England gefundenen Ichthyosauriers und entdeckten am Kopf des Fossils Reste einer hautartigen Struktur. Mit Hilfe der Rasterelektronenmikroskopie, bei der durch Wechselwirkung von Elektronen mit einem Objekt ein Bild erzeugt wird, gelang es den beiden südafrikanischen Forschern erstmals, den Aufbau der Hautstruktur der Fischsaurier aus Kollagen nachzuweisen. Andere Nachweismethoden schieden bislang aus, da sie die Proben unwiderruflich vernichtet hätten.

Normalerweise bilden sich Fossilien hauptsächlich aus festeren Überresten wie Knochen, Panzern und Zähnen. Diese bestehen größtenteils aus anorganischem Material, das während der Versteinerung durch beständigere Mineralien ersetzt wird. Das organische Material, aus dem Haut hauptsächlich besteht, wird meist durch Verwesung so schnell zersetzt, dass es nicht versteinert. Der nun untersuchte Fund ist hingegen gut konserviert, was für die Robustheit der Kollagenfaser spricht. So überstand das Hautgewebe wahrscheinlich die sonst früh einsetzende Verwesung und konnte versteinern.

Die Untersuchung zeigt, wie gut sich diese Methode für die Analyse von Fossilien aus weichem Gewebe eignet, erklären die Wissenschaftler. Forscher erhoffen sich, dadurch herauszufinden, ob die Überreste einer Art Ur-Feder eines chinesischen Dinosauriers aus einer haarartigen Struktur hervorgegangen sind, oder ob sie ursprünglich aus der Haut entstanden.

Theagarten Lingham-Soliar und James Wesley-Smith (Universität von KwaZulu-Natal, Durban): Proceedings of the Royal Society B, Online-Vorabverabveröffentlichung, DOI: 10.1098/rspb.2008.0489 ddp/wissenschaft.de ? Uwe Thomanek
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