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Suche nach Lebensspuren

Die aktuelle Mars-Rover-Mission im Blick

Der Rover Perseverance hat die Größe eines Kleinwagens und ist mit beeindruckender Hightech ausgerüstet. (Bild: NASA/JPL-Caltech)

„Perseverance“ ist am Abend des 18. Februar 2021 erfolgreich auf der Marsoberfläche angekommen. Der Rover soll nun in den Überresten eines uralten Flussdeltas nach möglichen Spuren einstiger Lebensformen suchen. Perseverance wird dort außerdem Gesteinsproben sammeln, die später von Folgemissionen zur Erde gebracht werden sollen. Ein weiteres geplantes Highlight der Mission Mars 2020: Eine Helikopterdrohne wird zu Erkundungsflügen in die dünne Marsatmosphäre aufsteigen.

Bisher hat alles geklappt: Perseverancen befindet sich nun an seinem Zielort – im Jezero-Krater auf dem Roten Planeten. „Schwierig war, dass die ganze Landung vollautomatisch ablaufen musste“, erklärt Nicole Schmitz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Denn das Kontrollzentrum am Jet Propulsion Laboratory der NASA in Kalifornien erhielt die Statussignale mit rund elf Minuten Verzögerung und konnte deshalb in den Landeablauf nicht eingreifen. Doch alles verlief planmäßig und Perseverance hat auch erste Schnapschüsse vom Landeplatz übertragen.

Landung an einem vielversprechenden Ort

Nun sollen auch gleich die erste Erkundungen der Umgebung erfolgen. Mit der 3D-Kamera Mastcam-Z ist dabei die Entwicklung eines farbigen 360-Grad-Panoramas möglich. Mit maximalem Zoom kann das Gerät Objekte von der Größe einer Stubenfliege über die Länge eines Fußballfeldes hinweg sichtbar machen, berichtet das DLR.

„Dies wird uns im Laufe der ersten Wochen den Blick in eine ganz besondere Landschaft öffnen: Sedimente in einem ehemaligen, uralten Kratersee auf dem Mars mit einem gut erhaltenen Flussdelta, in dessen feinkörnigen Ablagerungen vielleicht Spuren von vergangenem einfachen Leben zu finden sein könnten“, sagt Nicole Schmitz. Aus geologischen Merkmalen geht hervor, dass es bis vor etwa 3,5 Milliarden Jahren noch flüssiges Wasser auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten gegeben hat und somit potenziell lebensfreundliche Bedienungen. Im Laufe der Zeit entfleuchte dieser Schatz dann allerdings größtenteils. In der Zeit, als der Mars noch feucht und warm war, entstanden auf der Erde die ersten einzelligen Organismen. Somit stellt sich die Frage, ob diese Entwicklung damals auch auf unserem Nachbarplaneten abgelaufen sein könnte. Ihr soll Perseverance nachgehen.

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Drohnenflug und Heimsendung von Proben

Wie die Wissenschaftler erklären, ist der Landeplatz dazu ein idealer Ort. Denn sie gehen davon aus, dass sich in dem etwa 45 Kilometer breiten Jezero-Krater vor mehr als 3,5 Milliarden Jahren ein See befand, in dem Zuflüsse ein Flussdelta aus abgelagerten Sedimenten hinterlassen haben. Von der Erde ist bekannt, dass durch die vergleichsweise schnelle Ablagerung in Deltastrukturen Hinweise auf Leben besonders gut im Untergrund konserviert werden. Um Informationen über die Bedingungen an der Landestelle und mögliche Spuren von Leben in dem uralten Delta zu sammeln, ist Perseverance mit sieben wissenschaftlichen Instrumentengruppen ausgerüstet.

Zudem soll der Rover erstmals in der Geschichte der Erkundung des Mars 38 Behälter mit Bohrkernen aus bis zu 20 Zentimetern Tiefe füllen, die dann an geeigneter Stelle für eine spätere Rücksendung zur Erde abgelegt werden. Zwei zukünftige gemeinsam von NASA und ESA geplante Missionen sollen die etwa bleistiftgroßen Proben dann in den frühen 2030er Jahren wieder zurück zur Erde bringen. Dort können sie dann durch komplexe Geräte analysiert werden, die viel zu groß und komplex wären, um sie zum Roten Planeten zu schicken.

Eine weiteres Novum der Mission wird der Einsatz der Helikopterdrohne „Ingenuity“ sein: Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt soll ein Fluggerät vom Boden eines anderen Planeten in die Atmosphäre aufsteigen. Die Marsbedingungen stellten bei der Planung des kleinen Hubschraubers eine große Herausforderung dar: Um in der dünnen Luft abheben zu können, musste Ingenuity extrem leicht gebaut und gleichzeitig mit sehr großflächigen, schnell rotierenden Rotorblättern ausgerüstet werden. Die Entwickler kamen schließlich auf eine Masse von 1,8 Kilogramm und eine Spannweite von 120 Zentimetern. Ingenuity soll den Landungsbereich mehrmals überfliegen. Eine Minikamera wird dabei Bilder aus 10 bis 15 Meter Höhe liefern.

Es bleibt nun zu hoffen, dass all die ehrgeizigen Vorhaben im Rahmen der mittlerweile fünften Rover-Mission der NASA zum Mars gelingen. Perseverance könnte dann für mindestens ein Marsjahr (zwei Erdjahre) der Erforschung unseres geheimnisvollen Nachbarplaneten dienen.


Info-Video zur Mission. (Credit: ©NASA/DLR)

Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

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